#randomramblings: Kühnheit, Kontemplation und Kreativität in der Krise

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#randomramblings: Kühnheit, Kontemplation und Kreativität in der Krise

Hey meine Lieben,

nein, heute gibt es keine #sundaystory*, sondern quasi einen Interimspost aufgrund der aktuellen Lage.
Die Situation ist grad nicht einfach, es fühlt sich an als stünde die Welt Kopf, vieles ist nicht mehr so, wie wir es kannten oder wie wir uns über Jahre, Jahrzehnte und gar unser ganzes Leben dran gewöhnt haben.
Ich werde es jetzt vermeiden das zu wiederholen, was eh jeden Tag in den Nachrichten gesagt wird und was man aus dem Freundes- und Bekanntenkreis hört, denn vermutlich ist ein jeder von uns schon von zu viel Information überflutet. Andererseits ist es auch nicht mein Ziel, hier einen auf heile, heile, Gänschen zu machen und so zu tun als sei alles eitel Sonnenschein und rosig. Ist es nicht.
Aber wer mir schon eine Weile folgt oder mich gar persönlich kennt, dürfte bemerkt haben, dass ich einen Hang zum Optimismus habe. Gern nenne ich ihn pragmatischen Optimismus.
Denn ein Freund sagte mir mal “So, Gina, jetzt haben wir eine Stunde über das Problem geredet, lass uns jetzt mindestens eine Stunde über die Lösung reden, das ist wesentlich sinnvoller.”
Worauf ich hinauswill ist, dass ich nicht alles beschönigen will, gar mit verblümter Ignoranz etwas daherschwafeln möchte. Das liegt mir fern.
Lösungen für die Situation hab ich keine. Aber ich würde gerne versuchen, meinen Beitrag zu leisten, um Licht zu verbreiten. Und mein Medium dafür könnt ihr euch denken.
Ich hoffe, der Text wird strukturierter als meine Gedanken es gerade sind und ich hoffe, ihr findet etwas darin, was euch einen inspirierenden Impuls gibt.

Es wird noch weitere Posts in meinen Kategorien #modelmonday, #writerswednesday, #freelancefriday, #socialsaturday geben, die speziell für diese Zeit der Krise geschrieben wurden.
Meldet euch gern für den Newsletter an, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Hier also ein paar Perspektiven, was wir vielleicht in dieser Zeit tun, von ihr lernen und aus ihr mitnehmen können.

Zeit
Jetzt sind wir bei dem Satz, den ich bereits in einem vorangegangenen Post geschrieben habe.
“Wir werden nie Zeit haben, außer wir nehmen sie uns.”
Viele haben sie nicht genommen, jetzt ist sie einfach da, gewollt oder ungewollt.

Und anstatt sich jetzt darauf zu verbeißen, dass eigentlich der Alltag ja so und so aussieht und man ja jetzt eigentlich gerade das und das täte und da und da wäre, hallo Konjunktiv, können wir es vielleicht pragmatischer und sinnvoller angehen.
Wie oft habt ihr sowas gesagt wie “Ach, wenn ich mal Zeit hätte, dann würde ich endlich mal diese olle quietschende Schranktür reparieren”? Wahlweise auch streichen, aufräumen, Hemden bügeln, die Holzmöbel mit Holzpolitur pflegen, Balkonpflanzen umtopfen oder sonstiges. Das sind produktive Dinge.
Aber natürlich hört man die Sätze auch auf persönliches bezogen “Ja, wenn ich die Zeit hätte, die Person XY hat, dann würde ich mir auch die Nägel machen und tausend Frisuren ausprobieren, aber ich muss ja im Gegensatz zu ihr…”. Oder auch “Ja, so viel Zeit wie der hat, kein Wunder, dass er das Spiel schon durchgezockt hat”, dieses oder jenes Buch gelesen hat, oder nehmt, was euch einfällt.
Ebenfalls beliebt “Wenn ich Zeit hätte und ich zuhause nicht so abgelenkt wäre, würde ich auch gern zuhause Sport machen.”
Der Faktor mit der Ablenkung ist sicherlich ein schwieriger, aber lasst mich versuchen, euch zu helfen. Ich bin weiß Gott kein Experte, aber als jemand, der viel im Home Office erledigt und sowieso eher zu den aktiven (manche sagen rastlosen) gehört, hab ich vielleicht ein paar Tricks für euch im Ärmel.

Wir sortieren oben genanntes:
– Produktives / Pragmatisches
– Spaß
– Weiterbildung
– Sport

Gerade, wenn man es nicht gewöhnt ist, daheim zu arbeiten oder sich auf beispielsweise Online-Kurse einzulassen, bieten die eigenen vier Wände viel zu viele Möglichkeiten, in einem perpetuum mobile zu enden.
Aber tendenziell kann es sinnvoll sein, zuerst das Äußere zu bearbeiten, um mögliche Ablenkungen zu eliminieren.
Also eben zuerst den Küchenschrank zu reparieren, die doofe Schublade endlich mal aufzuräumen, Lampen abzustauben, zu wischen, Hemden zu bügeln, etc. etc. etc.
Wie gesagt, man muss nur aufpassen, nicht in einer Schleife hängenzubleiben, denn während man Aufgabe A gerade bearbeitet, fallen einem nebst den noch gelisteten Aufgaben B und C meist noch mehr auf, meist bis Z durch und dann nochmal das ganze Alphabet mit A’ und so weiter.
Daher empfehle ich die Methode, die ich auch in meinem Video zum Thema Zeitmanagement und Organisation als IGTV auf Instagram und hier in einem meiner Blogposts benannt habe:
Nehmt eine Portion an Aufgaben, die ihr auch wirklich an einem Tag schaffen könnt und fangt mit denen an, die der groben Struktur schon mal Form verleihen.
Also bevor ihr anfangt, eure Waschmaschine minutiös mit Washytape aufzuhübschen, beginnt doch bitte erstmal beim Ausmisten und Wegwerfen, arbeitet euch dann, nachdem die Schubladen und Schränke wieder ordentlich sind zum großen Hausputz vor und widmet euch dann den Details. (Außer diese dienen euch als kreative Pause und ihr fühlt euch sicher genug, den Weg zurück zu dem was getan werden muss vs. was getan werden möchte, zu finden)

Weiterbildung ist natürlich auch ein produktiver und pragmatischer Weg, die Zeit zu verbringen.
Jetzt könnt ihr endlich die Sprache lernen, die ihr schon immer mal lernen wolltet oder das Fachbuch über Thema XY durchackern. Viele Anbieter verschenken momentan sogar kostenlose Kurse und e-books. #solidarität und so, also wenn euch Hörbücher, Sprachen oder auch DIY-Projekte im Haushalt oder sonst was interessiert, könnt ihr nun das Internet nach kostenlosen Materialien durchstöbern oder auch für kleines Geld einen Kurs von einem Experten buchen.
Dasselbe gilt für Sport. Viele Trainer, die eigene Apps haben, bieten auch ihre Kurse momentan kostenlos oder stark vergünstigt an, manche Fitnessstudios stellen kostenlos Youtube-Videos zur Verfügung, etc.
Und der Spaß, wie Spiele spielen, endlich mal wieder lesen oder entspannt Musik hören, soll natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Das größte Problem dürfte hierbei auch wieder in der Abwesenheit der vom Alltag diktierten Routine liegen. Versteh ich.
Aber, ich habe gute Neuigkeiten für euch: Ihr seid jetzt der Kapitän des Schiffes!
Ihr könnt euch selbst eine Routine bauen. Ist nicht so einfach, geb ich zu, dauert auch ja, und ja, viele argumentieren mit “Ja, dann hab ich eine neue Routine und dann ist alles vorbei und der Alltag kommt zurück. Wozu also?”
Jaaaaaa….nein! Zweite gute Nachricht: Ihr könnt sogar Dinge, die euch an eurer eigenen Routine gefallen, später mitnehmen und integrieren. 😉

Hier also der pragmatische Ansatz:
Schnappt euch mal ein großes Blatt Papier. Wir nehmen die Methode, die ich im oben genannten Video und Post verwende und wenden sie einfach auf diesen Fall hier an.
Wir schreiben alle Aufgaben auf, die, die getan werden müssen/sollten, die, die wir machen möchten und wir kategorisieren sie beispielsweise nach Arbeit, Spaß, Sport und Fortbildung. Einfach wild aufs Papier.
Auf gehts, alles einmal listen bitte, alles, was euch einfällt!

Fertig? Super!
Sieht jetzt vielleicht sehr viel aus.
Nehmt bitte ein zweites Blatt Papier und erstellt Listen mit den von euch gewünschten Kategorien. (Empfehlenswert ist auch sie bunt zu gestalten)
Und nun nehmt die Dinge, die ihr wild aufs Papier geschrieben habt und betrachtet sie einmal ordentlich.
Sagen wir, ihr habt Haushalt grün in eurer Liste stehen. Kringelt nun auf dem wilden Papier alles, was mit Haushalt zu tun hat, grün ein.
Und jetzt sortiert sie in die Liste, aber am besten nach einem logischen Prinzip. Wie oben beschrieben.
Macht es Sinn, erst den großen Hausputz zu veranstalten und dann die Schränke auszuräumen und auszumisten? Oder wäre es andersrum besser?
Versucht euch die Abläufe vorzustellen und so zu listen, dass der Ablauf Sinn macht und ihr nicht in drei Wochen eine Aufgabe sieben Mal gemacht habt und eine andere immer noch nicht erledigt habt, obwohl ihr eigentlich wolltet.
Das dauert. Macht mal.
Gut.
Jetzt verfahrt mit den anderen Kategorien genauso.

Super. Jetzt solltet ihr eine überschaubare Liste haben.
Wer mag, kann das nun in seinen Kalender eintragen oder nach Lust und Laune machen. Wenn ihr morgens aufsteht und vielleicht beim Frühstück oder ersten Kaffee denkt “Ah, heute ist ein guter Tag für Sport”, dann schnappt euch vielleicht eine Sache von eurer Sport-Liste. “Heut fühl ich mich weder kreativ noch sportlich, eigentlich will ich nur mit Freunden schnacken”. Okay. Macht das, ruft die Freunde an. Während ihr zum Beispiel den Kleiderschrank aufräumt. 😉 Außerdem können die Freunde euch vielleicht beim Entscheiden, welches Kleidungsstück weg kann und welches bleiben soll, helfen. Na, wie klingt das?

Ich persönlich bin ein Freund davon, aus verschiedenen Kategorien mindestens eine Sache zu wählen und diese dann zu kombinieren, verfahre aber auch oftmals, wenn möglich, nach dem “Wonach ist mir heute?”-Prinzip und wähle dann Dinge, die getan werden müssen und kombiniere sie mit etwas, was ich tun möchte und wonach mir ist.
Empfehlenswert ist es meiner Meinung nach, mindestens eine Sache zu wählen, die unter Muss fällt und mindestens eine Sache zu wählen, die unter möchte fällt.
Heißt, bevor ich sechs Dinge tu, auf die ich Bock hab, nehme ich wohl eher eine oder zwei, drei Sachen, die getan werden müssen und bearbeite sie zuerst. So habe ich Erfolg und Spaß an einem Tag.
Quasi das Ü-Ei der Erwachsenen 😀

Bevor dieser Post jetzt komplett ausartet, schmeiße ich hier mal ein paar Dinge, die man tun kann, in den Raum:

Haushalt & Co.
– Kleiderschrank ausmisten und aussortierte Kleidung spenden oder online verkaufen (was gutes tun oder sogar noch ein paar Groschen [ja, ich habe Groschen gesagt] verdienen)
– Ordnung in den Schränken machen
– waschen, bügeln, Möbel und Böden pflegen
– Lampen entstauben
– Fotos archivieren und alte Daten vom Computer aussortieren

Sport
– Online-Kurse oder Videos suchen oder die zur Verfügung stehenden Mittel nutzen und sich sportlich betätigen
– Wer sich nicht gut allein motivieren kann und vielleicht alleine wohnt, kann sich online Gruppen anschließen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt am Tag gemeinsam die Übungen machen
– Auch Konsolen mit entsprechenden Sport-Spielen eignen sich

Business (zu diesem Thema wird es noch einen gesonderten Post geben)
– Jetzt ist die Zeit, in der ihr eure Website überarbeiten könnt
– Ihr könnt – je nachdem, in welcher Branche ihr tätig seid – über alternative Wege für Vertrieb, Marketing und euer Angebot nachdenken
– Ihr könnt auch per E-Mail, Telefon und Co. versuchen, weiter Kunden zu akquirieren, auch wenn es in der aktuellen Situation schwierig sein kann
– Besondere Angebote für eure Kunden könnt ihr erstellen und auf den Plattformen, die ihr nutzt, verbreiten

Weiterbildung
– Endlich könnt ihr euch den DIY-Projekten widmen, die Bauteile für euer Palettenregal liegen doch schon seit Monaten in eurem Keller
– Etwas neues lernen, eine Sprache, kochen, sich selbst die Haare zu schneiden, Maniküre daheim, Zeichnen, was auch immer euch interessiert und ihr immer schon mal lernen wolltet

Spaß & Entspannung
– Einen langen Spaziergang durch die Natur machen und dem Wind und den Vögeln lauschen
– Lesen
– Hörbücher hören
– Endlich mal den Film / die Serie schauen, die ihr schon so lang sehen wolltet
– Mit Freunden telefonieren
– Analog mit den Mitbewohnern, dem Partner, der Familie Spiele spielen oder online mit Freunden etwas spielen
– Geburtstagsgeschenke basteln (besonders für diejenigen, die ihren Geburtstag aufgrund der Krise nicht feiern können, hallo, ihr lieben Widder, keine Sorge, Partys kann man nachholen, aufgeschoben ist nicht aufgehoben und man muss die Feste feiern, wie sie fallen 😉 )
– Meditation / Entspannungsübungen
– durch die Wohnung tanzen

Das ist nur eine kleine Auswahl, aber vielleicht sind da ja ein paar Impulse bei, die euch selbst zum Nachdenken anregen. Ich hoffe es.
Teilt gern eure eigenen Ideen und Tipps hier in den Kommentaren. Inspiration durch Kommunikation. Sharing is caring.

Und nun stellt euch Folgendes vor:
Wie wäre es wohl, wenn wir von dieser Situation lernen und etwas mitnehmen?
Wenn wir, wenn die Wogen sich geglättet haben, trainierter, ruhiger, wissender und mit vielen Dingen, die wir gelernt und gemacht haben all unsere Lieben wieder treffen und wir sie in unser neu gestaltetes und aufgeräumtes Heim einladen und dann Stunde um Stunde uns darüber austauschen, was wir alles gemacht, gelernt und mitgenommen haben?

Versteht mich nicht falsch, ich weiß, es ist schwer, besonders für Familien mit Kindern, die jetzt auch noch Home Office machen müssen und dies absolut nicht gewöhnt sind. Für die, die weiterhin mit Sorge arbeiten gehen müssen. Für die Pflegekräfte, die Ärzte, die Einzelhändler, die Paketzusteller und Handwerker, die Landwirte und all die kleinen und mittelständischen Unternehmen und Selbstständigen, die sich mit großen Sorgen konfrontiert sehen.
Ich seh euch und ihr seid mutig. Wahre Helden. Mein Dank und Respekt gebührt euch und ich denke an euch!
Aber vielleicht findet auch ihr hier drin etwas, das eurer sorgenvollen Seele einen Lichtblick und etwas Ruhe schenkt.
Sorgenfrei bin ich auch nicht, aber ich entscheide mich bewusst für die Hoffnung und den Optimismus.
Und teile sie mit euch. Ich hoffe, ihr breitet die Arme aus und nehmt sie an.

Passt auf euch auf, bleibt zuhause, bleibt gesund.

xx

Gina.

*die #sundaystory wird leider aussetzen müssen und die nächste Runde wird erst nach Publikation meines neuen Buches gespielt. Ich brauche momentan meine Ressourcen, um mein Business am Laufen und den kreativen Fluss am Fließen zu halten. Ich bitte um euer Verständnis.

One thought on “#randomramblings: Kühnheit, Kontemplation und Kreativität in der Krise

  1. Pingback: #randomramblings: Courage, Contemplation and Creativity during Crisis | gina laventura

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