#freelancefriday & #socialsaturday: Wir müssen reden!

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Hey meine Lieben,

wir müssen reden! Nehmt das hier als den #freelancefriday und gleichzeitig den #socialsaturday Post, denn es geht um Arbeit und es geht um Gesellschaft. Beides miteinander verwoben.

Nachdem ich Till Brönners Video auf Instagram gesehen und es geteilt habe und daraufhin eine lange und interessante Konversation mit einer Bekannten hatte (vielen Dank an dieser Stelle, Miss K.K.), ist mir bewusst geworden, dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen. Ich habe mich zwar schon in einem anderen Post zu den Herausforderungen des selbstständigen Daseins geäußert, eigentlich auch relativ direkt wie ich finde – Zitat: “Jeder Tag, an dem ich nicht arbeiten gehe, ist ein Tag, an dem ich kein Geld verdiene.” –, aber das hier geht noch weiter.

Also schnappt euch mal einen Tee oder Kaffee und setzt euch. Denn das hier ist wichtig.

Dass diese weltweite Krisensituation aufgrund der Pandemie jeden betrifft, ist sicherlich eine Tatsache, die ich nicht explizit erwähnen muss. Dass es Länder gibt, die wesentlich mehr leiden als wir hier im schönen Deutschland, respektive Europa, auch das ist uns (hoffentlich) allen bewusst. Dennoch und nichtsdestotrotz gibt es ein paar Dinge, die Aufmerksamkeit bedürfen.

November – Lockdown Light sozusagen. Light… Für Gastronomen, Kulturschaffende, Kreative, Soloselbstständige und Freiberufler, die gesamte Event- und Unterhaltungsbranche und den mittelständischen Einzelhandel, der vielleicht nicht über einen florierenden Onlineshop verfügt, sicherlich alles andere als leicht.

Zum zweiten Mal rollt eine Welle über uns, die unaufhaltsam alles mitreißt, was nicht in der ein paar Monate weilenden Pause zum Luftholen wieder festgezurrt und verankert wurde. Viele Kneipiers, Hotelbetreiber und Gastronomen befürchten, dieses Mal nicht standhalten zu können. Ihr Lebenswerk dicht machen zu müssen. Viele Musiker, Autoren, Künstler, Theaterensembles, und weitere, die auf Touren, Lesungen, Auftritte, ja auf öffentliches Leben angewiesen sind, bangen um ihre Existenz.

Nein, das hier ist kein Aufschrei gegen Maskenpflicht und Hygieneregeln. Im Gegenteil. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die am meisten zu schützenden auch zu schützen.

Aber das hier ist ein Aufruf, da zu unterstützen, wo wir können. Und wir können. Wenn wir wollen.

Uns jetzt zurückzulehnen mit “Ja, was sollen wir da nur machen”, hilft keinem weiter. Wir haben Chancen. Kleine. Aber ein kleiner Stein im Wasser kann auch konzentrische Kreise schlagen.

Wenn ihr also nun meint, okay, Gina, was willst du jetzt, wie sollen wir denn helfen? Ich sag es euch.

Wenn ihr normalerweise jeden Sonntag mit der Familie bei eurem Lieblingsitaliener essen geht, dann behaltet es bei und bestellt jeden Sonntag bei Luigi, weil Luigi das braucht! Sch**ß mal auf Lieferdienst-Apps, bei denen er nicht gelistet ist. Bestellt bei ihm. Überwindet die Faulheit, mit drei Daumenklicks eine Alternative bei einer Kette gefunden zu haben, die mehr Rücklagen hat als Luigi sich je erträumen könnte. Danke.

Wenn ihr grad traurig seid, weil ihr nicht auf das Konzert eurer Lieblingsband könnt, dann kauft CDs, Vinyl, T-Shirts, Merch und beweist, dass diese Band eure Lieblingsband ist. Oder falls sie ein Online-Konzert mit Ticketverkauf starten, kauft ein Ticket. Ihr hättet das Geld auf dem Konzert ja eh gelassen.

Ich hör euch schon, ja aber wir bangen auch, wir müssen jetzt auch mehr aufs Geld achten. Ja, habt ihr recht. Sinnvoll. Guter Punkt. Aber kurze Rechnung und ich bin in Mathe echt schlecht: Wenn ihr für 80€ als Beispiel aufs Konzert gegangen wärt, nun das Geld zurückbekommen habt und es nicht in ein Onlineticket investieren wollt, aber eine Schallplatte oder ein T-Shirt für sagen wir 30€ erwerben könnt, dann sind das 50€ in eurer Tasche und 30€ bei Künstlern, die grad am abkacken sind und sicherlich schon länger nicht mehr vernünftig schlafen. Außer sie haben enorm viel Whiskey, Wein und Gin gebunkert.

Ihr liebt einen bestimmten PoetrySlammer, aber Slams sind abgesagt? Ich mach ne Wette, er hat Live-Aufzeichnungen auf CD oder Bücher geschrieben. Die 8€, die ihr für Eintritt gezahlt hättet, investiert sie, indem ihr das Buch kauft. Ja, aber das kostet mehr als der Eintritt. Sorry, ich hab die Brezel und das Bier, das ihr auf dem Slam verzehrt hättet und das Busticket/Spritgeld/Parkgeld nicht dazu gerechnet 😉 wir nähern uns trotz Mathedefizit denke ich dem, worauf ich hinaus will.

Um Himmels Willen, nein, bitte, wenn ihr grad selbst auf Messers Schneide steht, bitte investiert nicht euren letzten Knopf, um anderen zu helfen, dann helft euch bitte erst selbst. Denn nur wenn ihr habt, könnt ihr geben. Aber wenn ihr ein bisschen was habt, dann gebt, denn wisst ihr was? Das kann Existenzen retten! Was, die schnöden 8€ sollen etwas ändern? Ja man, denn wenn 100 Leute sagen, meine 8€ ändern nichts, dann sind das 800€, die nichts verändern können.

Aber wisst ihr was? Selbst wenn ihr nicht einen Cent ausgeben könnt, könnt ihr unterstützen. Wie? Indem ihr eure Social-Media-Kanäle zum Teilen von Inhalten eurer Lieblingskünstler nutzt. Jetzt sagt ihr, ja aber Gina, ich hab doch nur 20 Follower, was soll das bringen. Ich sag es nochmal: Kon.zen.tri.sche..Krei.se, meine Freunde. Wenn einer eurer Follower auf dem Profil des Künstlers landet, vielleicht mal durchscrollt und interessante Inhalte findet, diese wieder teilt, etc. pp., sind wir beim berühmt berüchtigten Schneeballeffekt und ihr habt gar keine Ahnung, was für einen Unterschied das machen kann. Und, ich mein, tut es euch weh? Es kostet keinen Cent, nur drei Daumenklicks beim Sch… äh, Zähneputzen. Im Vergleich zu den Unmengen kostenloser Inhalte, die die Soloselbstständigen, Künstler & Co. euch zur Verfügung stellen, ist das ein minimaler Aufwand, der aber unter Umständen große Wirkung zeigen kann.

Wenn ihr nun sagt, ja aber Moment, die ganzen kostenlosen Inhalte, die wir bekommen, dazu sind die ja alle gar nicht verpflichtet, das gehört ja zu deren Marketing, dann müssen wir hier mal eins klarstellen: Nein, sie müssen das nicht tun. Sie tun das aus Überzeugung. Und aus Marketing, klar. Aber zumeist wohl aus Überzeugung. Weil sie etwas zu sagen haben. Und es teilen wollen. Weil sie überzeugt sind, dass da etwas drin ist, was anderen helfen kann, etwas geben kann. Und sie verlangen selten etwas zurück. Weil oftmals ein “Bitte unterstützt mich in dieser Zeit und kauft mein Album/mein Buch” schon fast wie Betteln eines Bittstellers herüberkommt. Wobei es einfach nur eine Bitte ist. Und wer vorher kostenlose Inhalte en masse konsumiert hat und nun abschätzig die Nase rümpft, wenn ein Künstler beispielsweise eine solche Bitte äußert und ihn erbärmlich oder Bettler nennt, der möge bitte nun mein virtuelles Wohnzimmer verlassen. Merci.

Kocht euch mal n zweiten Kaffee oder brüht einen weiteren Tee auf. Wir sind noch nicht am Ende.

Wir müssen auch über Weihnachten reden. Mal abgesehen davon, dass es zum jetzigen Zeitpunkt fraglich ist, wie genau unsere Familienfeiern aussehen werden, würde ich gern beim Thema bleiben und mit euch über Geschenke sprechen.

Auch hier mein Appell: Bitte denkt und kauft und investiert sinnig. Wenn ihr normalerweise am ersten Weihnachtstag bei Luigi die Scampi al Forno essen geht, dann bestellt sie dieses Jahr nach Hause. Wenn das Familienfotoshooting, das ihr so gern verschenken wolltet, dieses Jahr nicht umsetzbar ist, kauft bitte einen Gutschein bei dem Fotografen/der Fotografin. Wenn ihr selbst nicht super begabt in DIY-Projekten seid und nicht unbedingt einen Nachttisch selber zimmern könnt, dann durchstöbert etsy oder sonstige Plattformen oder schaut bei eurem lokalen Tischler vorbei, der sich diesen Wünschen in professioneller Weise annehmen kann.

Ich bitte oder dränge euch nicht, mehr Geld zu investieren als geplant, schreibe keine Spendenaufrufe für all die Miseren dieser Welt, denn wenn es danach ginge, könnte mein Herz jeden Tag bluten und ein jeder von uns könnte für das Wohl der Welt oder zumindest für eine kleine Linderung sein ganzes Gehalt plus alles Ersparte spenden. Ich bitte euch lediglich bei den Investitionen, die ihr eh tätigen wolltet, zu schauen, ob es nicht Alternativen gibt, bei denen ihr Menschen, die grad wirklich in der Patsche stecken, helfen könnt besser über die Runden zu kommen, anstatt es großen Konzernen in den Rachen zu werfen, die einmal schlucken, genüßlich rülpsen und sich zufrieden zurücklehnen, weil sie wissen, dass es für sie ein Morgen geben wird. Anders als viele der Kleinunternehmer, Selbstständigen und Mittelständler. Ja, vielleicht kostet der Kalender der Einzelunternehmerin 3€ mehr, aber diese 3€ sind gut investiert, glaubt mir. Und wenn sie nur für das Pfund Kaffee sind, das sie morgens aus dem Bett kommen lässt, um euren Kalender herzustellen und mit individuellem Touch zu verzieren.

Und wer nun sagt, tja, der oder diejenige hätte sich das vorher überlegen sollen und eben nicht Selbstständige*r oder Künstler*in werden sollen, den bitte ich nochmal in sich zu gehen. Der eine wird Krankenschwester aus Überzeugung, was eine Festanstellung mit sich bringt, der andere steigt ins Familienunternehmer ein und vertreibt Produkte, weil er die Familientradition aufrechterhalten will, und kann sich selbst ein monatliches Gehalt zahlen, der nächste wird Musiker, Autor, Fotograf aus Überzeugung und Leidenschaft, um der Gesellschaft einen kulturellen Mehrwert zu bieten. Und diese Branche ist zumeist weit entfernt von Festanstellungen und geregeltem Einkommen.

Und ich frage euch: Wie sähe euer Leben aus ohne die Bücher, die ihr gelesen habt? Ohne die Fotografien von Landschaften, die eure Träume beflügeln und euch an andere Orte bringen? Ohne die Musik, die euch durch den letzten Liebeskummer oder den großen Moment eures Lebens begleitet hat? Ohne das handgemachte, mittlerweile zerknitterte Lesezeichen, das ihr von Omi geschenkt bekommen habt? Ohne die handgemalte Postkarte, die eure Freundin von einem Künstler erworben und mit dem schönsten Zitat eures Lieblingsautoren verziert hat, welche euch immer an die Tiefe eurer Freundschaft erinnert?

Wenn irgendwas davon einen Gedanken an ein bestimmtes Lied oder eine bestimmte Sache geweckt hat und ihr wollt, dass all das auch “danach” (wann immer das sein und wie immer es aussehen wird) noch möglich ist, dann bitte ich euch inständig: Beginnt, wo ihr seid, benutzt, was ihr habt und tut, was ihr könnt.

Und wenn es nur das Teilen eines Inhalts ist.

Konzentrische Kreise.

mit Liebe, Hoffnung und Dankbarkeit im Herzen

Gina.

PS: Ich werde mich hierzu auch nochmal auf dem Balkon räuspern. Haltet also gern die Augen offen.

Beat im Ruhrgebiet – Funkhaus Europa Odyssee 2015 –


Banda Senderos

Es ist warm und sonnig in der Parkstraße.
Wie weit ist es wohl noch bis zur Freilichtbühne? Muss ich noch mal irgendwo abbiegen? Wie kann es überhaupt sein, dass ich hier aufgewachsen bin, aber noch nie dort war?
Während mir solche und weitere Gedanken durch den Kopf schwirren, weisen mir die gut gelaunt pilgernden Menschen jeden Alters, Sonnenbrille im Haar und Bier in der Hand, den Weg.
Ein dumpfer Bass beginnt meinen Brustkorb zu füllen, dann folgt der Rhythmus, der meinen Gang noch etwas beschwingter werden lässt. Die Sonne, die mein Gesicht wärmt und die nun immer lauter werdenden Latino-Rhythmen lassen eine vage Idee von Urlaub im Süden, einen Hauch von Ferien und Sorglosigkeit aufkommen.
Als ich den Eingang erreiche, muss ich mich zwischen der Schlange für die Wertmarken und den Grüppchen am Bierstand hindurchlavieren, um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Die Ränge der Amphitheater ähnlich aufgebauten Freilichtbühne sind mäßig gefüllt, aber vor der Bühne, direkt hautnah vor der Band haben sich bereits mehrere Menschen eingefunden und schwingen unbeschwert die Hüften zum Takt der Banda Senderos.
Ich bin neugierig und die Musik zieht magisch an, also schreite ich die breiten Steinstufen hinunter zur Bühne und lasse immer wieder meinen Blick schweifen. Am Rande stehen Fotografen, die das Geschehen mit großen Kameras festhalten, das Klientel in den Rängen breit gefächert und bunt gemischt, von fünf bis fünfundsiebzig alles mit dabei und alle haben sie eins gemeinsam: Ein Lächeln im Gesicht und das – mal mehr mal weniger auffällige – rhythmische Wippen zur Musik.
Ich erreiche die Menge vor der Bühne und kann endlich die Jungs der Band auch deutlich erkennen. In jeder Bewegung, jeder Note, jedem Takt spürt man die Leidenschaft, die von Lied zu Lied das Publikum immer mehr ansteckt, sodass sich nach und nach immer mehr Menschen vor der Bühne versammeln und tanzen, was das Zeug hält. Drei Frauen mittleren Alters, die scheinbar alle allein gekommen sind, in weiten Hosen mit Stickerei lassen sich zur Musik gehen, eine Frau mit raspelkurzen grauen Haaren, modischer Brille und Jeanskleid wird von ihrem Tanzpartner schwungvoll auf die inoffiziell als solche deklarierte Tanzfläche gezogen und für einen Mann mit Schiebermütze scheinen wir alle gar nicht mehr zu existieren, es gibt nur ihn und die Musik. Vor mir eine Gruppe von jungen Frauen, Mitte zwanzig, von der die Hälfte kurzerhand beschlossen hat, barfuß tanze es sich besser und zwar bis die Sohlen schwarz sind, schräg hinter ihnen eine Gruppe von jungen Männern mit Bandanas und in Rockerkluft, die sich synchron genüsslich einen ordentlich Hieb Bier gönnen und vergnügt in die Menge schauen.
Die Atmosphäre sorgt für pure Entspannung und das Urlaubsgefühl stellt sich wieder ein, diesmal mit größerer Intensität.
Diesen Gedanken scheint auch einer der Sänger gehabt zu haben, denn dieser nimmt einen riesengroßen Luftballon in Form eines Globus und fragt eine Dame aus der ersten Reihe, wo sie denn gerade gerne hinreisen würde. Er dreht den Ballon und sie tippt auf Südamerika und während seine Bandkollegen sich bereit machen, um das nächste Lied im lateinamerikanischen Stil anzustimmen, versäumt er es nicht, sinngemäß zu sagen “Urlaub ist da, wo wir gerade sind”. Dann spielt er den federleichten Globus in die Menge und die Weltkugel wandert durch die tanzende Menschenmenge.

“Urlaub ist überall da, wo man gerade ist”

Einer der Gäste scheint so in Schwung gekommen zu sein, dass er kurzerhand – nach kurzem Austausch von Handgesten mit anderen Gästen im Publikum – beschließt, sich vom Rand der Bühne in die Menge zu Stürzen. Die Menge tobt und applaudiert, während der Gast auf den Händen der anderen über die Köpfe der Masse schwebt. Einer der Fotografen, die zunächst noch am Rand standen, ist direkt zur Stelle und hält den Moment fest. Vielleicht für die Ewigkeit. Der mutige Gast zumindest kann nun Crowd-Diving von seiner Bucket-List streichen und wer weiss, vielleicht hat er den ein oder anderen dazu inspiriert, beim nächsten Konzert das Gleiche zu wagen. Nicht denken, einfach machen. Nicht denken, tanzen.

Währenddessen in Wattenscheid

Nachdem sich die Ränge und auch die Fläche vor der Bühne mehr und mehr gefüllt haben und die Band eine wirklich ansteckende und großartige Performance abgeliefert hat, wissen wir, dass ihr Auftritt gleich vorbei sein wird, da die Bandmitglieder alle vorgestellt werden.
Aber so einfach macht das Publikum es den Essener Jungs nicht, denn dieses fordert vehement eine Zugabe, die es auch bekommt.
Es folgt eine Pause, in der sich neu geknüpfte Bekanntschaften und wiedergefundene Freunde auf den Sitzflächen niederlassen und austauschen, nicht aber ohne sich erneut Wertmarken zu besorgen und vorher noch ein Mal mit Getränken, Pommes oder Wurst zu versorgen. Kulinarisch gesehen bleibt der Pott dann eben doch Pott. Und gerade diese Mischung, wie sie auch im Gesang der Banda Senderos zum Ausdruck kommt, macht diese Stimmung und Atmosphäre zu etwas ganz Besonderem. Daheim und gleichzeitig im Urlaub, nah und doch fern, Meltingpot im Pott, globales Wattenscheid.
So global und doch so lokal, dass mich plötzlich ein neugieriger Blick, ein zögerndes Winken und dann ein breites Grinsen anspringt, als ich ein paar Freundinnen treffe, die ich Jahre nicht gesehen habe. Gemeinsam versorgen wir uns mit Getränken und suchen uns einen guten Platz recht am Rande der Tanzfläche bevor Doctor Krapula die Bühne betritt. Die Band aus Bogotá überzeugt mit einer tanzbaren Rock-Pop-Punk-Mischung, deren Texte wohl politisch ausgerichtet sind und in einem Artikel sogar als “tanzbarer Protest” bezeichnet wird, doch meine Spanischkenntnisse beschränken sich vornehmlich auf “no hablo espagñol”. Ebenso setzt sich die Band für die Rettung des Amazonasgebiets ein und so schlägt die Kunst mal wieder eine Brücke zu der sozialen und politischen Umgebung.
Das Publikum ist nach wie vor in Bewegung, animiert durch die einprägsamen Klänge und egal, ob man nun Spanisch spricht oder nicht, kaum jemand kann sich des Tanzdrangs erwehren.


Doctor Krapula
Um kurz vor zehn dann das spektakuläre Finale, bei dem Banda Senderos und Doctor Krapula gemeinsam dem Publikum ein letztes Mal einheizen und durch großen Applaus verabschiedet werden.
Die Gäste trotten die Stufen des Amphitheaters hinauf, Pfandrückgabe, ein kleiner Schnack hier, ein letzter kleiner Tanz da, bevor der Schwarm auf die Parkstraße gespült wird und die Wege sich trennen.
Grüppchenweise zerstreut sich die Masse, alle warm, euphorisch, lachend, immer noch tanzend, obwohl die Musik bereits verstummt ist.

Diese Woche geht es dann weiter bei der Funkhaus Europa Odyssee mit Bukahara und Riders Connection, mal sehen, wie das wird.