#sundaystory: Vergewaltigt

#sundaystory: Vergewaltigt

Für leseschreiberin
Die vorgegebenen Elemente waren:

a) Deutsch
b) Vergewaltigt
c) Theater, Luft, spiegelverkehrt
d) Komödie

Vergewaltigt

“Ich habe mir das alles nochmal vergewaltigt und denke, dass du viel zu wenig über Kunst und Kultur weißt, Dana.”, sagt mein Vater.

“Verge-was, Papa?”

“Na, ich hab mir die ganze Situation nochmal durch den Kopf gehen lassen, mir angeschaut, wie du so deinen Tag verbringst, ich habe mir das eben alles nochmal vergewaltigt.”

“Du meinst vergegenwärtigt, ja?”

“Oh, Frau Gymnasium macht jetzt hier einen auf superschlau und versucht den Alten nass zu machen, was? So nicht, Frollein! Ich sage dir, du lernst ja nix, immer nur Schminke hier und Freunde treffen da.”

Ich rolle mit den Augen und atme tief durch.

“Papa, in Anbetracht der Tatsache, dass ich seit Wochen für die Abschlussprüfung durchlerne und jede Nacht nur um die vier Stunden schlafe, glaub mir, es ist besser für uns alle, wenn ich mich schminke und nicht aussehe wie ein überfahrener Iltis, okay?”

“Jaja, lernen”, sagt er und setzt dabei das Wort ‘lernen’ mit seinen ketchupverschmierten Fingern in Anführungszeichen.

“Papa!”

“Dana,” sagt er schmatzender und mampfender Weise. “Du trifft deine Freundinnen faft jeden Tag und ftändig quatft ihr nur über die Jungf und jetf willf du mir daf alf lernen verkaufen…”

Ich rolle erneut mit den Augen. “Papa, erstens versteh ich nur die Hälfte, wenn du ne halbe zerkaute Kuh in der Schnute hast und zweitens, welche Jungs?!”

Er schluckt den letzten Bissen runter. “Aha, hast mich also doch verstanden! Na, die ganzen hier, wie sie heißen da… William und Oscar und dann irgendwelche Intrigen mit Virginia und Jane und was weiß ich, was ihr euch da für ne Seifenoper zusammenquatscht, wenn ihr da nächtelang zusammen Pyjamaparty macht.”

Ich. raste. aus.

Kurzer, ganz kurzer Einblick in die Situation. Jeden Sonntag im Sommer grillen wir draußen auf der Terrasse. Richtig hübsch klassisch. Also klassisch asi. Vatti in Fliegerseide und Mutti mit Lockenwicklern um den Kopf. Nein, kein Scherz, ja, leider wahr. Was soll ich machen. Wäre ja halb so wild, habe mich mittlerweile dran gewöhnt, dass meine Eltern noch nicht mal versuchen mich zu verstehen, aber die nächste Kiste ist einfach, dass jeden dritten Sonntag und der liebe Herrgott allein weiß, warum es jeder dritte Sonntag ist, kriegt mein Vater irgendeine Sinnkrise und meint mich belehren zu müssen. Dann sorgt er sich um meine Bildung und meine Berufschancen und all sowas. Wir erwähnen jetzt mal nicht, dass ich letztes Jahr Klassenbeste und Zweitbeste des Jahrgangs war, ist okay, kein Problem. Diese überväterliche Sorge hat mir im Laufe eines einzigen Sommers bereits die unsäglichsten Erlebnisse beschert: Das eine Mal, wo mein Vater mich zu einer Podiumsdiskussion in der Stadthalle schleppte, um mit den Lokalpolitikern zu diskutieren, was für mich persönlich gut lief, für ihn leider nicht so, als er aus dem Saal geworfen wurde, nachdem er den Oberbürgermeister gefragt hatte, mit wem er geschlafen habe, um diese Position zu erreichen, da er eine – ich zitiere – “Flachpfeife sondergleichen” sei. Jap.

Oder das andere Mal, als er sich um meine sozialen Kompetenzen sorgte und mich zu einem Hockey-Schnupperkurs anmeldete. Super Idee. Ich bin in Sportarten, die irgendwas mit Schlägern oder Bällen zu tun haben in etwa so kompetent wie besagter Oberbürgermeister in seinem Amt, also gar nicht. Immerhin lerne ich schnell und schaffte es zumindest, nur jeden dritten Schlag zwischen die Beine und vors Schienbein zu bekommen. Skurril wurde es, als mein Vater mich dann anfeuerte, die Gegner zu fowlen, was mich mitten auf dem Spielfeld zu der Frage veranlasste, wer von uns beiden eigentlich an seinen sozialen Kompetenzen arbeiten müsse. Immerhin hab ich mich beim Captain des gegnerischen Teams entschuldigt, nachdem ich ihn mit meinem Hockeyschläger ungünstig an der Schläfe getroffen hatte. Also, so ungünstig, dass er bewusstlos wurde. Wenn ich sein benebeltes Grinsen richtig gedeutet habe, hat er meine Entschuldigung immerhin angenommen.

Oder das andere Mal, als mein Vater die grandiose Idee hatte, ich solle mich körperlich ertüchtigen, denn – ich zitiere wieder – “in Sahne recko Korporo.” Genau, Papa, genau, Sahne spielt bestimmt ne Rolle hier. (Kein Wunder, dass ich schon seit frühester Kindheit Brille tragen muss, ich wette, ich fing schon früh an mit den Augen zu rollen, bei dem Senf, den dieser gute Mann manchmal von sich gibt.) Schwimmverein! Hielt er für eine prächtige Idee. Es würde alle Muskeln beanspruchen, gleichzeitig würde man nicht so eklig verschwitzt sein und so weiter und so fort, ellenlanger Vortrag. Nur als Randinfo: Ich habe meinen Vater nie schwimmen sehen. Also schwimmen im Sinne von Strecke im Wasser zurücklegen. Er treibt so mehr, wenn ihr versteht. Toter Mann mit Bier in der Hand. Oder wahlweise mobile Kinderhalterung mit selbst mitgebrachtem Rettungsring. Ihr versteht schon. Fand ich trotzdem ne ganz süße Idee, weil Papa anscheinend verpasst hatte, dass ich nach dem Seepferdchen auch noch die folgenden Abzeichen gemacht hatte, aber nun gut. Als sich alsbald zeigte, dass ich schon sehr gut schwimmen konnte – größte Verwunderung seitens meines Vaters –, meinte er, es sei sicherlich gut, wenn ich mich “auf dem Wasser” bewegen könne (Darf ich mich kurz vorstellen: Dana von Nazareth, Jesus war mein Cousin. – wie soll man denn bei sowas nicht mit den Augen rollen?! –), aber “unter Wasser ist auch wichtig”, meinte Papa. Ich holte grad tief Luft um zu protestieren, als er mich auch schon mit einer Hand unter Wasser drückte, mit den Worten “wollen mal sehen, wie lang du die Luft anhalten kannst”. Hustender Weise und schlumpfblau entließ er mich dann nach 3 Minuten seinem lehrreichen Griff.

Ja, das war ein kurzer Einblick in die lehrreichen Stunden im Unterricht meines Vaters.
Und nun das hier. Wohin das auch immer führen sollte.

Zurück zum Thema.

“Papa… das sind keine Pyjamaparties. Wenn Lotte und Chris kommen, dann lernen wir für die Abschlussprüfung! Und William, Oscar, Virginia und Jane sind Autoren!”

“Autoren, was autorieren die denn so?”, sagt Papa spitzfindig während er mit dem Zahnstocher an seinem Eckzahn herumpult. (Gott, ich wünschte es wäre ein Goldzahn, das würde SO sehr ins Bild passen…)

Ich atme tief ein, ziehe Luft durch die Zähne, stoße sie geräuschvoll aus.

“Sie schrieben. Präteritum. Sie sind tot. Verdammt Papa, Shakespeare? Wilde? Woolf? Austen?”

“Hm?” macht er und zieht eine Augenbraue hoch.

“Ach, schon gut.” sage ich resigniert.

“Jedenfalls,”, hebt er feierlich an, “habe ich mir überlegt, dass wir zwei ins Theater gehen.”

“Ins Theater?”

“Ja, ins Theater.”

“Ins Theater? Du? Ich? Ins Theater?” keuche ich.

“Sag mal, Dana, bist du heut schwer von Begriff? Hast du von Muttis Bowle genascht?”

“Ja, nein, hab ich nicht. Okay, ins Theater. Du willst mit mir ins Theater. Wann? Und was wird gespielt?”

“Na, heut Abend geben sie Romeo und Julia, ein klassisches Stück der Kultur.”, sagt er stolz.

“Ja, was für eine ausgezeichnete und außergewöhnliche Wahl.”, gebe ich zurück.

“Ja, nicht wahr?!”, sagt er mit stolz geschwollener Brust.

Ich schließe die Augen, um ihnen eine Pause vom Rollen zu gönnen.

“Okay, Romeo und Julia. Bitte, so sei es denn.”, sage ich. Widerstand war von jeher zwecklos gewesen, also durchatmen und über sich ergehen lassen. Einzige Lösung.

Mein Vater grinst zufrieden und sagt “Aber zieh dir was nettes an, ja. Immerhin ist es Theater!”

“Ja, daran bin ich schon gewöhnt..”, sage ich.

“Was?” brüllt er, während ich dabei bin mich in mein Zimmer zurückzuziehen.

“Ach nix.”

 

Punkt sieben steh ich gestriegelt bei uns in der Küche, wie es sich eben für einen Theaterbesuch gehört, Hosenanzug, Bluse, Lederschuhe mit kleinem Absatz, die sonst recht widerspenstigen Haare zu einem ordentlichen Knoten gezaubert.

Dann kommt mein Vater. Ich bin sprachlos.

Also ich bin mir nicht sicher, ob er “Der Pate” ein mal zu oft gesehen hat oder, ob er sich einfach direkt der Familie Montague oder Capulet anschließen will. Fast befürchte ich, er wolle selbst heut Abend auf die Bühne gehen. Der Anzug ist ihm zwar nur minimal zu klein, aber das Jackett kann er nur gerade eben so schließen, wenn er den Bauch etwas einzieht und ziemlich kontrolliert atmet. Die Weste darunter und die Fliege lassen ihn etwas zu pompös für das schnöde lokale Theater aussehen und die polierten Lackschuhe, die glänzen wie eine Speckschwarte sind nur noch von seinen mit Frisiercreme in Form gelegten Haaren zu übertreffen. Ich weiß ja nicht, wann das mal Mode war, aber sicherlich muss das vor meiner Geburt gewesen sein. Mindestens so lang muss auch der Kauf dieser Artikel her gewesen sein.

Mein Vater streckt sich, stellt den Arm in die Hüfte und spreizt ihn ab, sodass ein einladendes Dreieck entsteht. Dann grinst er mich an. “Na, was ist, kommste?”

Ich atme tief durch, hake mich ein und wir marschieren Richtung Theater.

Wir treten ein und die Leute glotzen meinen Vater an. Unwillkürlich versuche ich meinen Arm aus seiner Ellbeuge zu lösen. Vergeblich, er hat ihn fest im Griff. Alle schauen ihn an, als gehöre er zum Ensemble. Wir gehen schnurstracks durch und finden unsere Plätze schnell. Es wird zügig dunkel. Zum Glück.

Mein Vater ist voll drin im Geschehen und kommentiert mit heftigem Stöhnen, mit “Ah”s und “Oh”s, die Handlung auf der Bühne, was uns von unseren Sitznachbarn böse Blicke einbringt.

Als Julia den Trank der Tränke hoch hält, um ihn gleich darauf zu sich zu nehmen, friemelt mein Vater ein kleines Schnapsfläschchen aus der Innentasche seines Anzugs, hält sie der Julia in einer Bewegung, die ihrer spiegelverkehrt ähnlich kommt, entgegen und flüstert “Prösterken, wer trinkt schon gern allein, Jule, wa?” und kippt zeitgleich mit ihr den Trank hinunter. Ich rolle nicht mit den Augen, einzig und allein aus dem Grund, dass ich das Stück ungestört weitersehen möchte.

Der Rest des Stücks bleibt weitestgehend komplikationsfrei von Seiten meines Vaters, was sicherlich dem Konsum von zwei weiteren Fläschchen zu verdanken ist.

Als wir später in die laue Sommerluft aus dem Theater treten, meint mein Vater:
“Na, Dana, was sagst du? War das nicht viel besser, als mit den Mädels über Schnickschnack zu quatschen? Das war doch mal ordentliches Kulturprogramm!”

“Fragt sich nur, für wen.”, meine ich.

Mein Vater ignoriert meine zynischen Kommentare geflissentlich und zwingt meinen Arm wieder liebevoll in seinen Würgegriff à la Rocky Balboa.

“Aber du, alle reden ja von dieser großen Liebe und wie toll Romeo ist, ne.”, sagt Papa plötzlich nachdenklich.

“Hmm.” mache ich.

“Aber das mit dem Trinken muss der Jung noch üben, wa? So ganz helle war der wohl nicht. Die Jule war da ja trinkfester als er.”

Ich rolle mit den Augen…

 

 

 

Gina Laventura © 2019

#socialsaturday: Idols vs. Inspiring People

#socialsaturday: Idols vs. Inspiring People

Hey my dears,

there is something that I have had on my mind for quite a while now and I thought it’s about time to tackle the topic.
So, today we’re gonna talk about the concept of idols and inspiring people.

Why? Well, first of all, because I consider it interesting and as this is my virtual space here… but moreover, because I think it’s an up to date topic, especially in times like these, where social media is as popular as it is.

According to the Oxford Dictionary idol has the following meaning:

and according to the same source, inspiration has the following meaning:

As a creative you’re often asked “Who are your idols?” or at least I have the feeling that this question pops up from time to time. Or the other way round, creatives stating who their idols are.
On the flip side, the question “What inspires you?” comes up frequently as well.
And I can’t help myself but feeling the urge to make a distinction between both. (Which is also supported by the fact that the dictionary makes a distinction.)

To go a bit deeper, I personally have a slight rejective feeling towards the word idol, as for me, it has a connotation of wanting to be like one’s idol or even worse, being them.
And now taking the definition into account, it also has this aspect of God and worship, and yes, I know it’s said that humans were build in the image of God, but I don’t know…
Let’s take an example: I love Oscar Wilde’s works. I adore his writing style, his subtle social critique and I read about his personal life as well.
But would I call him my idol? No.
Because that for me would imply that I wanted to write like him, be like him, which for me includes a bit of being a copy cat or neglecting my own potential, talent and not searching for my own voice as a writer.
And sorry, Oscar, but I do not consider you a God. (Although we tend to say things like “Gosh, this man is a GOD.” and yes, colloquially everybody knows what’s meant by that, but in serious terms… no.)

Even if we take someone else as an example, maybe less male and less dead (God bless him), I wouldn’t call Elizabeth Gilbert for instance my idol. Sorry, Liz.
I really loved reading her books, some of her approaches caused a click moment in my brain, made me think and took my thoughts down other roads that I didn’t perceive before.
But that’s what I’d call an inspiration. Not an idol.
Because, with all due respect, I wouldn’t like to swap my life for hers.
And I guess that’s the greatest part within the process of distinction I’d make.

Don’t get me wrong, I loved meeting her on a reading tour in Germany for her book Big Magic* two years ago and I was really touched when my question was one of the last ones and she took her time and even asked a little more to understand my question correctly before answering.

*Hi, Liz, if you read this, I was the girl asking about how to know when it’s fear trying to take over and when it’s your intuition telling you not to do it because it’s better for you. (I took the leap of faith and did it, overcame the weird feelings, put myself through it and the outcome wasn’t as great, so my intuition was right, but I consider it a good lesson in many ways and I’m still more than grateful for your advice and words.)*

Okay, back to the topic, my friends.
I consider her an inspiring person, in terms of writing, in terms of being a person.

But with all the movements I perceive on social media, I get a little worried that these two terms get mixed up a lot and people call youtubers and influencers inspiring when they are actually treating them like idols, not questioning the actions of said person, but tending to follow their example and just do the same.
And this uncritical worshipping is what worries me a lot.

Suddenly, you get up at 5 a.m. because your idol does and you go to the gym because your idol does.
Which is nice. Nothing against early birds and gyms.
But did you question whether it fits your individual body type? Whether it fits your schedule?
Maybe you’re the type of person that is better at working out later, maybe you’re the type of person that needs to sleep 8 hours, but your idol just needs 6. And this doesn’t mean that you’re bad and your idol’s better.
It just means that you’re different. And guess what: That’s okay.

Maybe you start eating like your idol, but your body type is different and within a certain time span you realise that you have low or no energy and wonder why.
And one of the worst things that happens then is the comparison between you and your idol, leading to the assumption that you are weak, worse or incapable of achieving what your idol achieves.
So it leads to a negative self perception.
And isn’t that weird? Odd?
That’s why I say idol for me includes a bit of this aspect of copying.

If the same person I just called your idol, we now call an inspiring person. What would change?
Well, you’d watch your inspiring person get up at 5 and maybe you’d try it too and realise that 5:30 is better for you.
Your inspiring person starts their day off by going to the gym, you try it, too, but you realise you’re slow in the morning, need your breakfast, and working out in the afternoon after finishing work, is much better for you.
You read a book of an inspiring author and this takes your thoughts on different roads, you play with words like they do, but you take the inspiration you got from them and mould them into something that fits your personality, character and nature, instead of just copying.
That way you have a tendency to grow, to find something out about yourself, your body, your time management, your writing voice, which in turn has a high tendency to lead to a positive self perception. And there is no need for comparison between you and the person that inspired you.

Taking the above mentioned definitions into account, inspiration has a divine quality, as the divine influence is mentioned.
But this doesn’t mean that you worship the inspiring person like a God. But that you perceive the divine spark that they were maybe touched by and that they now radiate into the world.
It is also connected to breathing in, inspiration.
But you know what, breathe in. Through the nose.
Do you think you absorb e-v-e-r-y-t-h-i-n-g that is included in the air? No.
There are a million little filters, that do their job, before the inhaled air reaches your innermost parts.
And if you apply that onto inspiring people, it’s quite similar.
You inhale this inspiring thought, but it runs through your own little million filters before reaching the spots deep inside of you.
And these filters are your critical approach, your own opinion, your personality, character, tendencies, preferences, etc.

So, don’t get me wrong, I don’t dub anything as good or bad, I just came across this topic and it has been lingering on my mind for quite a while and after having had a conversation about this topic, I decided it was about time to let this be my first #socialsaturday post. Thanks for the inspiration, mate.

As long as you keep your critical perspective, it might be okay to have an idol, I just worry about this copy cat components that I perceive sometimes when scrolling through social media.
I myself am more than grateful for all the inspiring people I was allowed to meet on my way, be it in person as Elizabeth Gilbert, or on paper, like Oscar, be it my closest friends, my creative crew, or just a stranger I had an inspiring conversation with.

As these thoughts are just thoughts and not set in stone perspectives, please let me know your thoughts on this topic!
You already know my creed inspiration through communication, so please delight me with your divine sparks.
Feel free to comment or send an email or slide into my DMs on instagram.

Enjoy your weekend.

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#writerswednesday: Tips for Creativity & Inspiration

#writerswednesday: tips for creativity & inspiration

As there are many creatives out there in different fields, be it photography, film making, writing, singing, acting, modelling, dancing, painting, whatever, I realised that often they are confronted with the same or similar problems.
Some of them being in the direction of the following:

* I’m not in the mood, I don’t know where to go with my art, it feels useless what I’m doing
* I have the feeling that I’m just repeating and reproducing what I’ve already done
* I have too many ideas and my mind is all over the place so that I feel like getting actually nothing done

These and similar thoughts I myself have encountered, but I also heard them quite frequently from other creatives, as by now I know quite many of them.
That’s why I’d like to share some advice with you. And this is not just for writers or photographers or other creatives.
Creative comes from create and therefore, any task that creates something can be seen as a creative task.
Be it gardening, redecorating your home or something else.
To cope with all these negative, limiting and blocking thoughts, I’m gonna share some tips with you that helped me all along the way of my creative path.

1. Take a break, have a coffee*. Consume art.

* can be substituted by anything you like, tea, whiskey, chocolate, cake…

When you feel like not being in the mood, like having all these ideas in your mind but they don’t mould into the next great piece of art, leave it. Let it take a rest. Don’t let inspiration run away, but give it a little time.
If you feel like being really blocked from it, it can also help to consume a lot of art to get into your own flow again.
As a writer, read. And read a lot.
As a photographer or model, watch a lot of pictures, follow other models/photographers and get your inspo board refreshed.
As a film maker, watch a lot of movies.
As a cook, read recipes, watch cooking shows or youtube videos.
The list could go on like that now, but I think you already got it.
This is not to say consume a lot in order to copy, but in order to get your inspiration back on track.

2. Sit down. Turn your phone off. Produce.

When your mind is so overflowing with ideas that you’re loosing track and you always think “I don’t know where to start.” this is gonna be lethal to your inspirational flow.
Instead, sometimes, although it feels like sh*t, just take the next best thing on your list (or if you already prioritised, take the top priority), sit down and get something done. Just start.
Or if you feel totally lost, like nothing great is coming out of your mind, take one thing that has been on your to do list for a quite a while or take a small creative task and push it forward.

As Picasso said “Inspiration exists, but it has to find you working.”

So, if you’re missing inspiration, it’s not necessarily gonna come while you’re contemplating about not having inspiration, you know.
In most cases, negative thoughts create a negative environment, so why should inspiration feel invited?
Create an invitational environment for inspiration and keep on working!

3. Try something new.

If you feel like you’re stuck in a rut and you’re only reproducing and repeating things that you already did and you tend to be bored by yourself and your art, just try something new.
Again, this is not to copy someone else, but if for instance you’re a writer of romantic stories and you’re completely stuck, try to write, dunno, a detective story or something from a different genre. Just to see whether you like it or not, to challenge yourself and to keep your mind in your creative field but with a different perspective.
This can also add to your own authentic voice, because maybe you find out that you actually like this genre, or parts of it or even that you don’t like it at all. It doesn’t matter. Either way it’s gonna show you something about you and your art and work.
For me, I realised that the #sundaystory helped a lot with this. It is challenging to combine the prompts to something coherent and as the mood or tone or genre is given as well, sometimes they are completely off my normal field of creative work. But I consider it exciting and really refreshing to use my skills in a different genre and to learn and grow with it.
Of course, this also works in other fields, cook something new, wear a combination of clothes that you haven’t worn before, style yourself in a manner that you’ve never styled yourself before in, take photos of things that normally don’t attract your photographic attention, etc.
Just try something new. It’s refreshing and helps you grow and learn.
About you. About your work. About your art.

4. Communicate. Meet friends. Chitchat. Share. Exchange.

One of my creeds and believes is “Inspiration through communication”.
Oftentimes while chatting with close friends, business partners and strangers, this exchange gives me impulses that hit a spot that was untouched before. And sometimes a good conversation is all you need to get you back on track again.
More often than not, when my mind is overflowing with ideas and I don’t how to prioritise them or whether they make sense or not, calling my best friend and chatting with her over a nice cup of coffee is the best thing I can do.
It’s not only her input, although it’s a beautiful input and I feel blessed to have such great friends, but it’s also that while you’re talking to someone else, you’re also talking to yourself and in that moment you shape things in a manner that you weren’t able to when everything was just in your own head.

5. Take yourself on a date.

As much as communication and conversation with people can be inspiring and give you impulses, as much is it important to take some time just for yourself. And no, darling, I don’t mean you on your own, glued to your phone, having a ton of chats open and still communicating with others.
I mean you, yourself and you again.
And when I say take yourself on a date, I really mean it.
Don’t go to the laundry service alone with a cuppa to go and call it a date, ok?
Don’t cheat!
I really mean, if you were another person taking yourself on a date, what would it look like?
Would you go to a restaurant? A cafe? To the cinema? Taking a long walk in a park?
Whatever you consider your dream date to look like, don’t wait for anyone, treat yourself to it.
Sometimes you would find me in a cafe with a cup of coffee and a piece of cake, mostly with my paper notebook or my laptop or a book to read, enjoying some time alone, just doing things that I love and that inspire me.
And no, no, no, I don’t do it to have a cute picture to post on instagram.
I mean yes, you caught me, that happened too, but I don’t go there in the first place to promote and advertise dating oneself on social media, you know. If I do so, I do it because I’m in the mood.
One of the things that I also love doing is getting up early in the morning, when the streets are still quiet and drive into a city, any city that I like, and walk the streets, watching all the details of architecture for example, taking pictures of the rising sun between houses or a beautiful flower on a wall or anything that captures my attention and that I therefore want to capture too. It’s really an intensive feeling taking a walk alone and watch a city waking up.
Sometimes I also take a walk in a forest or in a park or at a sea, whatever I feel like. And yes, a lot of the times I’m talking to myself.
I mean, hey, this is a date, huh? And normally we do talk on dates, don’t we?

General advice: Disconnect.
In many cases it’s a good choice to enjoy these moments disconnected from emails, social media and chats.
This is not a necessity, but it helps you refocus on what’s important to you without comparing yourself and your art to others and their work. And this gives you more freedom in your mind to work on your very own business.
You can still share the pictures you took, the things you’ve done, the experiences you made later on, but grant yourself a little time to really feel them inside of yourself.

I hope these tips and advice gave you some impulses on how to get yourself and your creative energy flowing again.
Of course there are many more things that I could put on this list and I might make a series out of it, but right now, I don’t want to bore you until the last spark of inspirational flow ran out by reading a blog post that was waaaayyyy too long.

Plus, guess what I’m gonna do? Yup, I just heard some coffee call my name. Can you hear it, too?

#sundaystory : Diebstahl

#sundaystory: Diebstahl

Für mikakrueger
Die vorgegebenen Elemente waren:

a) Deutsch
b) Diebstahl
c) Versprechen, zitronengelb, abstürzen
d) Mysteriös

Diebstahl

Jacques Perdu war einst ein berühmter Detektiv, dessen Spezialität im Aufspüren vermisster oder untergetauchter Personen lag. Er hatte eine brummende Detektei zusammen mit seinem Kollegen Jean Escroc. Die Detektei war groß mit lichtdurchfluteten Fenstern mitten in der Innenstadt und wenn man die Fenster öffnete, konnte man das bunte Treiben der Stadt bis hinauf hören. Jacques und Jean hatten jede Menge zu tun und fast jeden Tag ging ein neuer Auftrag ein. Es gab nicht einen Fall, den sie nicht gelöst hätten und sie waren bis über die Stadtgrenzen hinaus für ihre hervorragende Arbeit bekannt. Sie waren fein gekleidet und ein jeder grüßte sie, wenn sie über die Straße gingen. Aber das ist Jahrzehnte her.
Heute ist Jacques Perdu ein abgehalfterter Mittfünfziger, dessen Ruhm ebenso Geschichte ist wie seine Zusammenarbeit mit Escroc. Dieser machte sich nämlich eines Tages still und leise mit den durch die Klienten geleisteten Anzahlungen der letzten sechs Wochen aus dem Staub und da er, wie Jacques, sein Handwerk beherrschte und von den Tätern, die er jagte, gelernt hatte, blieb das Verschwinden des Monsieur Escroc Jacques’ einziger, aber dafür größter Misserfolg, denn er spürte ihn niemals auf. Zudem war er gezwungen ohne die Anzahlungen die bereits angenommenen Aufträge zu bearbeiten und alleine zu lösen, was alsbald schwer an die Ersparnisse ging und aufgrund des Betrugs zahlten die Klienten den Rest der Auftragssumme nicht. Auch, dass er alle Aufträge wie immer mit Bravour löste, konnte seinen Ruf nicht retten.

Nun sitzt Jacques Perdu in einer kleinen Kaschemme am Stadtrand in einem baufälligen Gebäude, dessen Türen und Holzdielen beim kleinsten Windzug quietschen. Die Wände sind vollgestellt mit Regalen, die wiederum unter der Last der darin befindlichen Bücher zu zerbrechen drohen. Mittlerweile verdingt er sich als Lektor für Detektivgeschichten und anstatt wahre Fälle zu lösen, spürt er Tippfehler und Lücken in der Konstruktion der Geschichten anderer auf. Seine einst in Italien handgefertigten Lederschuhe weisen Löcher in den Sohlen auf, der Hut zeigt deutliche Verschleißspuren an der Krempe und die Ellbogen seines Mantels sind abgewetzt. Die einstigen Freunde und hilfsbereiten Bekannten, die Ladenbesitzer und Polizisten, denen er manchmal noch auf dem Weg durch die Stadt begegnet, grüßen ihn nur noch mit einem grummelnden Nicken bevor sie schnell zu Boden schauen oder eines anderen Weges gehen oder gar hinter vorgehaltener Hand zueinander sagen “Wie kann man nur so abstürzen?”.
Einzig die einstige Sekretärin von Jean und Jacques, Madame Veuve, die eine Mischung aus Sekretärin und bemutternder, für das Leibeswohl der Männer sorgenden Haushälterin und strenger Vertrauten war, ruft ihn ein Mal pro Woche an, um zu hören, wie es ihm ginge und ein Mal im Monat kommt sie mit Suppe und Kuchen an einem Sonntag vorbei. Dann beschwert sie sich über die Zustände in Jacques’ Detektei, die ihm gleichzeitig als Heim dient, denn beides kann er sich nicht leisten, schüttelt die Kissen auf dem alten Schlafsofa auf, wirft den Kessel auf den zwei Platten der kleinen Pantryküche an und öffnet die Fenster. Das Unterfangen die Bücher abzustauben gibt sie meist schnell auf. Und der zweite Vertraute, der geblieben ist, den Erfolg oder Misserfolg nur insofern interessieren, als dass davon die Mahlzeit abhängt, die ihm bereitet wird, ist der Kater Fidèle, dem weder die knarrenden Dielen noch der alte Ofen etwas ausmachen, solange sich Mäuse unter den Dielen befinden und der Ofen im Winter genug Wärme abgibt, dass er sich davor wärmen kann.
Als Jacques eines warmen Sommertages über einer haarsträubenden, von Fehlern und unlogischen Zusammenhängen wimmelnden Geschichte eines absoluten Amateurs brütete und Fidèle sich auf der Fensterbank die Sonne auf den schwarzen Pelz scheinen ließ, klopfte es plötzlich leise aber bestimmt an der Tür.
Der Detektiv und der Kater schauten sich überrascht an, nahmen an, es sei nur wieder ein Geräusch im Hausflur gewesen und neigten die Köpfe bald wieder, der eine zum Lesen, der andere zum Schlummern. Es klopfte erneut. Jacques hob den Kopf, räusperte sich und sagte “Herein!”.
Eine Dame um die fünfundvierzig öffnete die Tür und trat einen halben Schritt herein. Als Jacques gewahr wurde, dass es sich um eine Dame handelte, wuchtete er sich aus seinem Sessel und ging zügigen Schrittes auf die Tür zu, um sie der Dame vernünftig zu öffnen und sie zu dem Sessel auf der anderen Seite seines Schreibtisches zu geleiten. Denn, auch wenn seine Karriere nicht mehr den Glanz von einst aufweisen konnte, so konnte man ihm dennoch nicht nachsagen, er hätte seine Manieren verloren oder gar im wärmenden Wohl des Weins, den er abends ein bisschen zu gern zu sich nahm, ertränkt.
Er bot der Dame an, ihr den leichten braunen Sommermantel abzunehmen, doch sie sagte, sie behalte ihn lieber an. Also rückte er ihr den Sessel zurecht und sie nahm Platz. Er ging um den Schreibtisch herum zu seinem Sessel und ließ sich hineinfallen.
Dann saßen sie einige Minuten schweigend und einander musternd gegenüber.
Die Dame, die sich schließlich als Madame Anarique Sibylline vorstellte, war eine Frau mittleren Alters, mittlerer Statur, der gehobenen Mittelschicht. Das erkannte Jacques mit seinem über die Jahre geschulten Blick daran, dass sie Stil hatte, ihre Kleidung gepflegt und aufeinander abgestimmt war, aber das Leder ihrer Riemchenpumps an der Abrollstelle feine Brüche aufwies und der leichte Sommermantel, den sie trug, nicht aus den Kollektionen der aktuellen Saison stammen konnte. Sie trug ein beiges Kostüm mit einer braunen Bluse, deren helle Punkte das Beige des Kostüms widerspiegelten, eine Nylonstrumpfhose, die ihren Beinen gerade genug Bräune verlieh, um nicht künstlich zu wirken, champagnerfarbene Riemchenpumps und den Sommermantel, dessen Farbe dem Braun einer reifen Buchecker glich, dazu eine champagnerfarbene Lackhandtasche mittlerer Größe, die mit einer goldenen Schnalle schloß. Ihr Haar war von dunklem Braun, fast schwarz und mit leichtem Rotstich, gleich Mahagoni, ihre Haut glich den hellen Kieseln, die man an den Steinstränden des Südens betrachten und sammeln konnte und ihre Augen waren von sattem, lebendigem Grün.
Trotz ihres nicht mehr ganz so jungen Alters, deutete ihr Gesicht nur durch feine Linien um die Augen, an den Mundwinkeln und auf der Stirn auf ein Leben voll Lachen, Sorgen und dem üblichen Grübeln hin. Einzig ihre Hände verrieten etwas mehr, denn man konnte ihnen ansehen, dass ihre Hauptaufgabe nicht immer nur aus dem Fühlen exquisiter Stoffe, dem Halten eines Füllfederhalters und dem Tragen einer Handtasche bestanden haben muss. Sie war auf eine für Jacques ganz sonderbare Art und Weise faszinierend. Er konnte nicht bestimmen, ob er sie attraktiv fand oder nicht, aber sie war interessant und weckte seine Neugier.
Ihre waldgrünen Augen ruhten auf ihm, nachdem sie ebenfalls ihn sowie die Umgebung langsam und ruhig abgefahren und gemustert hatten, jedoch war weder ihrem Blick noch ihrem Gesicht das gefällte Urteil zu entlocken.
Schließlich räusperte er sich und fragte “Liebe Madame Sibylline, darf ich fragen, was Sie zu mir führt?”
Die Madame saß aufrecht, Füße parallel nebeneinander, Handtasche auf dem Schoß und den Griff mit beiden Händen umklammert. Nun beugte sie sich ein paar Zentimeter hervor und sagte “Sehen Sie, Monsieur Perdu, mir ist das Liebste und Teuerste abhanden gekommen, ich bin untröstlich und brauche Ihre Hilfe.”
“Mh”, machte Perdu, “ungewöhnlich.. mit Verlaub, Madame, Sie sehen nicht so aus, als kämen Sie aus dieser schäbigen Gegend hier. Ferner bezweifle ich, dass Sie sich nicht einen Detektiv mit ausgezeichneter Reputation in der Innenstadt leisten können. Wie sind Sie ausgerechnet auf mich gekommen?”
Madame Sibylline zog leicht die Augenbraue hoch und ein Hauch von einem Lächeln zuckte um einen ihrer Mundwinkel.
Der Betrug durch seinen Geschäftspartner und Freund hatte an Jacques Spuren hinterlassen, die sich trotz seiner ausgezeichneten Manieren an seinem sozialen Verhalten und seiner manchmal schroffen und direkten Art und Weise äußerten. Es schien die Dame nicht zu stören, sondern eher zu amüsieren.
“Sehen Sie, Monsieur, ich wiederhole, mir ist das Liebste und Teuerste abhanden gekommen. Und da interessiert es mich herzlich wenig, wen ich für teures Geld beauftragen könnte, wer die schickste Detektei am schönsten Platz der Stadt hat oder was die Leute über Sie sagen und wie lange Ihr letzter Fall her ist. Ich wollte den Besten. Deswegen bin ich hier.”
Jacques, sichtlich unbeeindruckt von dieser zwar durchaus überzeugenden, aber dennoch für seinen Geschmack etwas zu schmeichelhaften Aussage, zog eine Augenbraue hoch, schnaubte durch die Nase und verschränkte die Arme vor der Brust.
“Aha.”
“Außerdem kenne ich Madame Veuve, denn wir kaufen unser Gemüse auf demselben Wochenmarkt ein und ich halte sie für eine der aufrichtigsten und zuverlässigsten Personen und sie verlor nie auch nur ein einziges schlechtes Wort über Sie.”
Perdu lockerte seine verschränkten Arme ein wenig und atmete aus. Wenn diese Frau nun wirklich auf Empfehlung von Madame Veuve hier war, so war er es seiner ehemaligen Sekretärin schuldig, sich zumindest das Begehr dieser Dame anzuhören.
“Na gut”, sagte er, “Sie sagen also, Ihnen sei das Liebste und Teuerste abhanden gekommen. Worum handelt es sich denn?”
Madame Sibylline richtete sich etwas mehr auf, löste die Finger von der Handtasche und atmete tief ein.
“Mein Kanarienvogel Clandestine.”
Perdu dachte, er habe sich verhört, also fragte er “Wie bitte?”
Die Dame wiederholte ordnungsgemäß “Mein Kanarienvogel Clandestine.”
“Ist das ein Scherz?”
“Keineswegs.”
“Sie kommen den weiten Weg aus Ihrem Viertel unbegleitet in diese schäbige Gegend in mein Büro, um mich damit zu beauftragen einen Kanarienvogel für Sie zu finden?”
“So ist es.”, sagte Madame Sibylline, ruhig und mit aufrechter Ernsthaftigkeit.
“Sie hat den Verstand verloren.”, dachte Perdu. “Wenn ich Madame Veuve das nächste Mal sehe, haben wir beide definitiv ein Hühnchen miteinander zu rupfen. Oder einen anderen Vogel. Das soll wohl ein Scherz sein, den sie sich erlaubt, um sich für all ihre vergebenen Bemühungen und das Lamentieren über den Zustand meines Büros zu rächen. Na, sowas!”
“Sie belieben zu scherzen, Madame.”
“Gegen einen Spaß hier und da habe ich mit Sicherheit nichts einzuwenden, aber hiermit ist es mir absolut ernst, Monsieur.”
“Es tut mir sehr leid, ich denke, ich bin nicht der Richtige für diese Aufgabe.”
“Oh, ganz gewiß sind Sie das. Wollen Sie sich nicht erstmal alle Einzelheiten anhören, bevor Sie ablehnen?”
“Ich denke, ich habe genug gehört, merci, Madame.”
“Und könnten meine Anzahlung in diesem Umschlag und diese zwei Flaschen Bordeaux Sie nicht überzeugen, mir doch noch zuzuhören?”
Widerwillig, aber dennoch neugierig nahm Perdu den Umschlag entgegen, den die Frau ihm über den Tisch reichte und las das Etikett des Weins, den sie ihrer tiefen Manteltasche entnahm. Ausgezeichneter Jahrgang, beste Qualität, eine edle Rarität. Er öffnete den Umschlag und musste sich bemühen, den Mund wieder zu schließen. Wenn das die Anzahlung sein sollte, dann wäre das der lukrativste Auftrag seit Jahren.
Es widerstrebte ihm, den Auftrag einer offensichtlich Verrückten anzunehmen, aber dann blickte er sich um, sah das Schlafsofa mit der kaputten Sprungfeder, seinen abgewetzten Mantel an der Garderobe und schließlich Fidèle auf der Fensterbank, den guten, treuen Fidèle, der sich dringend ein großes, frisches Stück Fleisch vom Metzger verdient hatte. Er atmete erneut tief ein, schloß die Augen, atmete tief aus und als er die Augen öffnete und hinaufblickte, sagte er “Na gut, Madame, erzählen Sie mir von Ihrem Vogel Clandestine. Bitte beschreiben Sie mir alles so genau wie möglich, sodass ich mir ein Bild machen kann.”
Mit einem zufriedenen Lächeln rutschte Madame Sibylline etwas weiter nach vorn auf die Sesselkante und begann zu erzählen.
“Also, mein Kanarienvogel Clandestine ist mir das Wertvollste und Liebste. Er war ein Geschenk meines Mannes, Gott hab ihn selig, und er hat diesen Vogel geliebt. Er nahm mir das Versprechen ab, mich meinen Lebtag um Clandestine zu kümmern, ihn zu hüten wie meinen Augapfel und größte Sorgfalt walten zu lassen. Clandestine ist etwas ganz Besonderes. Jedes Lied, das dieser Vogel singt, malt Farben in die Luft und erfüllt sie mit einem Duft von Frühlingsgärten, zumindest, wenn es ein Chanson ist. Bei schwereren Liedern, die tief die Seele berühren, färbt sich alles in dunklem Purpur und die Luft riecht nach Weihrauch und Gewürzen ferner Länder. Sein Federkleid ist zitronengelb und schimmert im Sonnenlicht leicht golden.”
“Na wundervoll”, dachte Perdu, “die Dame ist zwar lieb und nett, aber in ihrem Oberstübchen sind nicht alle Tassen ordentlich sortiert.” Dann fühlte er erneut den dicken braunen Umschlag in seiner Hand und dachte an den lieben Fidèle und fragte “Und wie ist Ihnen Ihr geliebter Vogel abhanden gekommen?”
“Sehen Sie, weil ich meinem Mann versprochen habe, mich so gut um ihn zu kümmern, ließ ich von den besten Handwerkern der Stadt einen Käfig bauen, der das gesamte Erkerzimmer ausfüllt, sodass Clandestine viel Platz hat. Und jeder Teil des Käfigs wurde auf die Bedürfnisse des Vogels ausgelegt, einen Bereich zum Ruhen, einen mit Zweigen der edelsten Bäume bestückt und nur das beste Futter wird gereicht. Der Erker wird gut gehütet, nur unter Aufsicht werden die Fenster geöffnet und Unbefugte haben keinen Zutritt. Aber gestern Morgen ging ich, wie jeden Morgen, mit meinem Frühstück und dem für Clandestine ins Erkerzimmer, aber er war nicht da. Ich suchte alles ab, jede Ecke des Käfigs, in der er sich versteckt haben könnte, ich sang das Lied, auf dass er normalerweise antwortet, aber nichts. Ich untersuchte den Käfig, denn er war verschlossen und nirgends war ein Loch zu entdecken. Die Fenster waren verschlossen, es war mir unbegreiflich. Dennoch ließ ich die Köchin und ihre Gehilfin, den Gärtner und die Waschfrau nach meinem geliebten Kanarienvogel suchen. Ich selbst machte mich noch im Morgenmantel daran, das gesamte Haus und den Vorgarten abzusuchen, ich klingelte bei allen Nachbarn und fragte nach Clandestine, viele kamen heraus und halfen bei der Suche, aber ohne Erfolg. So kam ich zu dem Schluss, dass es sich nur um Diebstahl handeln kann! Jemand muss mir meinen geliebten Vogel gestohlen haben. Vielleicht hat jemand den Schlüssel des Käfigs entwendet und ihn in der Nacht gestohlen, den Schlüssel zurückgelegt, sodass niemand direkt auf einen Diebstahl käme. Es ist die einzige Schlussfolgerung, die ich ziehen kann. Jemand hat meinen geliebten Clandestine gestohlen! Ich bin untröstlich, Monsieur, ich brauche Ihre Hilfe.”
Perdu, der sein Kinn beim Zuhören in die Hand gestützt hatte, nickte und brummte ein “Mmmh.”
Nach einigen Minuten des Nachdenkens und Schweigens raffte er sich auf und erklärte der Dame, er müsse sich ein Bild der Lage machen und selbst den Ort begutachten, von dem der Vogel verschwunden sei. So beschlossen sie, dass Perdu am nächsten Morgen zu dem Haus der Madame Sibylline kommen würde, um alles in Augenschein zu nehmen. Beim Verabschieden wurde die Dame Fidèles gewahr und ihr sonst ruhiges Gesicht geriet für den Bruchteil einer Sekunde etwas aus der Fassung, bevor sie sich fing, die Hände Perdus in ihre beiden Hände nahm, ihm noch einmal herzlich dankte und dann zügigen Schrittes davonging.
Als Jacques die Tür schloss, kam er nicht umhin den Kopf zu schütteln. Gänzlich unbeeindruckt gähnte Fidèle auf der Fensterbank, streckte sich, nur um sich dann ein Mal um die eigene Achse zu drehen und wieder hinzulegen.
Auch wenn die Anzahlung ein verlockender Reiz war loszuziehen und die Zutaten für ein ausgewogenes Mahl zu besorgen, hielt Jacques sich zurück, denn er war sich noch nicht sicher, was es mit dieser Dame und ihrem Vogel auf sich hatte und es kam ihm äußerst suspekt vor. So begnügte er sich mit etwas Grießbrei und für den lieben Fidèle verlängerte er Milch mit Wasser und schlug ein Ei hinein. Doch dem Bordeaux konnte er nun doch nicht widerstehen und so gönnte er sich ein nicht zimperlich gefülltes Glas des blutroten, gegorenen Nektars.
Als er am nächsten Morgen erwachte, war Perdu wie benommen und versuchte sich zu sortieren. Mühsam rekapitulierte er den vergangenen Tag und zweifelte, ob er nicht geträumt habe. Aber dann sah er die geöffnete Flasche Bordeaux, das mit Weinresten benetzte Glas und den braunen Umschlag auf dem Tisch. Er schaute auf seine Armbanduhr, deren Lederband bereits Patina angesetzt hatte und mit Tintenflecken beschmutzt war. Zeit sich frisch zu machen und zu der Dame zu gehen. Als er den Mantel mit den abgewetzten Ellbogen und den Hut mit der verschlissenen Krempe von der Garderobe nahm, beauftrage er Fidèle, das Haus zu hüten und ging davon.
Eine Dreiviertelstunde Fußmarsch später erlangte er das Grundstück der Madame Sibylline, die ihn mit starkem Kaffee und etwas Gebäck bereits auf der Veranda erwartete. Nachdem er sich das Erkerzimmer mit der beachtlichen Voliere angeschaut und jeden Winkel des Zimmer untersucht hatte, schaute er sich im Rest des Hauses, auf dem Grundstück und in der Nachbarschaft um, befragte die Nachbarn und die Hausangestellten, aber außer einer Bestätigung der von der Madame bereits geschilderten Ereignisse, ergaben diese nichts Neues. Aber Perdu wäre nicht Perdu gewesen, wenn er nicht schon Ideen gehabt hätte, wo er suchen sollte. Auch wenn ihm die ganze Chose skurril und suspekt vorkam, so hatte er den Entschluss gefasst, seine alte Arbeitsmoral an den Tag zu legen und mit derselben Gewissenhaftigkeit zu arbeiten wie immer. Ob er nun einen Juwelendieb oder einen zitronengelben Kanarienvogel aufspüren müsse, es bliebe ja dennoch dieselbe Aufgabe. Außerdem zahlte die Dame gut und es war eine angenehme Abwechslung zu den haarsträubenden Hirngespinsten der amateurhaften Autoren, deren geistigen Ergüsse er sonst zu korrigieren pflegte.
Er bat Madame Sibylline, ihm vier Tage zu geben, danach würde er sich wieder bei ihr melden. Sie willigte ein.
Seine Strategie bestand darin, jeden Tag eine Himmelsrichtung nach dem Vogel abzusuchen.
Am ersten Tag verschlug es ihn in den Norden, denn er nahm an, der Vogel habe sich vielleicht zu den anderen Vögeln an der Küste gesellt, die vor ein paar Monaten aus dem Süden heimgekehrt waren und nun die Tage an der See genossen. Doch weder an den Klippen noch an den Dünen fand er einen zitronengelben Vogel.
Am zweiten Tag ging er gen Westen, wo die Zechen waren, denn er hatte die Vermutung, ein Minenarbeiter hätte den Vogel nehmen und als Arbeitstier versuchen können. Immerhin waren diese kleinen possierlichen Tierchen wahre Lebensretter unter Tage, auch wenn sie ihr eigenes dafür ließen. Und ganz seinem Arbeitsethos getreu, befragte Perdu nicht nur die Minenarbeiter, sondern stieg selbst einige Meter hinab, um die Vögel der Bergleute zu begutachten, aber keiner von ihnen war zitronengelb. Rußverschmutzt und erfolglos ging er heim.
Am dritten Tag machte er sich auf, um in den Süden der Stadt zu gehen, wo der größte und farbenprächtigste Wochenmarkt der ganzen Gegend stattfand, denn er dachte, vielleicht zögen die Wohlgerüche der Gewürzhändler und die farbenfrohen Stoffe der Tuchhändler das kleine Vögelchen in seinen Bann. So viel zitronengelb hatte Jacques wahrlich selten auf einen Haufen gesehen. Da gab es den Händler, der mit müden Fingern die saftigsten Zitronen und die rundesten Orangen darbot, die Tuchhändler, die Seide und Taft in allen Nuancen der Regenbogenfarben anpriesen und im Sonnenlicht schimmerten die Schmuckstücke der Juweliere in gold und bernsteinfarben und ja, auch in zitronengelb. Aber außer den Liedern der einheimischen Vögel, war kein zauberhafter Gesang zu hören, der von dem kleinen Vogel Clandestine stammen könnte. Erschöpft und müde durch den durch die Gerüche angeregten und dennoch leergebliebenen Magen, schleppte Perdu sich nach Hause und ließ sich missmutig auf das Sofa fallen.
“Ach, Fidèle, was soll ich nur tun? Da kommt nach Jahren ein Auftrag herein, ein verrückter, in der Tat, aber nun soll dies tatsächlich ein weiterer Misserfolg des Jacques Perdu werden?” Fidèle, der seinen Herrn sehr liebte, sprang vom Sessel und lief hinüber zu Jacques, um seine Beine zu umgarnen und ihn mit seinem sanften Schnurren zu beruhigen. Der müde Detektiv beugte sich hinab und streichelte den pechschwarzen Kater, bis dieser plötzlich den Kopf drehte und zur Eingangstür rannte, in die unten ein Gitter eingelassen war. Er musste eine Maus auf der anderen Seite gehört haben, denn er lauerte und spähte, bis er anfing an dem Gitter zu kratzen. Jacques ließ sich zurücksinken und beobachtete Fidèle in seinem sinnlosen Unterfangen.
Doch dann sprang er auf, riss den Kater von den Beinen und küsste ihn mehrmals und liebkoste ihn innig. “Fidèle, du bist ein Genie! Ich wollte morgen gen Osten gehen, auch wenn ich gar keine Idee hatte, wo genau ich suchen soll, aber nun hab ich’s! Heureka, du Teufelskerl! Natürlich! Clandestine kennt nichts anderes als den sicheren Käfig, wo sonst sollte der Vogel sich heimisch fühlen. Ach, Fidèle, wenn ich dich nicht hätte!” Der Kater, etwas verdutzt über den Ausbruch seines Herrn und gleichfalls in seiner Jagd gestört, versuchte sich aus dem Griff zu winden, um vielleicht dennoch ein Mäuschen zu erbeuten. Jacques ließ ihn hinab und goss sich freudvoll und voll Zuversicht ein Glas Wein ein.
Am nächsten Tag bedurfte es keines Weckers und keines starken Kaffees, um Perdu aus den Federn zu treiben. Noch bevor die Uhr sieben schlug, war er auf dem Weg gen Osten, wo der Stadtgarten mit den vielen Obstbäumen, den bunten Beeten und der riesigen Menagerie lag. Natürlich! Da hätte er auch selbst drauf kommen können! Auf dem Weg zum Stadtgarten, grad als er um die Ecke einer kleinen Seitenstraße bog, überkamen ihn Zweifel. Was, wenn er den Vogel auch dort nicht finden konnte? Welches waren seine anderen Möglichkeiten? Während er so grübelte und sich sein Schritt dabei verlangsamte, kam er an einer Bäckerei vorbei, aus deren Fenstern und Türen es herrlich duftete, doch bei all seiner Grübelei, riss es Perdu nicht aus seinen Gedanken.
Einzig dieser gelbe Farbklecks erhaschte seine Aufmerksamkeit, also hob er den Kopf. Doch als er sich umschaute, fiel nur grad die Tür der Bäckerei mit dem zarten Klingen des Türglöckchens ins Schloss. Er hätte schwören können, er habe eine Person in zitronengelber Kleidung gesehen. Aber vielleicht stieg ihm auch nur der Hunger zu Kopf. Er ging weiter auf dem Weg Richtung Stadtgarten und als er grad über die kleine Brücke über das Flüsschen, das das Zentrum vom östlichen Teil der Stadt trennte, gehen wollte, erhaschte er schon wieder im Augenwinkel eine Ahnung von etwas zitronengelbem. Schnell wandte er den Blick, aber schon wieder war er zu langsam.
Er schüttelte den Kopf und schritt über die kleine Brücke. Und da, gerade als er sich in der Mitte befand, dachte er, er traue seinen Augen nicht. Da, am anderen Ende der Brücke, da stand tatsächlich eine junge Frau in einem zitronengelben Kurzmantel. Nicht irgendein gelb, nicht das, welches gerade in Mode war und in jeder Boutique im Schaufenster zu sehen war. Nein, ganz und gar zitronengelb. Jacques war so perplex, dass er wie angewurzelt stehen blieb. Es war, als könne er sich nicht rühren.
Die junge Frau wirkte, als sei sie ebenfalls mitten in der Bewegung erstarrt und sie blickte erschrocken über die Schulter mitten in Perdus Gesicht, gerade so, als fühle sie sich ertappt und wisse nicht, was zu tun sei. Dieser unglaubliche Augenblick gab dem Detektiv einen Moment um die Frau zu beobachten. Sie war von mittlerer Größe, schlanker Figur, mit mahagonibraunen Haaren und einem Blick, der so anziehend war wie der Wald im Frühling.
Nachdem er sich gefasst hatte, machte Jacques einen Schritt nach vorn und die junge Frau begann zu rennen als hänge ihr Leben davon ab. Verständnislos über diese Situation, aber von Intuition und Reflex geprägt, begann Perdu zu rennen, so schnell es seine Beine zuließen. Er folgte der Frau, die sich flink und in einer Art Zickzack durch die engen Gassen der Oststadt bewegte. Einholen konnte er sie keinesfalls, das war ihm klar, aber er wollte sie unter keinen Umständen aus dem Blick verlieren. Er rannte was das Zeug hielt und fühlte sich fast beflügelt und so jung wie damals, als er jede Gasse wie seine Westentasche kannte und er ein erfolgsgekrönter Detektiv war. Kurz vor den Toren des Stadtgartens, durch die die junge Frau geschlüpft war, ging ihm dann doch die Puste aus und er musste sich am kalten Stahl des Tores abstützen und kurz verschnaufen. Da es allerdings nur einen Eingang, der gleichzeitig als Ausgang diente, gab, war er sich sicher, dass er die Frau finden würde, sobald er wieder zu Luft käme.
Als er hineinging, wand er vorsichtshalber unten am Eingangsgitter seinen Gürtel um das Tor, sodass die junge Frau ihm auf keinen Fall entwischen konnte. Er bewegte sich langsam und spähte umher. Die Farbenpracht irritierte seine Augen, eine Flut von Farben zog seinen Blick in alle Richtungen und er versuchte sich auf die Suche nach zitronengelb zu konzentrieren. Zwischen dem Grün der Bäume erhaschte er plötzlich eine schnelle Bewegung von etwas zitronengelbem, also schritt er rasch hinterher und folgte dieser Ahnung um die Ecke. Da lief sie, leichtfüßig und in dem ihm schon bekannten zickzackartigen Huschen, gleich einem Vögelchen, das sich durch die Lüfte schwingt. Er beschleunigte seinen Gang und als er merklich aufgeholt hatte, schaute die junge Frau reflexartig über die Schulter. Ihr Mahagonihaar wehte in der sanften Sommerbrise und ihre Waldaugen blickten ihn mit einer Mischung aus Scheu, Angst und Bestimmtheit an. Er wusste nicht, was in ihrem Blick lag, aber es war, als verlangsamte er seine Schritte für einige Sekunden.
Perdu musste blinzeln und nach diesem wortwörtlichen Augenblick war die Frau verschwunden.
Es war unmöglich! Wie konnte das sein? Vor einer Sekunde stand sie fast nur eine Armlänge von ihm entfernt vor ihm und nun war sie einfach verschwunden! Er blickte wild suchend umher. Und da, etwas weiter hinten auf der linken Seite, da erblickte er einen kleinen zitronengelben Fleck. Er ging näher. Ja, tatsächlich, da hinten, auf dem Zweig einer Rotbuche saß ein zitronengelber Kanarienvogel. Als er sich langsam näherte, begann der Vogel zu singen und die Melodie klang an Jacques’ Ohr. Mit jedem seiner Schritte wurde der Klang lauter. Ein wehmütiges Lied mit tiefen Tönen und einem tragischen Unterton, dessen Gefühl sich um die Glieder legte, ähnlich dem Gefühl, das sich nach den ersten paar Schlucken Bordeaux einstellt. Eine Melodie, die auf eigenartige Weise die Seele einzunehmen schien. Und plötzlich trug der Sommerwind den Geruch von Weihrauch und den Gewürzen ferner Länder. Und als Perdus langsame Schritte versuchten sich weiter ihrem Ziel zu nähern und den Vogel zu packen, ergriff dieser Geruch ihn und nahm ihn völlig ein und alles um ihn herum färbte sich in dunklem Purpur. Dann verlor er das Bewusstsein.

Blogwarming Party

Hier Beitrag auf Deutsch lesen

norbert josefsson

Welcome!

Grab a drink, take a seat or join me on the dance floor and let’s celebrate together.
The sofa is already there, decoration is not yet complete, table and chairs are ordered but not yet delivered, so take some cushions and make yourself comfortable in my place of creativity, my new virtual home.

Just like a housewarming party where not everything is 100% ready and perfect, I throw this blogwarming party today, where the frame is set, new layout plastered on the walls, but some details might still be added or removed in the course of the coming weeks.
Nevertheless, I hope you enjoy it here and that you come over and visit me often.

After two years of not blogging, many months of planning the new layout, structuring ideas and setting up a whole strategy and subject schedule, pulling all-nighter after all-nighter in order to progress and proceed here, my fingertips are still covered in colour, my hair’s a mess and I’m still sweating.

But you see me with a smile on my face as it feels good to be back.

Let me give you a quick “room tour”. – Everybody should know where the loo and the fridge with fresh beer is, huh? –
On top you find the different topics.
The portfolio offers you an insight into my photo and video repertoire.
The about section offers you information on me, this blog and my work. Same in German below.
The services section gives you an overview of the services I offer on this website, including modelling and writing with the specific services of poetry & prose for special occasions and professional storytelling.
Contact & booking explains itself, I guess.
The Creative Chaos Cloud shows you all categories which you can find blog entries about, so that you can quickly get to the topics you’re interested in.

So much for the room tour, I hope you’re gonna find your way and if you still have questions, don’t hesitate to ask me. I’m trying to be a good host, you know.

What are the plans for the next weeks, what do I offer and why should you come back?
First of all, I’ve worked hard on a concept and contents that might be of value and interest for you.
So, here is what I came up with:
I will blog four times a month, so once a week about topics connected to the different fields I’m working in. One topic a week, that is.
Thus, what you gonna get is this:
#modelmonday: Information for models and photographers, funny anecdotes I experienced during 10 years in front of the camera and other info connected to this field.
#writerswednesday: Information for writers and readers, food for thought, inspiration and impulses revolving around writing and reading.
#socialsaturday: Random topics connected to us humans interacting with one another, social phenomenons, questions, perspectives, impulses on social topics.
#sundaystory: Yes, the sundaystory will be back and we gonna play again. If you don’t know what the sundaystory is, please click here. I will announce the next round early enough, but this won’t be before August probably, as I still owe two of my readers their stories.

After this blogwarming party, where you can take your time to stroll around and look at the redecoration, the new furniture and features, there will be a special series on the balcony, a.k.a instagram. So, don’t forget to check out my plants on the balcony, too.
Plus, I will also take you with me behind the scenes of creative productions in the insta stories.
The special series has been a production with Norbert Josefsson, which we produced last year, but I considered it so beautiful that I kept it for a special moment.
And I think that moment has come now.
So every day, starting on Friday, 15th June, I’m going to post one picture with text on instagram and facebook, which will add up to a series of six. On Thursday, 21st, you will get the complete series here on the blog as well as on instagram.

After the special we will start off with the first sundaystory on the 24th, as it has been two years of me owing these stories to two of my readers.
I hope you’re still there and I hope you still gonna read it.

Which leads me, after the organisational part, to the speech I’m supposed to give on such an event before everybody starts popping bottles like crazy – or at least that’s what I’m gonna do –.
Ahem, clink clink, ladies and gents, may I have your attention please: (you better grab another shot and drink, this is gonna take a while – or just skip the part written in italics – the perk of being here virtually and not in reality)

Thanks for being here tonight, for sharing this moment with me, for taking some time out of your busy day to join this celebration.
I’d like to thank all of the followers here on WordPress that stayed although I haven’t blogged for two years, which, in nowadays time is like an eternity.
Also I’d like to thank all the followers on instagram that didn’t unfollow when I didn’t post for six months, which is close to social media suicide.
I’d like to thank the virtual community for staying with me, supporting me and being patient with me.

Most of all, I’d like to thank the people, especially my closest friends, who virtually and in real life sent me their positive vibes and words, who encouraged me to keep up the work, who relentlessly kept asking about my work, my art, my blog, my writings and my poetry, who invested their time and energy to provide me with tipps and tricks, good advice and knowledge about social media, who gave me input and impulses for new content, who were patient with me when I asked for advice and feedback and who were loving and caring when I had to say “no” to events and instead had to sit down and work, who shared their nurturing positive energy with me and who knowingly or unknowingly inspired me and fuelled my motivation.

Without all of you, your patience and support, we probably wouldn’t be celebrating today.
It wasn’t an easy time and task, but now we’re here and I raise my glass to all of you. I’m forever grateful.

martin zethoff

Now enough of the talk and enjoy your time here, I hope you gonna stay a little longer and come back frequently.
If you have any questions, let me know.

xxx
Gina.

Creating Controversial Content

Gina16Oct12-192
Photo & Editing: Dave Greensmith, 2012

Controversial content can raise awareness, right?
Often it does.
A “Fuck” in the title is almost a guarantee for clicks and reads, isn’t it?
And when you utter a controversial sentence, you can assume that a huge discussion will break loose, right?
Controversies polarise and that’s why they often gain attention.
That’s why many people use controversies on purpose.

I once created controversial content.
But not on purpose.
I created content. The story Underground.
And back at that time (still on the old blog) I got a response to it.
A response that showed me that I actually had created controversial content without being aware of it.
Suddenly, when reading this comment, I was confronted with a critique of this story, because the comment criticised the headscarf that is mentioned.
It was said the headscarf was a sign of oppression through the patriarchal system.

My first reaction to that?
“Sh*t, I need to delete this story, it’s controversial and bears the potential to polarise.”
I was shocked because I didn’t expect this controversy to arise from this story.

But you know what the good thing about a critical comment is?
It makes you shift your perspective onto the very thing you created.
Because what happened next was that I started arguing for the story, like I would defend my argument when it comes to literary analysis.
So I was wandering through my room with a cup of tea in my hands and hold an imaginary dialogue, or monologue, and said
Well, first of all, neither is the headscarf condemned nor is it glorified in this story, second, don’t read too much of the author into the work, as it’s only the character’s perception described, thirdly, take a postcolonial reading to it and you will see that Orientalism is at work here, as the character associates exactly the attributes to the woman that can only stem from an Orientalist point of view, like “I smell a thousand scents of the Orient, spices and perfumes, bodies and wood, sand and the sun.”. Furthermore, this aspect is even criticised in the story when it is said “[…] I want to listen to two thousand and two stories told by her.”, which aims at showing that still the stereotype of “1001 Arabian nights” is at play here, because although the amount of stories is doubled they are still limited, which shows a critical claim that the Occidental point of view is limited and doesn’t grant the woman of Oriental origin an unlimited number of stories. On the other hand, the story also shows a disappointment raised by the fact that the perception is shaped and therefore somehow limited to a certain extent, when in the end it is said that “And I will never know her stories. And she will never know that I wrote one about her.” after the two characters separate. So, it shows the sadness that those two characters and their perception of each other and of themselves will never be as close as they could have been.
This was just a little excerpt of the monologue, but I hope you can see what I mean.
Had there not been this critical comment, probably I would never have changed my perspective on the content that I myself created.
Because, to be honest, everything mentioned in this monologue had not been in my mind while creating this story, only after receiving the critical comment and when I started arguing and discussing my own work was it that I could read more into my own work and engage differently with it.
And today I’m glad that I didn’t delete it, and I’m thankful for that critical comment, because it opened my perception towards a new perspective.

It still didn’t make me want to create controversial content on purpose, but I think it helped me overcome the fear of putting something out there that might be controversial or have critical comments as a result.

It was a perfect example of inspiration through communication and I invite you all to think about it.
I invite you to overcome your fear of putting yourself or your work out there because someone might criticise it.
Critique can be a great chance to change perspectives, to see more, experience more, and it is an interaction between you and your audience, but also between you and your work.
I’m not saying “try to take sh*t from the naysayers as something good”, no, please don’t.
But if it is a constructive critical comment, don’t be afraid of engaging with it.

So long, my dears.
Be kind, spread the love.
Be creative. Be yourself.

One night in February


Photo & Editing: artaquis

#tbt: Once night in February

One night in February, after I had followed my never resting thoughts for way too long, I decided to do what I had been wanting to do for days, no, for weeks, and prepared to take a walk. I promised myself to only take paths that were illuminated by lamps. For safety reasons. And safety gives freedom for creativity.
So I was walking down the street, passing the houses that I pass nearly every day when driving the car, passing the lamps. At the end of the road I turned left and passed houses that I normally don’t pass that often. Past one of the big paddocks, past the farm that sells firewood and during advent season Christmas trees. Here I made a halt and wondered whether I should walk on or turn around and go back. Because the dead end before me attracted me somehow and because I realized that I have never walked it until the end, I decided to follow this feeling and to walk the path between the riding stable and the paddocks. While I was walking and dwelling on thoughts, the typical scent of horses came into my nose. I turned my head to the right and let my glance wander over the paddocks and behind them I saw the houses that I pass every morning by bus. How peacefully they were lying there, those houses with their warm lights. After having passed the extensive buildings of the riding stable, my glance fell upon an old wall and trees covering a house that stood behind. Shortly afterwards I came across the illuminated driveway to that house and that was exactly the moment where I stopped and wondered “Isn’t that what everybody is wishing for? A house in a country side like area but still not too far away from the city? A little house in an area that resembles the landscape in ‘Midsomer Murders’ and when you lift your glance a bit you can see the distant city lights? Wouldn’t this be the perfect location to live in? Finding contemplation in your little house, lying quiet beside a paddock and green fields, calmness in its pure variation and when you feel the need to get in touch with people, feel that hectic life in a city where you sometimes seem to be anonymous and sometimes just too well known by the people you meet, you just walk some minutes, take the next bus and there you are, in that beautiful, dirty, loud, pretty, familiar city of mixed odours, mixed impressions, mixed audiences, mixed shops, mixed feelings and mixed thoughts. How come that I never realized the beauty of this area so much? How come that there are paths directly beside me and still I’ve never walked them before? How can I pass all this beauty and tranquillity without even really perceiving it? Did the hectic of the city dull me so much that I had become unaware of what was going on right next to me? Does it really matter? Now I am here and this moment is just here to be enjoyed, the air is just here to be inhaled and this feeling is just here to help me find contemplation and get my restless mind sorted again.“
I walked further on, letting my glance wander around the paddocks, the green fields, the quiet houses with their illuminated windows until I finally came to the end of the dead end. Here I turned around and stood there for a while, letting all these odours, the fresh breeze, the picture of the sky with stars and everything that I perceived in that moment enter my soul. Then I slowly made my way back the road that had led me to the dead end. Past the illuminated driveway of the house that lies behind an old wall and trees, past the riding stable, past the farm that sells firewood, past the paddocks. After thinking about taking a different way back home, I decided to walk back on my own trail, a bit like a dog. Well, it wasn’t a real decision, but I just did what my inner feeling told me. So I walked past the houses that I normally don’t pass that often, looking around the green meadows and the houses and the small street with parked cars on it. As I walked further on, I watched my own feet making one step after the other, I examined the pavement as I walked on it further and further on. Shortly before the junction where I had turned left before, my look fell upon a small ball lying on the pavement. A small pink and green ball.
As I lifted my head again after having stared on that ball for minutes, my eyes were filled with tears. And out of a sudden a thought entered my mind. “You are not dead! How could you be dead when I still carry you with me in my heart in every step I take, in every decision I make, in everything I do, in everything I am? You are not dead! How could you? How could somebody dare to tell me you are dead when I feel you with me every day? When I can see you in my dreams? When I’m talking to you right now? How could you be dead then? That is ridiculous! You. Are. Not. Dead.!
How could somebody ever tell that somebody is dead? Nobody is ever really dead as long as there are people remembering this person. As long as there are memories, as long as there are photographs, as long as there are texts, diary entries, poems, stories, little notes and emotions that trace back the existence of that person, this person can’t be dead! As long as there are memories shared at a table, as long as there are conversations about that passed away person, as long as the texts are read and the photographs are watched, as long as the memorizing heart is beating and the missing tears are flooding, you can’t be dead! Isn’t that an amazing idea? How about building a house and making a room for everyone you love, designed with all the things this person is attached to? A room for mother, filled with books and green plants, with mild music and everything she loves. But wait, no, just one room for one person wouldn’t really fit to the existence of that person. This room has to be linked to another room, to the room of somebody this first person is attached to. And how you build this house doesn’t matter, whether it is done in texts or photographs, in paintings, in thoughts, in memories or really built as a small model of a big life. As long as there is a trace of your existence, you can’t be dead! Shakespeare isn’t dead, Wilde isn’t dead, Woolf and Austen are not dead because their works are still read, their biographies are still discussed, their works are still analysed, still read and people talk about them, have discussions, fall in love with them and become fans. How can Shakespeare, Wilde and Woolf be dead when the trace of their existence is still so present and vivid today? Isn’t that what every author is wishing for? Immortality.”

Gina Laventura © 2012

Gap

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I write for you. About you.
I don’t write you.
I translate you. Into a format that I understand.
But like in all translations of great works, something might, or surely does get lost. Because the words do not suffice. Freedom of interpretation.
So I have to learn your language in order to get close to the root of this masterpiece. But like it is with a newly learnt language that is not your own, there will always remain these parts that one does not understand completely, that bear no equivalent.
So you have to learn my language in order to reciprocate me. But like it is with a newly learnt language, there will always remain these parts that cannot be expressed the way they could be in your very own language.
They will always be there, these gaps that remain unfilled, these moments that cannot be translated completely, the doors that stay locked or can only be opened not more than an inch, the rooms that one can only vaguely perceive through the keyhole.
And probably that is good.
I don’t write you. I read a foreign language.
We don’t write each other. We read.
With gaps.

And while I am writing these lines, coffee and ink drop out of my pen onto the blank paper like blood.

Gina Laventura © 2014

Mirror Madness

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Photo & Editing: Ralph Wietek

Fitting to the upcoming Halloween, here something uncanny 😉

Mirror Madness

The uncanny. The unfamiliar. Something that doesn’t feel familiar, not like home anymore. The other. And yet it is in my home. Should normally be an image of myself and not of the other.
It’s dark and quiet, I am alone. The familiar noises muffle and shuffle away and what is left is silence. While I’m wandering around searching for something known, something familiar, even the sound of my feet on the old floorboards sound strange. I switch on the light and I’m frightened. What I see there should be familiar, known, but it scares me. As if this pretended image of myself suddenly could start a life of its own, turn into another direction, even wink at me! Like in this nightmare years ago, where this person, caged in modified glass, looked at me from strange green eyes, laughing, maybe even laughing at me, winked at me and stuck out its tongue and nobody was there, who could have helped me, nothing familiar that could have put this person into its place. The world was sleeping. And I was alone with this stranger.
I shake my head and sneak into the bathroom. Cold water will revive the senses.
But after drying my face, I look up from the towel and it’s there again, this strange person. I try to gain control by forcing it to do what I do. I do grimaces, it does as well. I laugh and smile, but what laughs back and smiles back, or better to say smiles at me like a maniac, is not me! Can’t be me! I don’t want it to be me!
And a feeling that had been banned from my body for so long, crawls up through my feet, first slowly and then rapidly and lies down heavily on my breast: Fear.
I’m frightened and scared, I can barely breath. I am alone. Could somebody please come and set an end to this mirror madness?
The fear grows. Even after turning away from the framed glass, it feels as if this strange person was still there, as if I wasn’t there anymore. I try to feel myself, to gain back ground under my feet and to tell myself that I am still there and that I am stronger than the stranger. But I don’t feel myself, I’m not there.
Fear paralyses. And paralysed I dare one step after the other, slowly, through the omnipresent uncertainty.
Finally! A familiar sound in front of the door, a key, a shrieking noise. I am not alone anymore.
For an instance my fingertips start getting warmer again and I decide to set an end to all this by going to bed. Tomorrow will be a better day.
A last hesitating glance over my shoulder. It stares back. Does its mouth move? Does mine? Do I smile?
I touch my face, but my fingertips and my face feel unfamiliar. Nothing is familiar anymore.
It’s unfamiliar. It’s uncanny.

Gina Laventura © 2014

Reflection


Photo: Kathrin Mauksch

I look into the mirror but it doesn’t reflect me.
A blurred silhouette in a watery periphery.
I trusted a stranger and I doubted my heart.
Seems like I mistook angels for demons and demons for angels. A blurred picture in a watery mirror.
I do not reflect. I’m trapped. Stuck. My vision is clear, but my sight is blurry.
So I wipe away the tears and release the pressure into the ground. The supporting vibes of the earth pushing back and setting me upright.
Deep inhale after cutting the surface. Water dripping from my face over my shoulders onto the floor.
I turn my head. My vision’s still clear. Hands covering my face. I was mistaken. I have let myself be taken. With watery words onto a blurred path. Mistaken.
Drip, drop, drop, drip. I breath. Water dripping from the mirror. It reflects. Me?
Say with me: I forgive myself and I forgive the others.
A big wave splashing into my face, pouring into me. I’m still standing. The water’s still dripping.
I wash away the demons. I take away the damp veil from the mirror.
I was mistaken. I was trapped. Stuck. But I was never lost.
I doubt the stranger and I trust my heart.
Through the glittering surface of the mirror I can see a reflection.
My hand reaching for the mirror. A shrieking noise while the cold material touches my hand in movement before the warmth of my hand reflects upon the silver surface.
The heart’s a stranger we once knew. Before it got blurry.
The familiar stranger pumping waves of blood with pressure through the silhouette. Back to life.
I wipe away the tears. Wash away the demons.
My sight is clear. So is my vision.
I trust my heart.

Gina Laventura © 2014

Taking a shower

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Photo & Edtiing: GOTOX, 2011

Today a result from a writing exercise I had to do in one of my courses.
Basically the exercise was this: Normally you handle adjectives and comparisons carefully, just like stereotypes, but this time, think about something that you did today and try to compare it to anything and use many adjectives. Exaggeration helps to become aware of stylistic devices.

Taking a shower

This morning I woke up and my back was hurting like hell. I felt as if I had been run down by a lorry.
I knew the only suitable pain relief I could get was a hot shower, so I took my towels and my peeling gloves which remind me of goose-bumps on a shivering body when I touch them and opened my door which made a similar shrieking noise like me after having noticed the severe pain in my back. I tiptoed over the blue carpet that was leading my way to the shower from one edge of the hallway to the other just like those tunnel visions people have when they are about to die. I could even see the white light at the end of the corridor. While I was tiptoeing the blue carpet tickled my feet and it felt as comfortable as the grass did back in my childhood days when I ran across the green of our back garden.
When I finally reached the bathroom door I opened it as quiet as I could to not be reminded of that shrieking sound again. I entered the shower room and closed the door, put my towels on the doorknob and started undressing myself like in slow motion. Although for me it felt as if I was moving like an old woman who was suffering from some severe disease, I imagined myself as undressing with a sexy slowness as if I was about to seduce somebody with this striptease. I let my clothes drop like leafs of a tree in autumn and entered the shower. Then I shut the door and despite the fact that this shower room is more reminiscent of a cabin in a psychiatric clinic and unsuitable for claustrophobics, I just felt protected like a pearl in a shell.
I turned on the hot water and let it run down my aching body, stretched my arms and reached on tiptoes for the top of the shower door in a position that reminded me of some random BDSM story where the victim is tied up, about to being whipped.

Gina Laventura © 2012

funny anecdote: I read this story out loud in class and my lecturer said “Well, your story seems to work as all the boys, the further you went in your story, blushed and started watching their feet.”

Rosie’s Relief or Off her Chest

Get out of my head!
Sometimes she has to write you off her chest. Off her mind.
Sometimes she needs to dance away into the distance.
And sometimes she succeeds in getting you off her mind. For a while.
But no matter how much she’s writing, or how wild she’s dancing, she never gets you off her heart.
Sometimes it’s a relief, when every unspoken word is put down in ink. A created space for her own.
Still you’re there. Somewhere. In the dark distance her dance has bridged.
Every unspoken word written off her chest onto the paper. Her fingertips covered in ink. And while the fingertip is resting in the puddle of ink, the pumping heart produces a beat the fingers can’t resist.
And ink becomes colourful. A million colours pumping under her fingertip, pouring into her. Filling her mind, her chest, her heart.
And a million more stories are to be written. A million more unspoken and spoken words are to be taken down in colours and in ink.
A hundred more dances through the distance. A million more steps through colourful ink.
Written off the chest. Onto paper.
Inscribed with ink and colour. On paper. On heart.
Fixed forever.

Gina Laventura © 2014

How to stay creative Tipp #2

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Sit down in a café and observe the surrounding and the people!

I don’t necessarily mean meet your friends in a café, but I mean, really take a little time for yourself and sit down in a café on your own, order your favourite drink and maybe a piece of cake and just observe.
Let the surrounding unfold its various impressions and take a look at the people.
What a friend and I did quite a long time ago was this: We sat down in a café together (it was summer, so we could sit outside, but it also works when you sit inside and can look outside) The pedestrians passing by inspired us and when for instance a couple packed with bags and upset facial expressions came along, one of us said “Okay, I’m the man, you take the woman!” and we began to synchronise them. The funniest and absurdest dialogues emerged. They must have been far away from what the people actually thought or said, but it was a nice amusement. (that I’d like to do again one day)
The basic principle of this procedure must be the same as the one underlying improvisational theatre, because you have to include all movements and facial expressions and plot-twists. But it also works without a second person in whose company you can develop such conversations.
But to think about what the people might think, what they are doing at that moment, where they come from, where they are going, can be the basis for a good story. As well as the surrounding can support the atmosphere.
Especially now in the hectic of the advent season, while oneself is seated comfortably in a café, you can find sources of inspiration. It also works in the summer, seating yourself with a blanket in a park. It doesn’t have to be a café, of course not.
Once I strolled through a park and I took a small break on a bench and observed my surrounding. I saw a man on a bike, who had one child seated in front of him and the other on the back of the bike, a couple in their forties, freshly in love, a young couple having a dispute in a foreign language, leaning against a tree there was a dark haired young man who looked over to his girlfriend wearing a yellow headscarf with a loving glance while she was typing an sms before she turned to him again, a granny with her grandchildren taking a walk, an English speaking, pregnant woman with her little daughter who was excited and looked around until she made her daddy out in the mass of people and started running towards him, screaming a stretched “Daddy” and he took her up on his strong arms. All this is the basis for stories, or can be. Especially when you consider similarities, differences and common features. Because all I was able to see was love. No matter in which shape, those people looked differently, belonged to different age groups, had different origins and their relation to one another was different, but they had one thing in common: the underlying shared emotional connection.
If that’s not a basis for a story!
And even if you sit down somewhere with someone else and you observe the same things, your perceptions will differ and so will the stories that you write later on.
And this is what makes it so exciting and inspirational.
I can only recommend you try it out, even if you don’t write stories but you chase another creative destination, be it painting or drawing or music or photography, writing short stories, poems, books, tv formats, short films, movies or something else that didn’t cross my mind right now, I think it’s a wonderful method to keep moving and to stay creative.
Be creative. Be yourself.