#socialsaturday: Rückblick, Rückzug & Raum für Neues

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#socialsaturday: Rückblick, Rückzug & Raum für Neues

Hey, meine Lieben,

ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich 2019 Revue passieren lasse, denke ich Wow, was ein Jahr!
Es gab Zeiten, da hab ich mir eine Liste mit Vorsätzen für das neue Jahr gemacht, nachdem ich das alte habe nochmal Revue passieren lassen.
Was im Endeffekt nur dazu führte, dass ich das neue Jahr direkt mit zusätzlichem Druck gestartet habe, anstatt ihn loszulassen.
Deswegen bin ich irgendwann dazu übergegangen, Wünsche und Visionen für das nächste Jahr zu formulieren und diese vor meinem inneren Auge zu visualisieren.

Aber zunächst erweise ich dem vergangenen, zum Ende kommenden Jahr die Ehre, die ihm gebührt und denke nach und reflektiere.
Fasse nochmal alles zusammen, gehe nochmal durch die Höhen und Tiefen und schaue, was ich gelernt habe und was noch zu lernen bleibt.
Erst dann geh ich zum Visualisieren für das nächste Jahr über.
Ohne Druck.

Für manche ist es der nächste große Karrieresprung, für manche ist es Familie gründen und Haus bauen, für wieder andere ist es mehr Sport machen, Mama öfter anrufen und für sehr viele ist es, mehr Zeit für sich zu nehmen.
Und das ist genau das, wozu ich mich als Übergang vom alten ins neue Jahr entschlossen habe.
Deswegen werde ich den Jahreswechsel an einem Ort verbringen, den ich unbeschreiblich liebe: Am Meer.
Nur ich und ein paar salzige Spritzer des kalten Nordseewassers, um wegzuwaschen, was weggewaschen gehört und den Weg für ein neues Jahr zu kehren.

Ich hab keine Ahnung, wie es sich anfühlen wird, vielleicht find ich’s blöd, vielleicht find ich’s klasse.
Aber heutzutage reden auf allen Social-Media-Kanälen so viele von Selbstliebe und sogar Felix Jaehn singt davon die Love erstmal on sich selbst zu putten, dass ich mich gefragt hab, warum nicht alleine reisen und das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres mit der Person verbringen und feiern, die immer da war, da ist, da sein wird? Immer, den ganzen Tag, jeden Tag.
Sie an der Hand nehmen, ihr zuhören, die Wünsche, Träume, Hoffnungen, das was gebraucht wird, die Sehnsüchte, Gedanken, alles. Und ihr versprechen, dass man sie in alledem unterstützen wird.

Manche sagen, es sei mutig. Andere sagen, sie könnten das nie.
Wisst ihr was? Ich glaube, dass ihr es könnt. Wenn ihr es wirklich wollt.
Ich glaube, wenn ihr das “kann nicht” beiseite schiebt, dann seid ihr wirklich erstaunt, wie sehr ihr könnt, wie groß euer Potential ist, wie fähig ihr seid.

Und seien wir mal ehrlich: Es ist so einfach, heutzutage alleine und doch nicht alleine zu sein, einfach, indem man ständig auf sein Handy schaut.
Und es ist auch einfach “allein zu reisen”, wenn man im Endeffekt nur alleine reist, aber an einen Ort, an dem man jemanden kennt.
Wenn ich davon spreche allein zu reisen, meine ich tatsächlich an einen Ort zu reisen, an dem ihr für euch seid, mit euch selbst.
Natürlich sollt ihr euer Telefon nicht direkt wegschmeißen, bitte informiert jemanden, dass ihr gut und sicher angekommen seid! Aber vielleicht könnt ihr die Zeit am Handy reduzieren und nur zu bestimmten Zeiten erreichbar sein oder wenn ihr meint unbedingt diesen tollen Sonnenuntergang teilen zu müssen, dann tut das, aber wisst ihr was? Eure Story bleibt 24 Stunden bestehen, daher ist es vollkommen in Ordnung, die ganzen Likes und Kommentare erst nach 18 Stunden durchzugucken und darauf zu reagieren.
Das ist okay.

Wie wollt ihr Zeit für euch finden, wenn ständig jemand die Tür aufreisst und euch zuquatscht?! Und das auch noch mit Einladung, weil ihr quasi virtuell ein Schild an die Tür gehangen habt mit der Aufschrift “Kommt ruhig rein, ihr müsst noch nicht mal klopfen!” ?!
Ich red nicht von “Digital Detox”, aber ich rede auch nicht von “Zeit für sich”, die dann im Endeffekt aus 100 Selfies und 10 Essensbildern pro Tag besteht.
Ich denke, ihr versteht mich.

Alles, was ich sagen will ist: Es liegt Schönheit im Alleinsein.
Und bitte, alleine heißt nicht einsam, okay!
Und selbst wenn, wisst ihr was? Einsamkeit auszuhalten und zu ertragen, kann auch Stärke bedeuten.
Etwas beruhigendes im Alleinsein, in der Einsamkeit zu finden oder auch aus purer Katharsis in Tränen auszubrechen, kann euch viel über euch selbst lehren.
Ich weiß, ich weiß, ich sorge nicht grad dafür, dass alleine reisen attraktiv wirkt, oder? Tut mir leid.
Aber glaubt mir, das ist es!

In einer hektischen Welt wie der heutigen, in der “Ich bin beschäftigt”, “Ich hab zu tun”, “Ich habe keine Zeit” die am meisten gesagten Sätze zu sein scheinen, ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass wir nie Zeit haben werden, außer wir nehmen sie uns.
Und wenn diese “Zeit für sich” ihrem Namen entsprechen und ihren Sinn erfüllen soll, dann sollten wir uns auch diese Zeit für uns nehmen.
Mit uns selbst Hand in Hand spazieren, mit uns reden, uns zuhören und all das in die Arme schließen, was wir eventuell vorfinden. Ja, das Schöne, das Hässliche, das Unperfekte, die Sehnsüchte, Wünsche, Träume, Hoffnungen, die Macken, die Eigenarten, das Wollen, das Verlangen, die Motivation, den Ehrgeiz, den Schmerz, die Freude, den Spaß, das Bekloppte. Alles.
Denn wir sind alle mehr als ein Adjektiv.
Und was wir alles sind, werden wir nie herausfinden, wenn wir uns nicht endlich die Zeit nehmen, die wir ja nie haben.

Was immer ihr euch für den Jahreswechsel vorgenommen habt, ich hoffe, ihr nehmt euch etwas Zeit, um über 2019 zu reflektieren und eure Wünsche für 2020 gen Himmel zu schicken ohne euch selbst unter Druck zu setzen und dass ihr sicher und gesund in der neuen Dekade ankommt, die so viel zu bieten hat.

Auf bald, meine Lieben.

ganz viel Liebe

xx

One thought on “#socialsaturday: Rückblick, Rückzug & Raum für Neues

  1. Pingback: #socialsaturday: Reflections & Resolutions | gina laventura

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