Schminktipps

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Ob ihr euch nun für ein Fotoshooting vorbereiten wollt oder auf eine Tanznacht, von der ihr wisst, dass Fotos entstehen werden oder auch wenn ihr einfach ein paar Ideen sammeln wollt, hier plaudere ich mal ein wenig aus dem Nähkästchen und erzähle, wie ich das so in den knapp 6 Jahren, die ich nun in mehr oder minder regelmäßigen Abständen vor der Kamera stehe handhabe.

Wir arbeiten uns mal von oben nach unten durch.

Haare am Besten einen Tag bzw. am Abend vorher waschen!
Wenn die Haare frisch gewaschen sind, tendieren sie dazu recht fein und weich zu sein, was zur Folge hat, dass die meisten Frisuren nicht anständig halten, außer man benutzt 5 Tonnen Haarspray, was weder für die Umwelt noch für die Haare und die Kopfhaut besonders gut ist.
Wenn ihr zu schnell fettenden Haaren tendiert, mag das sicherlich nicht funktionieren.
Wenn ihr, so wie ich, Naturwelle habt und eure Haare wenn ihr sie abends wascht und nur anföhnt, am nächsten Morgen eher nach Bad-Hair-Day aussehen, dann hilft manchmal das Glätteisen oder Rundbürste und Föhn um wieder Form reinzubringen.
Tendenziell halten gerade besonders aufwändige Frisuren aber besser, wenn die Haare nicht frisch gewaschen sind.

Wenn möglich, ein paar Tage vorher auf Make-up verzichten
Das gibt der Haut Zeit sich auszuruhen und zu beruhigen. Falls dies aufgrund von Job oder sonstigen Gründen nicht möglich ist, dann wie es eh immer empfohlen wird, vor dem Zubettgehen brav abschminken und reinigen. Vermeidet es am Besten auch, am Tag des Shootings/Events selbst Pickel auszudrücken oder anderweitige Tätigkeiten, die Rötungen hervorrufen, durchzuführen, denn egal wie gut der Abdeckstift oder der Concealer sein mag, in den meisten Fällen ist der Blitz gnadenlos und man wird es sehen.

Foundation-Auswahl
Ja, es gibt spezielles Foto-Make-up, was folgenden Vorteil hat: Es kleistert jede Pore zu, was für ein ebenmäßiges Hautbild sorgt und dem Fotografen einiges an Retouche-Arbeit ersparen kann. Nachteil ist allerdings, dass dieses Make-up absolut nicht alltagstauglich ist, also wenn ihr danach noch Bus fahren müsst, wundert euch nicht, wenn kleine Kinder verstört von euch wegrutschen, weil ihr (am besten noch mit dunklen Smokey-Eyes) den Anschein eines Vampirs erweckt. Zudem kann es passieren, dass die Haut anfängt zu jucken oder man das Gefühl bekommt, sie müsse wieder “atmen”, aber das passiert meist erst nach mehreren Stunden, wenn überhaupt. Häufig tut es auch ein gut deckendes, auf den Hautton abgestimmtes Make-up.

Concealer
Darf in keiner Tasche fehlen! Ein wahres Wunderwerk der Schminke. Zaubert wunderbar auch kleine Schatten unter den Augen weg.
Ich mache es so: Ich trage den Concealer (der bei mir so einen Pinsel wie Lipgloss hat) in Pünktchen unter den Augen und auch auf dem beweglichen auf und klopfe ihn dann sacht ein, danach gibt es nochmal eine gezielte Ladung dort, wo Schatten sind. Sagen wir so: ich bin recht großzügig mit dem Concealer^^

Augenbrauen
Es ist immer gut, egal wie hell oder dunkel (aber gerade bei hellen Augenbrauen), die Brauen etwas zu betonen, da der Blitz wie gesagt gnadenlos ist und das Gesicht ohne Brauen oder wenn man diese nur erahnen kann, recht ausdruckslos wirken. Ich persönlich benutze Augenbrauenwachs, das mit einem Pinsel aufgetragen wird, und dann bürste ich das gröbste ab während ich sie in Form bürste, damit es nach wie vor natürlich wirkt und man nicht sieht, dass sie nachgezogen sind.

Lidschatten
Heikles Thema bei Shootings. Es wird allgemeinhin empfohlen, auf Lidschatten, die viele Glitzerpartikel enthalten zu verzichten, was ich auch für ratsam halte. Warum? Weil der Blitz das darauf fallende Licht reflektieren wird, und da sich Lidschatten auch gern mal nicht nur da aufhält, wo man ihn gern hätte, sondern gern auch mal auf die Wange wandert und man nicht unbedingt ausschauen möchte, wie die Goldmarie an Karneval, ist es die bessere Variante, Lidschatten mit wenig Glitzerpartikeln zu wählen.

Smokey-Eyes
Ich bin ein absoluter Fan von Smokey-Eyes! Jahrelang hatte ich Probleme damit herauszufinden und zu verstehen, wie das am Besten funktioniert, aber dank Youtube Tutorials hatte ich es irgendwann drauf. (Meine Empfehlung zu einem Youtube Tutorial füge ich am Ende dieses Posts ein)
Diese Art zu Schminken funktioniert einfach prima in allen möglichen Farbvariationen und ist sogar alltagstauglich. Grundregel ist eigentlich folgendes:
Wählt drei Töne einer Farbfamilie, einen ganz hellen Grundton, einen etwas dunkleren Ton für das bewegliche Lid und den dunkelsten um den Smokey-Effekt zu erzielen.
Anhand zweier Beispiele:
Klassisch mit schwarz: Grundton wäre hierbei zum Beispiel ein kühles weiss, das man großzügig auf sowohl das bewegliche als auch das unbewegliche Lid aufträgt, bis zu den Augenbrauen hinauf. Einen kleinen Pinselstups nutzt man noch dazu im Augenbrauenbogen einen Akzent zu setzen. Nun den dunkleren Ton (sagen wir silbergrau) mit einem schmaleren Pinsel oder Applikator nur auf das bewegliche Lid auftragen. Nun den dunkelsten Ton (in diesem Falle schwarz) nutzen. Auge schließen und wie beim Auftragen von Eyeliner etwas zur Seite ziehen, im Endeffekt wirklich so beginnen, wie beim Auftragen von Eyeliner, dann etwas höher ansetzen und von außen bis zur Mitte des Lides streichen und einen Bogen in der Lidfalte ziehen.
Alltagstauglich mit Naturtönen: Selbe Prozedur, nur würde man hierbei zum Beispiel beige als Grundton, ein warmes hellbraun/gold für das bewegliche Lid und ein dunkleres braun für die Umrandung wählen.
Funktioniert aber wie gesagt mit fast allen Farbvarianten, habe es bereits mit rosa/lila, gelb/hellgrün/dunkelgrün und weiss/hellblau/dunkelblau ausprobiert und haut jedes Mal hin.

Eyeliner & Kajal
Ich würde fast schon sagen unerlässlich für ein Shooting! Und wenn es nur ganz schmal zum Betonen des Wimpernkranzes dient. Auch wenn das Shootingkonzept die Aussage “natürliches Make-up” beinhaltet, ist es mir wieder und wieder passiert, dass egal wie viel Mühe man sich mit Wimperntusche und Lidschatten gegeben hat, man ohne Eyeliner oftmals ungeschminkt wirkt. Wenn das nicht unbedingt dem Sinn der Sache entspricht, dann empfehle ich zumindest einen dünnen Lidstrich um die Augen zu betonen und nicht gänzlich ungeschminkt zu wirken. Auf Kajal kann in diesem Falle verzichtet werden. Diesen würde man eher zur Vollendung der Smokey-Eyes oder für ein Abend-Make-up verwenden.

Schatten setzen
Klingt immer nach einem furchtbar großen Geheimnis, aber ist eigentlich recht simpel. Man braucht einen etwas dunkleren Puder. Also definitiv dunkler als der eigene Hautton.
Nun stellt euch vor den Spiegel und formt mit euren Zeigefingern und den Daumen ein Oval und haltet es vor euer Gesicht. Alles was nicht mehr in das Oval fällt, wird dunkel abgepudert, damit es das Licht schluckt und nicht reflektiert. Bei breiten Nasen kann man das auch wunderbar an den Seiten der Nase verwenden um sie schmaler wirken zu lassen. Zieht man die Wangen ein, als ob man an einem Strohhalm ziehen würde und setzt dort die Schatten, kann man den Gesamteindruck des Gesichtes schmaler wirken lassen. (aber bitte nicht übertreiben, außer es gehört zum Konzept, denn das kann wenn es zu extrem ausfällt wirklich gruselig aussehen und nicht mehr natürlich oder gesund wirken)

Rouge & Highlighter
Meine weiteren Lieblinge! Mit Rouge die Wangenknochen betonen und darüber etwas Highlighter geben, das gibt dem Gesicht direkt einen Frische-Kick.

Lippen
Gehört auf jeden Fall mit in jede Handtasche/Shootingtasche: Roter Lippenstift!
Fatal: Muss absolut akkurat aufgetragen werden, damit er wirkt.
Manche schwören auf Lipliner und Lippenstift mit dem Pinsel auftragen, ich selbst bin da nicht festgelegt, ich mach das meist so wie mir der Sinn steht.
Aufpassen: Zwischendurch immer schauen, ob die Deckkraft und der Glanz noch gegeben sind, damit er nicht alsbald “abgefressen” wirkt.

Nägel
Wenn ihr nicht grad Gel- oder Kunstnägel habt, sprecht am Besten vorher mit dem Fotografen ab, ob er eine bestimmte Farbe wünscht und tragt sie einen Tag vorher auf. Solltet ihr feststellen, dass ihr grad euer Picasso-Kunstwerk auf den Nägeln fertiggestellt habt, der Fotograf aber eher Nude-Töne wünschen, dann schnellstmöglich runter mit dem Zeug und auch die letzten Reste präzise entfernen, wenn möglich den Nägeln einen Tag Pause gönnen und dann loslegen. Es ist wirklich ärgerlich, wenn an den Rändern der natürlichen Nude-Nägel noch Reste des roten Lacks hängen.

Körper
Wie schon beim Gesicht erwähnt, am Besten nicht am Tag des Shootings/Events selbst Dinge tun, die Rötungen verursachen, also Rasieren, Epilieren, Peelings & Co. bitte zuvor erledigen, das erspart euch hinterher wirklich das Ärgernis Bilder ansehen zu müssen auf denen die roten Fleckchen, die ihr zu kaschieren versucht habt, euch leuchtend entgegenspringen.

Gehört in jede Shootingtasche
Wimperntusche, Kajal, Eyeliner, Pinsel, Rouge, Highlighter, Lippenstift, Gloss, Transparentpuder (besonders wenn man zu glänzender und fettiger Haut neigt)
trägerloser BH und trägerloses Top (für Beautyaufnahmen ein Muss!)
Strumpfhosen
Haarspray, Haarklammern, Haargummis, Haarbürste
mindestens ein paar hohe Schuhe (ja auch für Portraitaufnahmen, da die Gesamtkörperhaltung auf hohen Schuhen meist anders wirkt, als wenn man barfuß oder in Kuschelsocken dort steht –auch wenn das manchmal wirklich ein Traum sein kann-)
dicke Socken und eine dicke Strickjacke, falls es mal kalt wird und man sich zwischendurch aufwärmen muss
Wattestäbchen zum Korrigieren von Schminkfehlern

Meine Lieblingstutorials:
Für Schminke: Lisa Eldridge, die auch schon die großen Stars geschminkt hat
Für Haare: LuxyHair, bei denen ich zum ersten Mal wirklich verstanden habe, wie Flechtfrisuren umzusetzen sind, alles super einfach erklärt, sodass man das gut nachmachen kann, und soooo simpel und alltagstauglich (was mir ganz besonders gut gefällt)
Für Nägel: (allerdings eher für die aufwändigeren Picassos ^^) cutepolish

So, ich hoffe, ich habe das gröbste erklären können und nichts vergessen und ich hoffe, ich habe euch damit ein bisschen helfen können.

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One thought on “Schminktipps

  1. Pingback: Make-up Tipps | gina laventura

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