#writerswednesday: Inspirationen, Musen und Impulse

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#writerswednesday: inspirationen, musen und impulse

Hey, meine Lieben,

eine der Fragen, die mir oft gestellt werden, ist folgende:
“Was inspiriert dich?”
oder auch
“Wo findest du Inspiration, wenn du dich absolut nicht kreativ fühlst?”

Dem Klischee folgend, müsste ich nun sagen: Ich finde in allem Inspiration, die Welt ist voller Wunder, wenn du nur die Augen öffnest.

Und auch wenn da eine tiefe Wahrheit drin liegt, bin ich nicht klischeehaft genug, um es einfach so, ohne weitere Informationen dabei zu belassen.
Außerdem denke ich, dass es an der Zeit ist, denjenigen Wertschätzung entgegenzubringen, die die Inspiration entzünden, die mich zum Schreiben bringt.

Also ja, dieses Leben, diese Welt bietet allerhand, aus dem man Inspiration ziehen kann, angefangen von einem frischen Wind am Morgen, der Gerüche mit sich trägt, die das Gedächtnis bewegen und dafür sorgen, dass man an einen bestimmten Menschen oder Moment aus seiner Kindheit denkt, worüber man dann reflektiert. Die Katze, die elegant aufs Sofa springt und die man beobachtet und von der man lernt. Es kann das Wetter sein, eine Blume, die Nachrichten, etwas, was man sieht, hört, berührt oder mit einem oder vielen seiner Sinne wahrnimmt.
Die Liste würde tatsächlich seeeeehr seeehr lang werden und das menschliche Gehirn ist komplex genug, um dafür zu sorgen, dass man oftmals gar nicht mehr so genau weiß, woher denn nun dieser inspirierende Impuls kam, wisst ihr.
Aber manchmal kann man auch sehr genau bestimmen, woher die Inspiration kam.
Und ich würde sagen, es gibt bestimmte Aspekte, die in mehr oder minder regelmäßigen Abständen die kreativen Ecken des Gehirns durchströmen.
Unter anderem:
* Menschen
* aufgeschnappte Gespräche und Gesprächsfetzen
* Emotionen
* Umgebungen
* gesellschaftliche Beobachtungen

Gehen wir der Reihe nach vor: Menschen

Es gibt Menschen, die mit ihrer Weltanschauung, Einstellung, ihrer physischen Präsenz und ihrer Aura einfach dafür sorgen, dass man abrupt alles stehen und liegen lässt, was man gerade tut und die einen in eine Sphäre voller Ideen und Kreativität ziehen. Man will einfach nur zuhören, beobachten, ja man will sie einatmen, ein Stück davon sich einverleiben, diese Energie verschlingen.
Es gibt diese Ansicht, Kreative seien wie Vampire, die die kreative Energie aus ihrer Umgebung und den Menschen saugen.
Oder diese Pullis mit dem Aufdruck “Vorsicht, du könntest in meinem Roman landen” (Ich gestehe: Ich wollte immer einen davon haben, haha)
Und es ist tatsächlich nicht zu weit hergeholt, dass wir oft aus dem Zusammentreffen und dem Austausch mit anderen Inspiration ziehen.
Was mir an dieser Vampir-Idee missfällt, ist der Eindruck, dass wir die anderen etwas berauben würden, ihnen etwas wegnehmen würden. Also ja, tun wir, irgendwie, aber ich persönlich versuche zu vermeiden, einen leeren Tisch zu hinterlassen. Deswegen bemühe ich mich immer sicherzustellen, dass ich genügend selbst mitbringe, damit es ein fruchtvoller und beidseitig inspirierender Austausch für beide Parteien wird.
Ich möchte diesen Moment hier gern nutzen, um meine Dankbarkeit gegenüber den Menschen auszudrücken, die ich treffen durfte und die meine Gedanken und mein Gemüt bewegt haben, mich zum Nachdenken brachten und dafür sorgten, dass ich in kreativer Ekstase explodierte.
Ich bin dankbar und ich will, dass ihr wisst, dass ihr etwas besonderes seid.

Kleiner Exkurs:
Oftmals gibt es zwei Typen von Menschen: Diejenigen, die denken, dass das, was sie mit an den Tisch bringen niemals für eine Inspiration reichen würde. Und jene, die denken, sie seien so inspirierend, dass man bereits ein komplettes Buch für sie verfasst haben müsse.
Lasst mich euch was sagen: An diejenigen, die denken, es reiche nicht: Wenn ein Künstler euch ein Gedicht, einen Text, ein Bild sendet, das ihr inspiriert habt oder was durch eine Interaktion mit euch erst den nötigen Zündstoff bekommen hat, wertet es nicht als Kompliment. Wertet es als Ausdruck der Wahrheit, dass ihr besonders seid, dass ihr inspiriert und dass ihr vermutlich mehr Kraft in euch tragt als euch gerade bewusst ist.
An jene, die denken, sie verströmten so viele großartige Impulse: Wenn ihr die Werke eines Künstlers, den ihr getroffen habt, anschaut, hört doch bitte auf euch ständig in jedes winzige Detail selbst hineinzulesen und für euch zu beanspruchen, ja? Das führt nur zu Frustration, wenn sich herausstellt, dass nicht ihr sondern jemand anders es war, der den Künstler zu diesem Werk inspirierte. Und wenn ihr jemals einen Künstler inspiriert, dann seid euch bitte bewusst, dass das etwas besonderes ist.
Tut mir leid, wenn ich das hier mal kurz anführen musste, aber manchmal macht mich diese Arroganz wahnsinnig. Außerdem tut sich dadurch auch eine weitere Frage auf:
Würdet ihr auch ein Werk für euch beanspruchen, wenn es hässlich, roh, rau, gemein und schmerzhaft ist?
Jeder will die Blumen und die bezaubernden Blüten der Schönheit, aber wisst ihr was? Selbst wenn ihr ein kritisches, gemeines Gedicht voller Schmerz lest, das ihr inspiriert habt, dann ist es immer noch etwas besonderes, vielleicht eine Ehre, weil ihr die Gefühle des Künstlers so sehr berühren konntet, dass er darüber geschrieben hat.
(Ich weiß, klingt seltsam, aber nehmt euch mal einen Moment Zeit, um darüber zu reflektieren)

Zurück zur Dankbarkeit: Gibt es bestimmte Menschen, zu denen man immer gehen und sicher sein kann, dass man mit neuen Ideen nach Hause geht?
Ja und Nein.
Es gibt Leute, die die Tendenz haben, einen wieder und wieder zu inspirieren. Das sind die Menschen, die ich Muse nennen würde. Und ich bin mehr als dankbar, dass ich die Chance hatte, solche Menschen zu treffen.
Nicht viele, einen bestimmten, aber es ist ein sehr wertvoller Schatz, den ich besonders schätze.
Aber ich käme nicht auf die Idee, diese Person für den reinen Zweck der Inspiration auszunutzen.
Entweder kommt es natürlich oder eben nicht.
Zumindest ist das meine Einstellung dazu. Und es hat auch mit der Verbindung zur Muse zu tun, dass man sie schätzt und respektiert, indem man sie nicht ausquetscht wie eine Zitrone.

Bedeutet das nun, dass wenn enge Freunde von mir mich nicht zu einem Gedicht oder Text inspirieren, ich sie weniger liebe?
Ganz klar: Ja, natürlich! Wozu sind sie gut, wenn sie keine Eingebungen liefern?!
Ich mache selbstverständlich nur Spaß. Natürlich sagt die Anzahl an Gedichten, die ich für, über oder an euch schreibe etwas über unsere Verbindung aus, aber es sagt nicht unbedingt etwas über die Intensität der Liebe, die ich für euch oder andere empfinde, aus.
Es gibt Millionen Gründe und Milliarden Arten jemanden zu lieben, und ja, es ist eine spezielle Verbindung, die man mit seiner Muse hat, aber nichts davon “stiehlt” die Liebe aus meinem Herzen für Leute, für die ich noch nie etwas geschrieben habe.
So wie man sagt “Die Schönheit einer anderen Frau, nimmt dir nicht deine weg” oder wie auch immer dieser Spruch im Original exakt heißt, so ist es auch mit der Inspiration.
Es gibt also keinen Grund, sich in einem Wettbewerb zu ereifern oder sich mit anderen Leute, die Werke inspiriert haben, zu vergleichen.
Da werden Prozesse in Gang gesetzt, die der Künstler selbst manchmal gar nicht im Detail beschreiben kann. Es ist. Einfach so. Es ist.
Nichtsdestotrotz sollte man es nicht als selbstverständlich hinnehmen, wenn einem ein Werk gewidmet wird, auf der anderen Seite sollte man es ebenfalls nicht persönlich nehmen, wenn es nur eins oder kein Werk gibt, das man selbst inspiriert hat.
Das bedeutet nicht, dass ihr keine Bedeutung habt und vor allem bedeutet es nicht, dass ihr nicht geliebt seid.

Es gibt diese Aussage, man kann von jedem lernen, zur Not wie man nicht sein oder es nicht machen will.
Dementsprechend kann Inspiration sowohl aus den “positiven” als auch den “negativen” Erlebnissen und Begegnungen gezogen werden.
Aber oftmals bevorzugen wir natürlich das gute und positive Gefühl des Wortes Inspiration, als dass wir die Möglichkeit in Erwägung ziehen wollen, dass Momente und Menschen, die uns nicht ein Gefühl von einem Leben voller honigsüßer Milch vermitteln, ebenfalls zu Kreativität führen können.
Aber lasst mich euch was verraten: De Profundis von Oscar Wilde wäre niemals geschrieben worden, wäre er nicht von jemandem, den er geliebt und als Partner betrachtet hat, verraten und verkauft worden.
Heißt das nun, dass wir Leiden und Schmerz suchen sollten, um ein großartiger Künstler wie Oscar zu werden?
Naja, wir könnten darüber diskutieren und ich hab dazu echt viele Gedanken, aber ich denke dazu eignet sich ein separater Post oder ein anderes Format besser.
Wollt ihr darüber reden? Also meine Antwort ist ja.

Damit dieser Post nun aber nicht zu lang wird, empfehle ich euch, mich auf meinem Balkon zu besuchen, damit wir da dieses Gespräch fortführen können.
Ich sag Bescheid, wenn der Gedankenwust dort seinen Ausdruck findet.

Wie seht ihr das? Was ist eure Meinung?
Was inspiriert euch? Was inspiriert euch an Menschen?
Könnt ihr es wirklich auf den Punkt bringen und an bestimmten Charakterzügen, Ausdrücken und Bewegungen festmachen, was euch inspiriert?
Teilt eure Gedanken mit mir in den Kommentaren.

Auf bald, meine Lieben

xx

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#modelmonday: Der Karneval der Charaktere

#modelmonday: Der Karneval der Charaktere

Helau und Alaaf, meine Lieben!

Eigentlich war für diesen #modelmonday ein anderes Thema vorgesehen, aber da heute Rosenmontag ist, habe ich mich spontan umentschlossen.
Wer seid ihr heute? Als was habt ihr euch verkleidet?

Gina, wenn du ein Fotoshooting planst und umsetzt, fühlst du dich dann verkleidet?
Bist du dann auch jemand für den Moment, der du eigentlich nicht bist?
Ist Modeln wie Rosenmontag, nur vor der Kamera?

Ich persönlich würde meine Arbeit vor der Kamera nicht mit Rosenmontag gleichsetzen, aber ich kann definitiv bestätigen, dass ich mich bei einigen Fotoshootings verkleidet gefühlt habe, bzw. wie eine Schauspielerin, die die Rolle eines fremden Charakters einnimmt.

dw-foto-art
justyhmakeup

Allerdings ist es in den meisten Fällen für mich persönlich doch eher so, dass ich durch das Modeln meine eigenen Facetten besser kennengelernt hab.
Ich denke, die Befürchtung einer jeden Mutter, wenn das Töchterchen (oder auch der Sohn) sagt “Mama, ich werd Model!” geht so in die Richtung “Oh nein, sie wird oberflächlich werden, sich nur noch mit anderen vergleichen, drei Mal am Tag ihre Maße nehmen und nur noch in O-Saft getränkte Wattebäuschchen zu sich nehmen!”. Ergo: Panik!
Diese Befürchtungen möchte ich hiermit auch keineswegs herunterspielen, da sie leider leider oftmals berechtigt sind und das Alter, in dem viele Mädels (und auch Jungs) mit dem Modeln beginnen, ist oftmals eins, in dem der Charakter und das Selbstbewusstsein nicht so gefestigt ist, dass man dem Vergleichswahn, dem Konkurrenzkampf und den vielen Absagen standhalten kann, ohne es auf sich persönlich und den eigenen Körper zu beziehen.
Allerdings kann man auch sagen, dass die Kids (Teens, Twens) dazu nicht unbedingt ins Modelbusiness einsteigen müssen, das schafft Gruppenzwang und Gruppendynamik auch ganz von allein.
Das kenn ich noch aus meiner instagramfreien Jugend. Heute kommen die ach so sozialen Medien als Faktor noch obendrauf.
Worauf ich aber eigentlich hinauswill, ist, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen so oder so in einer Findungsphase landen werden, in der sie sich ausprobieren werden, in denen sie durch die Gegend titschen und heute ohne BH im Hippielook und morgen mit angeklebten Wimpern als Femme fatale durch die Gegend düsen werden.
Dass der Druck im Modelbusiness, vor allem, wenn es sich um das professionelle Business und nicht um ein Hobby handelt, nochmal eine ganz andere Dimension annimmt, will ich hiermit absolut nicht in Abrede stellen!
Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Egal, ob durch allgemeine Gruppendynamik oder weil eure Kinder, Freunde, etc. sich zum Modeln entschließen, lasst ihnen etwas Freilauf, um sich auszuprobieren, aber wenn ihr merkt, dass es ihnen nicht gut tut, ihr gefährliche Veränderungen im Verhalten und in Denkmustern erkennt, sprecht unbedingt mit ihnen! Das nur als meine eigene bescheidene Meinung.

Aus dem Nähkästchen geplaudert kann ich sagen, dass es definitiv Momente gab, in denen ich mich mit anderen Models, was Größe, Maße, Gewicht, etc. anbelangt verglichen habe, Körper, Ausdruck, Haare, Arbeitsweise. Das tut sicherlich jeder Arbeitnehmer, ebenso wie Amateure, die ein Hobby ausüben. Man vergleicht sich, bzw. seine Arbeit.
Und genau das ist in diesem Bereich vermutlich der große Knackpunkt: Die Arbeit vor der Kamera ist nicht so einfach von dem eigenen Körper und Aussehen zu lösen, wie vielleicht eine Arbeit, die ich produziere, ein Bericht, ein Produkt, ein Text, eine Aufgabe.
Wenn mein Auftraggeber sagt “Frau Laventura, der Text, den Sie da verfasst haben, trifft überhaupt nicht meine Vorstellungen.”, dann kann ich das natürlich persönlich nehmen, aber da ist der Text und hier bin ich. Auch wenn ich ihn produziert habe, ist er nicht ich.
Wenn ein Fotograf sagt “Gina, deine Körperhaltung ist eine Katastrophe und nach den von dir angegebenen Maßen siehst du nicht aus, du wirkst fülliger.”, dann wird es definitiv schwieriger, diese Kritik von meinem Äußeren, von meinem Körper, dem Zuhause meiner Seele, zu lösen.
Ihr versteht, denke ich.

Aber unmöglich ist es nicht. Es ist Arbeit, genauso wie es Arbeit ist, Kritik nicht immer persönlich zu nehmen und direkt an sich selbst zu (ver)zweifeln, was sicherlich ein jeder von euch kennt, egal ob nun im Beruf, im Privatleben, im Hobby oder sonst wie.

Was ich glücklicherweise sagen kann, ist, dass rückblickend betrachtet, das Modeln eher zum Erkennen meiner eigenen Facetten und meiner Vielfältigkeit beigetragen hat, als dass es mich in heftige Sinnkrisen gestoßen hat.
Im Gegenteil: An Tagen, an denen ich aufgrund anderer Arbeiten, die vielleicht nicht so rosig liefen oder aus persönlichen Umständen, an mir selbst, dem, was ich tue und sonstigen Fragen des Lebens verzweifelt bin und nicht wusste, was ich tun sollte, half sogar manchmal ein Blick auf mein buntes Portfolio um mir den Kick “Ich bin Miss fucking Laventura, und ich bin schon so vieles gewesen, eine Märchenfee im Wald, ein Nerd, ein Fashion Model, eine Kunstfigur, die starke Rockige, das sanfte Mädchen, und so vieles mehr. Wieso zur Hölle sollte ich das jetzt nicht packen?!” zu geben.

helena behle

JimP4nsen

dw-foto-art
justyhmakeup

vanessa marie

sw-fotografie


norbert josefsson

Aber, ganz großes Aber, das kann natürlich auch sehr stark damit zusammenhängen, dass ich nie eine professionelle Karriere im Modelbiz verfolgt habe, nie von Casting zu Casting gerannt bin und mich schon recht früh auf den künstlerischen Ausdruck und späterhin sehr deutlich auf ausdrucksstarke, mit Text kombinierbare, geschichtenerzählende Darstellungen fokussiert habe, und damit vielleicht sogar dem Druck des Mainstreams (und das sage ich ganz liebevoll und meine ich absolut nicht abwertend! Ich meine damit die gängigen Aufnahmebereiche im High Fashion und Commercial Bereich wie Fashion, Lifestyle, Beauty, Kosmetik, Werbung, etc.) etwas entkommen bin.

Beschönigen möchte ich hier im Übrigen gar nichts, ich habe so viele Absagen bekommen, dass ich den Frust und die Enttäuschung und die Zweifel, die mich manches Mal dadurch einholten, gar nicht in ein paar Zeilen fassen kann. Agentur um Agentur hat mich abgelehnt, weil sie keine oder zu geringe Vermittlungschancen beim Kunden sahen, mein Gesicht mal zu speziell und mal nicht speziell genug war. Jobs, die mir durch die Lappen gingen, obwohl ich alle angegebenen Voraussetzungen offiziell erfüllt habe und und und.

Aber und dennoch kann und muss ich sagen, dass durch das Ausprobieren der verschiedenen Rollen, einem auch klar werden kann, was sich natürlich anfühlt und was nicht.
Es gab Shootings, in denen ich Kleidung und Styles trug, die sich fremder nicht hätten anfühlen können und ich kann sagen, es war eine Rolle, die ich absolut gern gespielt habe.

christian becker
visahamm

Und dann ist für mich relevant: Habe ich sie gut gespielt? Kommt der Ausdruck authentisch rüber?

Gleichfalls gab es Shootings, die für mich als eine Art Rolle begannen, weil ich mich zunächst so Null Komma Null damit identifizieren konnte, wo ich aber hinterher feststellen musste, dass es sich so verkehrt gar nicht angefühlt hat. Dadurch habe ich dann eine bislang unentdeckte oder ja vielleicht sogar verdrängte oder vernachlässigte Facette an mir selbst erkannt.

norbert josefsson

Durch dieses Experimentieren kann man enorm viel über sich selbst lernen, was wiederum sogar einen positiven Beitrag zum Selbstbewusstsein leisten kann.
Im Laufe der Zeit, wenn die Erfahrung sich häuft, weiß man auch, was eine Rolle ist, die man unbedingt spielen möchte und was eine Facette von sich selbst ist, die an diesem Termin nach vorne gekehrt werden soll. Ebenso lernt man, gewisse Projektideen kategorisch abzulehnen, weil man sich in dieser Rolle wirklich absolut nicht einfinden kann und egal, wie offen und flexibel man ist, wenn es dem eigenen Naturell absolut entgegengesetzt ist und einem widerstrebt, dann werden die Bilder meist auch nicht authentisch, expressiv und toll. Was im Endeffekt bedeutet, dass niemand der Beteiligten wirklich etwas davon hat und nur das Projekt an sich leiden würde.

Und manchmal macht es auch einfach nur Spaß, sich in die Kleidung eines anderen Charakters zu werfen und einfach mal etwas oder jemand zu sein, der man sonst nicht ist.
So wie heute, ihr seid heute Könige und Bettler, Prinzessinnen und Monster, Drachen, Polizisten, Verbrecher, Clowns und Kindheitshelden.

Wichtig ist wohl, bei allem, was man tut, dass man sich selbst im Kern immer mitnimmt.
Und dazu gehört wohl, zu allererst sich selbst zu kennen und kennenzulernen.
Und natürlich, dass man über und mit sich selbst lachen kann und im Idealfall, dass es Spaß macht, man selbst zu sein.
Mit all seinen Facetten, verrückten Attitüden, Eigenheiten.

manufaktur lichtbild
andreas trnka

Als was seid ihr heute verkleidet? Wer seid ihr heute?
Ich hänge mit einer Erkältung in den Seilen. Ich bin also heut das kleine grüne Männchen aus der Hustensaftwerbung.
Und ihr so?

xxx
Gina.