#socialsaturday: Trivialgesellschaft

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#socialsaturday: Trivialgesellschaft

Hey meine Lieben,

die eigentliche Idee für den Titel des heutigen Posts war “Warum wollen wir, dass alle wollen, was wir wollen?”. Aber das empfand ich dann doch als zu lang. Und zu verwirrend.
Aber mal ernsthaft: Warum tun wir das?
Okay, okay, ich sehe wir müssen hier etwas Struktur reinbringen, sonst verlaufen wir uns in hundert Themen.
Also gebt mir einen Moment. Und n Schluck Kaffee.

Okay, also zurück zum Thema.
Was unterscheidet uns Menschen von den Tieren?
Also mal abgesehen von regelmäßigem Haarschnitt, Kleidung, Make-up und der Tatsache, dass wir duschen oder ein heißes Bad nehmen und uns nicht wie eine Katze sauber lecken.
Naja, viele Philosophen würden argumentieren: Vernunft und Sprache.
Homo logos und so, wisst ihr.
Lasst uns hier bitte kurz innehalten.
Vernunft. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in letzter Zeit habe ich definitiv zu viele Menschen zu viele Dinge machen sehen, die für mich persönlich keineswegs unter die Kategorie “vernünftig” fallen.
Sowas wie Müll auf die Straße zu werfen, obwohl der Mülleimer keine 2m entfernt ist. Klingt das vernünftig?
Oder den Kinderwagen so in den Bus zu stellen, dass niemand mehr durchkommt, während der Busfahrer die Fahrgäste anschreit, sie sollen weiter nach hinten durchgehen und dann die Leute, die höflich fragen, ob es möglich sei vorbeizugehen, noch anpflaumen. Klingt das vernünftig?
Andersherum: Wie bekloppt ins Fitnessstudio zu rennen und den Bizeps zu trainieren, damit alle Frauen dahinschmelzen und ihn anfassen wollen, aber dann eine Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen am Bahnhof sehen und ihr nicht helfen das schwere Teil die Treppe hinauf zu bugsieren, klingt das vernünftig?
Ihr versteht, denke ich, worauf ich hinaus will.
(Im Übrigen schließe ich mich selbst dabei nicht aus: Es gibt zahllose Momente in denen ich mir gedacht habe oder denke “Gina, ernsthaft, hast du irgendwo noch ein Fünkchen Logik und Vernunft in deinem Kopf oder schleppst du den nur mit dir rum, damit er auf Portraits gut aussieht? Reiß dich bitte mal zusammen!”)

Sprache. Lasst uns zunächst eine sehr simple, aber dennoch enorm wichtige Frage stellen:
Wofür ist sie gut?
Dient sie nur dazu, dass ich Dinge benennen, definieren und mir selbst erklären kann?
Das Schlüsselwort hier ist Kommunikation. Und diese wiederum bezieht sich (zumindest laut der Quellen, die ich für diesen Blogpost bemüht habe), auf das Senden, Empfangen und Austauschen von Informationen. (oder Dingen)
Also Senden und Empfangen bezieht sich doch eigentlich auf zwei oder mehr Personen, oder?
(Okay, bitte verurteilt niemanden, der dieses menschliche Werkzeug dazu nutzt mit sich selbst zu sprechen, okay? Wenn ihr das tut, dann erklärt ihr euch im Grunde ja auch nur eure eigenen Gedanken nochmal und das ist meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Keine Sorge.)
Aber wann und warum ist aus Kommunikation plötzlich ein Verhältnis geworden, das einem Theaterstück gleicht: Ein Gesprächspartner benutzt den anderen als Bühne, auf der er sich selbst und seine Lebenserzählung darstellt?
Ich mein, wo ist der Austausch?
Glaubt mir meine Lieben, ich pendle eindeutig zu oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln und wenn man auch nur ein Mal die Ohrstöpsel vergisst, bekommt man eindeutig mehr mit als man möchte. Aber immerhin gibt das Impulse für den Blog, hm?
Aber spielt dieses Spiel mal. Das nächste Mal, wenn ihr irgendwo seid, hört Menschen, die sich im Gespräch befinden, mal zu. Also für eine Weile.
Ist das Austausch? Oder ist es eher so, dass einer von sich erzählt und in Szene setzt und dann ist der nächste in der Runde dran?
Beobachtet mal.

Kommen wir zum Teil mit dem Wollen.
Vernunft und Sprache fließen auch hier mit ein, nur falls ihr euch gerade wundern solltet, weshalb ich vorher so viel davon erzählt habe.
Nehmen wir zunächst mal ein paar Beispiele für nicht unübliche Gespräche, okay?

Situation 1: Zwei Schüler haben gerade ihren Abschluss gemacht.
A: Und was wirst du studieren?
B: Ich will nicht studieren.
A: Was?!
B: Ich möchte eine Ausbildung machen.
A: Ah.

Situation 2: Ein Student (B), der von Minijobs und einem Kredit lebt und ein Auszubildender (A), der gegen Ende seiner Ausbildung schon “richtiges” Geld verdient, unterhalten sich.
A: Und wann ziehst du von Zuhause aus?
B: Also ich überlege nach meinem Abschluss noch einen weiteren zu machen.
A: Also willst du ausziehen, wenn du was bist, 28?!

Situation 3: Eine verlobte oder verheiratete Frau, die grad im Begriff der Familienplanung ist (A) und eine Frau, die auf ihre Karriere fokussiert ist (B), unterhalten sich.
A: Und wann heiratest du?
B: Hm?
A: Na, wann wirst du heiraten und Kinder kriegen?
B: Ehm, keine Ahnung?!
A: Wir werden alle nicht jünger, Schätzchen, hm?

Warum wollen wir, dass alle wollen, was wir wollen?
Und diese Annahme wäre ja noch nicht mal sowas von tragisch.
Das Schlimmere ist das, was oftmals folgt:
Die Verurteilung.
Als wenn unsere Version vom Leben die einzig wahre wäre.

Wenn dein größter Wunsch ist zu studieren und du die Möglichkeit hast, das zu tun, schätze es!
Es gibt genügend Leute, die dies gern tun würden, aber keinen Zugang zu Bildung, ganz zu schweigen von höherer Bildung, haben.
Und wenn deine Freunde beschließen, dass ein Studium nichts für sie ist, beglückwünsche sie zu ihrer Entscheidung und wünsche ihnen alles Gute!

Wenn das, was du als erstrebenswert empfindest, beinhaltet so früh wie möglich von Zuhause auszuziehen und eigene Wohnung zu haben und du die Chance dazu hast, schätze es!
Vielleicht würden deine studierenden Freunde auch gern eine eigene Wohnung haben, aber müssen ihre Prioritäten setzen: Weiterer Abschluss oder eigene Wohnung?
Für wen halten wir uns denn, Menschen zu sagen, ihre Entscheidung sei falsch, nur weil wir eine andere getroffen hätten?

Wenn deine Vision von einem erstrebenswerten und glücklichen Leben Heirat und Kinder beinhaltet und du den richtigen Partner gefunden hast und körperlich dazu in der Lage bist, gesunde Kinder zur Welt zu bringen, dann schätze es!
Und wenn du Erfüllung darin findest und dir denkst “Wow, nun weiß ich, wozu ich hier bin!”, dann ist das großartig, aber das bedeutet nicht, dass du das Recht hast, anderen Frauen zu sagen, dass sie bevor sie Kinder haben ihren Lebenszweck auf Erden nicht gefunden haben. Ist doch eine etwas krasse Behauptung, oder?
Und selbst, wenn sie einfach nicht wollen oder nicht den Partner finden, mit dem sie es gerne würden, wer sind wir denn, die Prioritätenliste eines anderen zu verurteilen?

Ich sag euch was:
Eines Tages stehen wir alle vor einem großen Urteil. Aber das ist weiß Gott nicht unsere Aufgabe!
Für wen halten wir uns, anderen Leuten zu sagen, welche Lebensgeschichten valide sind und welche nicht?
Und wann sind wir so vermessen und arrogant geworden davon auszugehen, dass unsere Entscheidungen die einzig richtigen sind?
Wann haben wir vergessen, uns einen freien Geist und ein offenes Herz zu bewahren und die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten?
Wann haben wir vergessen zu kommunizieren?

Und nun etwas zu vernünftiger Kommunikation.
Warum hören wir nicht zu? Warum portraitieren wir unser Leben zunehmend virtuell und mittlerweile auch analog so, als sei es das beste Theaterstück, das jemals geschrieben worden sei und alle anderen Erzählungen seien damit null und nichtig?
Wie wäre es, wenn wir die Erzählung etwas ändern?

Situation 1:
A: Möchtest du studieren oder eine Ausbildung machen?

Situation 2:
A: Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?

Situation 3:
A: Willst du eines Tages heiraten und Kinder kriegen?

Von der Grammatik her sind die meisten Ja-oder-Nein-Fragen oder Fragen, die nicht schon eine Antwort suggerieren, offener und bieten damit mehr Platz für wahre Kommunikation, für Austausch.
Seid offen, seid interessiert, hört zu.
Und zum Willen und Zwecke einer offeneren, weniger oberflächlichen Gesellschaft: Verurteilt nicht!
Bitte.

Wie wäre es, wenn wir anfingen richtig coole und interessante Fragen zu stellen?
Sowas wie:
Wie geht es dir?
Was macht dich glücklich?
Was ist dein Lieblingsessen?

Ich könnte noch ewig zu diesem Thema weiterschreiben, aber ich belasse es nun hierbei. Vorerst.
Wie immer, kommentiert gern hier oder sendet mir eine E-Mail oder besucht mich auf Facebook und Instagram.

Bis dann, meine Lieben.

xxx
Gina.

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#socialsaturday: Superficial Society

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#socialsaturday: Superficial Society

Hey my dears,

actually the first idea for a title was “why do we desire that people desire what we desire?”, but then I thought it might be too long. And maybe too confusing.
But seriously, why do we do that?
Okay, okay, I see, I need to put some structure in here, otherwise we will get lost in a hundred topics.
So, give me a sec. And a sip of coffee.

Okay, back to the topic.
What distinguishes us as humans from animals?
I mean despite regular hair cuts, clothes and make-up and hot baths instead of licking ourselves clean like a cat.
Well, philosophers would say reason and language. Homo logos, you know. Which also implies a correlation between language and divine logic or sense.
Can we just wait here a second.
Reason. Well, I don’t know about you, but recently I’ve seen people doing more things that – at least for me – don’t fall under the category of reasonable than I could put in one blog post without boring you.
I mean, take simple things like throwing trash onto the street while walking when the bin is just 2 freaking meters away from you. Does that sound reasonable?
Or pushing your pram into the bus in such a way that no one can get from the front to the end while the bus driver is yelling that everybody should move further to the back and then you shout at the people who kindly ask you if there was a chance they might pass by. Does that sound reasonable?
Other way round, going to the gym to train your biceps so that every girl would fall for your trained body straight away and wants to touch it, but then being at the train station and watching a mother with a toddler and a pram and not helping her get that pretty heavy thing up the stairs, does that sound reasonable?
I think you get what I’m aiming at, but believe me, there are hundreds of millions of examples where I think doubting reason within people is kind of a daily sport.
(Btw: this doesn’t exclude myself, countless times that I kind of watch myself and then wonder “Well, Gina, was that reasonable? Is there any logical thinking left in your head or is it just on top of your neck to look good on a portrait, sheesh, girl, get your shit together!”)

Language. First, let us ask one simple, but very important question: What’s it good for?
Is it just for me to name things and so that I can define things that pop up in my head and explain them to myself?
The keyword is communication. And this means (at least according to various sources I looked up for this post) the sending, receiving and exchanging of information (or things).
But it’s about sending and receiving. Normally this includes two or more people, doesn’t it?
(Don’t judge people, who use this human tool also to communicate with themselves, it’s just you explaining your own thoughts to yourself, which I consider pretty fine, don’t worry.)
So, why and when did communication turn into one interlocutor using the other one as a stage to put their own life narration into the spotlight?
I mean.. where is the exchange?
Believe me, my dears, I commute too often with public transport and even one time forgetting your earphones makes you notice too many things around you. But on the other hand, it’s an impulse for blog posts, huh?
So, please, play this game the next time you’re sitting somewhere and listen to people talking. And I mean, for a while.
Can you find exchange? Like real exchange? Or is it rather everybody just talking about themselves and then it’s the other one’s turn?
Just observe.

Now for the desire part.
Reason and language flow into it, if you are wondering now why I talked about that before.
So, let’s take some pretty common conversation, okay?

Situation 1: Two people graduated from high school.
A: And what are you going to study?
B: I’m not going to study.
A: What?!
B: I want to do an apprenticeship.
A: Ah.

Situation 2: A student (B) living from a part-time job and a credit and someone being at the end of their apprenticeship (A) and already earning “real” money are talking.
A: And when are you going to move out from your parents’ house?
B: Well, actually I’m aiming for higher education and want to do another degree once I finished the first one.
A: So, you don’t want to move out until you’re what? 28?

Situation 3: An engaged or married woman in the process of family planning (A) and a woman focussed on her career (B) are talking.
A: And when are you going to marry?
B: Hm?
A: When are you going to marry and have children?
B: Um, dunno?!
A: Well, darling, we all don’t get younger, do we?

Why is it that we seem to desire that other people desire what we desire?
And this assumption wouldn’t even be the worst thing. The worst thing is the next step that oh so frequently follows:
Judgement.
As if our life narration was the only valid one.

If your greatest desire is to study and you have the privilege of getting a chance to do it, then value it!
There are people who would love to, but that don’t have access to education, let alone higher education.
And if your friend decides that studying isn’t their cup of tea, then congratulate them on their choice and wish them all the best.

If what you define as a desirable life includes moving out as early as possible and having a space of your own and you get the chance to get it, value it!
Maybe your studying friend would love to have a place of their own, too, but they had to decide about their priorities: flat or next degree.
Who are you to tell them they made the wrong choice just because your choice would have been different?

If your vision of a desirable life necessarily includes getting married and having children, and you found the right partner and you were physically able to give birth to healthy children, then guess what, value it!
And if you found fulfilment in that and you think “wow, now I truly know what I’m here for!” than that’s great. But who are you to tell another woman that unless she has children she doesn’t know her purpose here on earth? Isn’t that a bit harsh?
And even if she doesn’t want to, or didn’t find the person with whom she’d love to, who are you to judge someone else’s priority list?

Let me tell you something:
We will all be judged one day. But that’s not our job, believe me.
Who are we to tell other people which desire and life narration is valid and which is not?
And when did we get so presumptuous and arrogant to assume that our choices are the only right ones?
When did we forget to stay open and listen and see the world from different angles?
When did we forget to communicate?

And now for reasonable communication:
Why don’t we listen? Why do we act our lives out on a virtual and now even analogue stage as if it was the best play ever written and any other narration was invalid and less worthy?
Can we maybe change the narration?

How about

Situation 1
A: Are you going to study or do you want to do an apprenticeship?

Situation 2:
A: What are your plans and desires for the future?

Situation 3:
A: Do you want to marry and have children one day?

On a grammatical level, most yes-or-no-questions or questions without suggesting an answer, offer more space for real communication.
Be open, be interested, listen. And for the sake of an open and less superficial society: Don’t judge!
Please.

Can we maybe start asking really cool and interesting questions again?
Like
How are you?
What makes you happy?
What’s your favourite dish?

I could go on writing about this subject, but I’ll leave it at that. For now.
As always, feel free to comment here, share your opinion with me via email or Facebook or Instagram.

So long, my dears.

xxx
Gina.

#freelancefriday: Mythen & Vorurteile

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#freelancefriday: Mythen & Vorurteile

Hey meine Lieben,

heute mal was anderes.
Wie in meinem letzten #writerswednesday Post versprochen, habe ich mir etwas überlegt, um die Verspätung wiedergutzumachen.
Da ich mich öfter mal mit anderen Kreativen austausche und aus diesen Konversationen immer Impulse hervorgehen, ebenso wie beim Hören des deutschen Podcasts Creative Kraut* von einem Freund von mir, habe ich eine Idee gehabt, die mir im Kopf blieb.
So dachte ich, dass es für euch interessant sein könnte, ein bisschen über das Leben eines Freiberuflers (oder auch Freelancers – den Unterschied spreche ich später noch an –) zu erfahren.
Warum bin ich in der Position darüber zu schreiben?
Hm, vornehmlich, weil ich seit mittlerweile 6 Jahren – woop woop – einer bin.
Sechs Jahre?! Ja, anstatt einen Studentenjob anzunehmen, wie viele meiner Kommilitonen, habe ich mich damals dazu entschlossen, mich neben dem Studium selbstständig zu machen.
Klingt saucool oder? Haha, wenn meine nachträgliche Bilanzierung mich nicht trügt, gab es einige Monate oder gar Jahre, in denen ein Studentenjob weeeeesentlich lukrativer gewesen wäre. 😀
Aber ich habe viel auf dem Weg gelernt und er hat mich dahin geführt, wo ich heute bin.

Und da heute scheinbar auf allen möglichen Plattformen das “Baue dein eigenes Business auf”, “Kündige deinen Job und tu, was du liebst” so intensiv beworben wird, dachte ich, könnte es ganz interessant sein, ein bisschen von meinem Weg und meine Gedanken dazu zu teilen.
Was denkt ihr? Gute Idee oder eher Schnapsidee?
Also, lasst mich mal wissen, entweder hier in den Kommentaren oder per E-Mail oder wie üblich über Facebook oder Instagram, ob ich diese Serie hier fortsetzen soll.

Heute würde ich gerne mit einigen Mythen und Vorurteilen gegenüber der freiberuflichen oder Freelancetätigkeit aufräumen.
Dazu nehme ich Aussagen, wie ich sie schon oft gehört oder in den Augen meiner Gesprächspartner gelesen habe, und gehe darauf ein.
Wie immer entspringen die Aussagen natürlich meiner eigenen Erfahrung und Meinung und dienen nicht zur Verallgemeinerung.

Kleiner Disclaimer: Ich schreibe aus der Perspektive eines Freiberuflers, der in Deutschland lebt und arbeitet. Deshalb entsprechen manche Aussagen und Regeln nicht unbedingt dem freiberuflichen Dasein in anderen Ländern. Falls ihr freiberuflich in anderen Ländern tätig seid, lasst mich gern eure Meinung wissen, ich bin interessiert daran, wie es sich in anderen Ländern darstellt und gestaltet!

Also, fangen wir an:

1. Oh, wow, du musst nicht von 8 bis 17 Uhr arbeiten und kannst dir deine Arbeit frei einteilen, wie es dir gefällt!

Also, das kommt darauf an, für was ihr gebucht wurdet.
Wenn ihr etwas unterrichtet oder Kurse gebt, dann solltet ihr schon zur angegebenen Kurszeit erscheinen, nicht wahr?
Aber klar, die Vor- und Nachbereitung könnt ihr zu einem Zeitpunkt machen, der in euren Zeitplan passt, rein theoretisch zumindest, solange ihr zur nächsten Sitzung vorbereitet seid.
Falls es sich um einen Job mit einer Deadline handelt, der aber keine Zwischenziele beinhaltet, mag es zunächst so wirken, als könntet ihr euch den ganzen Tag die Nägel lackieren und nur hier und da mal ein Stündchen arbeiten.
Aber nehmen wir mal an, ihr habt mehr als ein Projekt gleichzeitig laufen, was nicht unüblich ist (und auch etwas mit Geld zu tun hat, aber dazu komme ich gleich), dann müsst ihr schon verdammte Meister des Zeitmanagements sein, um alles unter einen Hut zu bekommen und nicht den Überblick zu verlieren und immer noch bestmöglich abzuliefern.
Und das wiederum, meine Lieben, bedeutet, dass ihr lange arbeiten werdet und oftmals kein Wochenende habt und manchmal sogar gar nicht mehr wisst, welcher Wochentag grad ist.

2. DAS ist dein Stundensatz?! Du verdienst ja ein Vermögen!

Puh, einatmen, ausatmen, ruhig bleiben.
Ja, mein Stundensatz ist höher als das, was du in deiner Festanstellung verdienst, wenn du dein Monatsgehalt durch deine Arbeitstage und dann Stunden teilst.
Stimmt.
ABER: Ich habe keinen Arbeitgeber, der einen gewissen Prozentsatz oder gar die Hälfte meiner Krankenversicherung bezahlt. Ich bin mein Arbeitgeber. Also zahle ich 100%.
Je nachdem, in welchem Bereich ihr arbeitet, kann es sogar sein, dass ihr dazu verpflichtet seid, euch privat zu versichern.
(Und hier kommen wir zum Unterschied: In Deutschland machen wir einen Unterschied zwischen freier Mitarbeiter und Freiberufler, die per definitionem meistens Anwälte, Architekten oder – so wie ich – Kreative wie Autoren sind. Zwar nutzen wir gern den fancy Anglizismus Freelancer, der dann oftmals mit Freiberufler übersetzt wird, aber korrekt ist das nicht. Nicht jeder Freelancer ist ein Freiberufler.)
Und private Krankenversicherung ist niemals günstig.
Außerdem habe ich keinen bezahlten Urlaub. Jeder Tag, an dem ich nicht arbeiten gehe, ist ein Tag, an dem ich kein Geld verdiene.
Ich wiederhole: Jeder Tag, an dem ich nicht arbeiten gehe, ist ein Tag, an dem ich kein Geld verdiene.
Lasst das mal für ‘ne Minute sacken.
Und ja, das bedeutet, dass viele Freelancer (ich benutze den Begriff hier als Zusammenfassung für Freiberufler und freie Mitarbeiter) arbeiten gehen, obwohl sie mega krank sind, schlicht und ergreifend deshalb, weil sie es sich nicht leisten können auszufallen.
Zusätzlich ist meine Arbeit Projektarbeit. Manchmal läuft ein Projekt ein Jahr, manchmal nur einige Monate und manchmal ist es ein sehr kurzfristiges Projekt, wie das Lektorat eines Buches innerhalb einer Woche.
Und das, meine Lieben, bedeutet, dass ich in möglichst kurzer Zeit möglichst viel verdienen sollte, denn wenn man nicht zu den ständig Glücklichen gehört, die bereits für ein Folgeprojekt den Vertrag in der Tasche haben, dass man sich von seinem Ersparten über Wasser halten muss, bis das nächste Projekt eingetütet ist.
(Hinweis: Eure Fixkosten werden dennoch jeden Monat von eurem Konto abgebucht, weil es keine Sau interessiert, ob ihr grade Geldeingänge verzeichnet oder nicht)
Das, in Kombination mit dem, was ich zuvor gesagt habe, führt oftmals dazu, dass Freelancer jede Joboption ergreifen, die sich bietet, sich den Arsch abarbeiten und keine Wochenenden haben, um das Gefühl einer Pseudo-Sicherheit zu haben, sollte das nächste Projekt erstmal auf sich warten lassen.
Und jetzt meine Lieben, stellt euch vor, dass 80% (Zahl ist geschätzt, keine Beweise vorhanden) eurer potentiellen Kunden versuchen, eure Preise zu drücken und mit euch zu verhandeln.
Jetzt bloß nicht verzweifelt wirken und Würde und Selbstwertgefühl bewahren!

3. Es ist total cool, dass du dir deine Projekte selbst aussuchen kannst und nicht immer dasselbe tun musst. Das macht die Arbeit vielfältig, das muss total spannend sein!

Mh, ja und nein.
Also ja, die Arbeit kann sehr vielfältig sein. Vielleicht lektoriert ihr ein Kochbuch, übersetzt die Website eines Coaches, geht als Übersetzer auf eine Messe für Kosmetik und unterstützt den Relaunch der virtuellen Präsenz eines Schuhladens.
Das ist absolut bunt und vielfältig und das ist definitiv eine Sache, die ich am freiberuflichen Arbeiten sehr schätze.
Aber das bedeutet auch, wenn ihr mehrere Projekte parallel laufen habt, dass euer Gehirn sehr schnell und flexibel arbeiten muss, damit ihr innerhalb von 12 Stunden durch 3 verschiedene Themen springen könnt und in allen dreien eure bestmögliche Arbeit abliefert.
Oder innerhalb einer Woche müsst ihr diverse Schreibstile nutzen, euer Gehirn auf andere Sprachen umschalten und dabei immer noch eure Termine einhalten.
Also ja, definitiv ist das total spannend und man lernt aus den verschiedensten Bereichen eine ganze Menge dazu.
(Wie viel ich allein durch das Lektorieren von Texten, mit deren Inhalten ich mich freiwillig nie im Detail beschäftigt hätte, gelernt habe. Und plötzlich entdeckst du dich selbst auf einer Party, wo du über Digitalisierung, Smart Homes, Finanzen und Medizin redest. haha)
Also ja, es ist aufregend, aber es kann auch sehr anstrengend sein.
Und an manchen Tagen wünscht ihr euch einfach nur ein “normales Leben” mit geregelten Arbeitszeiten, wo ihr zu einer bestimmten Uhrzeit nach Hause kommt und Feierabend habt und einfach die Dinge tut, die noch zu tun sind, wie einkaufen und Haushaltskram (denn ja, auch als Freelancer müssen diese Dinge noch irgendwo untergebracht werden) und euch dann mit einem guten Buch oder eurem Lieblingsfilm auf die Couch werfen könnt.
Aber es wäre schlichtweg gelogen, wenn ich jetzt behaupten würde, diese Arbeit sei nicht interessant oder spannend. Klar, nicht jedes Projekt ist ein Wow-Projekt und es gibt Tage, an denen ihr einfach null Bock habt, selbst bei Projekten, die euch eigentlich gut gefallen, aber das hat man ja immer, egal was man arbeitet.
Dennoch sind diese Aspekte definitiv welche, die mir an der freiberuflichen Tätigkeit sehr gut gefallen.

So, so viel zu den Mythen.
Bevor sich nun jemand aufregt, lasst mich kurz ein paar Dinge klarstellen:
1. Ich möchte in keiner Weise sagen, dass Freelance-Arbeit scheiße ist, weil es keinen bezahlten Urlaub gibt oder weil ihr mit einigen Unsicherheiten in Bezug auf Projekte umgehen müsst. Ich will mich darüber auch gar nicht beschweren, denn ihr könntet einfach sagen “Ja, aber das ist das, was du dir ausgesucht hast. Niemand hat dich gezwungen. Du kannst dir auch eine Festanstellung suchen. Das war doch deine Entscheidung.” und ich hätte diesem Argument rein gar nichts entgegenzusetzen.
2. Keineswegs möchte ich Festanstellungen irgendwie runtermachen und das Freelance-Dasein als das Nonplusultra loben oder gar behaupten, dass Freelance-Arbeit stressiger als eine Festanstellung ist. Nein, ganz bestimmt nicht! Eine Freundin von mir ist Krankenschwester, was eine Festanstellung mit bezahltem Urlaub und Krankenversicherung ist, und ich weiß, wie gestresst sie nicht nur an einigen Tagen nach Hause kommt und ich bewundere sie und ihre Kollegen für das, was sie jeden Tag leisten. Ebenso wie ich jedem meine Achtung entgegenbringe, der jeden Tag aufsteht und sein Bestes gibt. Egal, was und in welcher Vertragsform er oder sie nun auch arbeitet.
3. Mein eigentliches Ziel ist es, Verständnis und Bewusstsein für den oftmals weit verbreiteten Irrglauben über freiberufliche oder freie Tätigkeiten zu kreieren.
Sheesh, wenn ihr euch mal in den sozialen Netzen umschaut, bekommt man den Eindruck, dass jeder dritte euch erzählen will, dass ihr euren festen Job in die Tonne hauen und euren Träumen folgen sollt, um das zu tun, was ihr liebt. (Als wenn die Arbeit als Freelancer eine Garantie dafür sei.)
Was ich sagen will: Bitte bedenkt einige Punkte bevor ihr überhaupt irgendwas in die Tonne werft, okay?
Nur weil ihr als Freelancer in diversen Projekten mit vielfältigen Themen arbeitet, heißt das nicht, dass ihr euren Traum lebt, denn wie zuvor gesagt ist es oft so, dass man einfach den nächsten Job annimmt, der sich da bietet, um die Rechnungen zu bezahlen.

Ich will keine der Arbeiten, egal ob nun Freelance, freiberuflich oder feste Anstellung, auf einen Podest stellen und die anderen heruntermachen.
Mir geht es um Verständnis in beide Richtungen.

Lasst mich wissen, was ihr denkt.
Seid ihr Freelancer und liebt es?
Habt ihr eine Festanstellung und spielt mit dem Gedanken, euch selbstständig zu machen? (Falls ja, hoffe ich, dass mein Post euch nicht dazu bewegt hat, diese Idee zu verteufeln. Wenn es das ist, was ihr wirklich wollt, tut es! Ich sage nur, informiert euch vorher und macht eure Hausaufgaben, damit ihr nicht verträumt in irgendetwas hineinstolpert und euch hinterher denkt “Was zur Hölle habe ich getan?!”, okay?)
Habt ihr beide Seiten kennengelernt? Und falls ja, welche bevorzugt ihr und warum?

Lasst euch in den Kommentaren aus.

Auf bald, meine Lieben

xxx
Gina.

 

 

 

 

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#freelancefriday: Myths and Prejudices

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#freelancefriday: Myths and Prejudices

Hey my dears,

today for something different.
First, I told you I prepared something to make up for my belated #writerswednesday post and secondly, I thought this idea was a good one.
As I talked to other creatives and also listened to the German podcast Creative Kraut* from a good friend of mine, this idea popped up in my mind and stayed there, so I thought it might be interesting for you to read a little bit about the life of a freelancer.
Why am I entitled to speak about these things? Well, mostly because I have been working as a freelancer for 6 years now, officially, woop woop.
Six years?! Yep, instead of searching for a part time student job, I decided to build up my freelance business beside my studies.
Sounds so cool, right? Haha, well, if I did my calculation right, there were many months in which working a part time student job would have been wayyyy more lucrative 😀
But, I learned a lot along the way and it brought me where I am today.

And since nowadays on all the platforms setting up your own business and leaving your corporate job and do what you love is so intensively and extensively promoted, I thought you might be interested in me sharing a part of my journey and thoughts upon it.
What do you think? Good idea or rather “hard liquor idea” (Schnapsidee is what we call it in German, don’t ask me why, probably because your ideas after consuming hard liquor might be quite, erm, weird?!)
So, let me know, if you’d like me to continue this series in the comments below or as usual on any other platform like Facebook or Instagram or even via email.

What I prepared for today is to do away with some of the myths and prejudices that are connected to the perception of freelance work.
I’ll post a statement, just like the ones I have heard or read in the eyes of my interlocutors, and then touch upon them.
Of course, as always, the answers derive from my own opinion and experience and are not to be generalised.

Little disclaimer: I write from the perspective and experience of a freelancer working and living in Germany. Of course, certain regulations and have-to’s might differ in your very own country. I would love to hear about freelance work in other countries, so please feel free to share your experience!

So, let’s start with the myths & prejudices:

1. Oh, wow, so you don’t have to work 9 to 5 and can schedule your work as you please!

Well, it depends on the job you got booked for.
If you’re booked for a coaching session on a regular basis or giving courses, of course you have to show up when it’s supposed to take place, huh?
But sure, preparing and the work afterwards you could do when your time allows, as long as you are prepared for the next session.
If it’s a job with a deadline but no schedule in between, it might seem as if you could sleep in and paint your nails all day and then just work one hour here and one hour there.
But let’s assume you have more than one project running at the same time (which by the way is not unusual, as it has something to do with money, too, but I’ll come to that in a minute) and then you have to be an effing master of time management to not lose track and guess what, my dears, often you end up working late and you don’t have a weekend and due to that it might also happen that you forget which day it is at all.

2. THAT is your rate per hour?! You’re earning a fortune!!

Phew, okay, breathe in, breathe out.
Yes, my hourly rate is higher than what you earn in your regular job if you take your monthly income and divide it by your working days and then hours.
True.
BUT: I don’t have a boss that pays a certain percentage or even half of my health insurance. I am my boss. Means I pay 100%.
Depending on the field you work in, you might be obliged to take a private insurance, as is often the case for freelancers in Germany.
Little note: we make a difference between freier Mitarbeiter and Freiberufler, which could be translated as free employee and freelancer, so the latter is mostly by definition a lawyer, architect or – like me – someone working in a creative field, like an author for example.
And private insurance is never cheap.
Furthermore, I don’t have paid vacation. Every day I don’t go to work is a day I don’t earn money.
I repeat: Every day that I don’t go to work is a day that I don’t earn money.
Let that sink in for a moment.
And yes, that means for many freelancers that they go to work although they are ill as a dog, because they simply can’t afford to be sick.
Additionally, I run on projects. Sometimes a project contract is as long as one year, sometimes it’s some months and sometimes it’s a short term thing, like editing a book within a week.
That my friends, means that I have to earn as much as possible in a short time span because in most cases, if you’re not lucky, you don’t have a following project already signed, so it might happen that you have to live on your savings for months or longer. (Note: Your fix costs are still gonna be booked from your bank account, because they don’t give an eff whether you have income or not)
That, connected to what I said before, leads to many freelancers taking nearly every option for a job, even many short term ones, to ensure they have enough savings if the next project start is delayed.
And that in turn makes many freelancers end up having no weekend at all but working their butts off in order to gain a feeling of pseudo-security.
And now, my dears, imagine that nearly 80% (number is estimated, no proof) of the people interested in your services try to press your prices down and negotiate with you.
Try not to look desperate and to keep some self-confidence and self-worth remaining.

3. It’s really cool, you can choose your projects and your work is so diverse, it must be exciting!

Mh, yes and no.
Yes, it’s true, the work can be very diverse as you might be editing a cook book for one client, translate a website for a coach, go on trade fairs as a translator for cosmetics and support the relaunch of the virtual spaces of a shoe company.
Sure, it’s diverse. And that’s an absolute lovable trait to freelance work, to my mind.
But it also means, if all or some of the projects are running in parallel, that your brain needs to work quickly and to stay flexible enough to jump through three different topics within 12 hours and still deliver the best work it can. Or within a week you might have to change the writing style, switch your brain from one language to the other and stick to appointments and schedules.
So, yes, it is exciting and you get many insights into different fields of work and you can learn amazingly much!
(How many things I learned from editing texts about topics that voluntarily I would never have dived into as deep. And then suddenly you find yourself on a party talking about digitalisation, smart homes, finances and medicine, just because your brain remembered the pages you edited. haha)
So, yes, it is exciting, but it can also be very exhausting.
And on some days you just wish you had “a normal life”, come home at the same time of the day and then be free to do the things that need to be done (grocery shopping, household stuff) – because guess what, besides all the project and topic hopping, that needs to be done, too in a freelancer’s life – and then chill with a good book or your favourite movie.
But it would be a lie if I claimed that it’s not diverse or not exciting. Of course, not every project is a wow one, and even in projects you love there are days where you just don’t feel it.
But that’s definitely a trait of freelance work that I consider exciting.

So, so much for the myths.
Before people start arguing now, let me take a stand for myself:
1. I don’t mean to say that freelance work is shit because you don’t get paid vacay or because you have to work a lot and have to deal with a certain insecurity when it comes to projects. I don’t mean to complain about that, either, cause you could say “Well, that’s what you chose. Nobody forced you. You can still go and search for a regular job. It was your decision.” and I wouldn’t have any counter argument against that.
2. Neither do I mean to belittle regular jobs and praise freelance work or claim that freelance work is more stressful than a regular job. Heck, no! A friend of mine is a nurse and I know how much stress that means, and yes it’s a regular job including paid vacation and health insurance, etc., and I truly admire her and her colleagues for doing what they do. Just like I admire everyone getting up in the morning, whatever they work and giving it their best.
3. My main aim is to create awareness and to do away with some of the commonly spread misconceptions as I’d call them about freelance work. Sheesh, when you look onto social media it seems like everybody’s telling you to throw your regular job into a trash bin and follow your dream and do what you love.
What I’m aiming to say is: Please consider some points of freelance work before you throw anything into the bin, okay?
Just because you’re working as a freelancer and have different project options in diverse fields doesn’t mean that you live your dream, because as stated before, sometimes you just have to take the next best offer to pay the bills, you know.

I don’t mean to put any of the jobs, be it regular or freelance, on a pedestal and talk the other one down.
Understanding in both directions is what I’d like to create.

Let me know what you think.
Are you a freelancer and loving it?
Do you have a regular job and are playing with the idea to step into the freelance life? (if so, I hope my post didn’t make you hate the idea, that wasn’t my intention. If that’s what you wanna do, do it, I just say, inform yourself and do your research and do not dreamily trip into something and when you wake up you think “what have I done?!”)
Have you experienced both sides, and if so, which one do you prefer and why?

Let me know in the comments below.

So long, my dears

xxx
Gina.

 

 

 

 

 

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#writerswednesday: Pro vs. Passion

Beitrag auf Deutsch

#writerswednesday:Pro vs. Passion

Hey my dears,

it’s #writerswednesday again. Yes, I know I’m too late, but sorry, “real life” as the grown-ups call it, kept me busy.
But don’t worry, I’m planning on something as a compensation to make up for the delay.

So, what’s today’s topic?
We’re going to have a little chit chat about writing as a profession and writing as a passion.
Which, by the way, does not necessarily exclude one another.
But step by step.

So, let’s say you’re a writer. A passionate one. Maybe you’re a good one. Maybe even a great one.
Let us be honest, tendencies are quite high that you’re not writing for a living.
(If you are, please get in contact with me or comment on this post, I’d love to hear your opinion on all that’s gonna follow now.)

So, maybe you have tried to get your works into publishing houses or maybe you didn’t.
Well, which other options are there to work as a writer?
You could be an editor, so correcting other people’s texts, books, websites, dissertations and other academic texts.
Or you could work as a copy writer in an advertising agency or a marketing agency.
If you have profound journalistic knowledge, maybe you’re even working for a newspaper or magazine. As a writer. Or editor.
Or as something completely different, as it is quite often the case.
But let’s assume your work has something to do with writing, be it building headlines and capturing texts in order to market a product or be it reading and correcting books or other written works.

It was in Austin Kleon’s books Steal like an Artist* and Show your Work* that I was confronted with the idea that instead of aiming for a writing career there is a moment of bliss when your writing hasn’t been commercialised yet, because you can follow your passion and be as free as you want to. No expectations, no briefings, no deadlines, no customer that wants some particular text from you.
In that moment, years ago, when I read it, I was a bit taken aback by this utterance, but the more I thought about it, the more it dawned on me what he meant.
A similar thing is what I experienced in my academic work, because as long as I could choose a topic and hold a presentation on it in a manner which was rather free, besides the design of the slides that was mandatory, I felt like doing exactly what I wanted to do. But once I was asked to write a term paper with all its framework and structure and requirements, I felt so under pressure and was so concentrated on making my academic work fit into the framework, that I actually didn’t pay as much attention to delivering the content in an understandable and logical manner. (I know there is a problem with this example, as presentation and written term paper are two different mediums, but let it just sit here for the sake of the argument, okay? thanks.)

Anyway, as long as your art is not commercialised (yet) you can do what ever you like as you’re not obliged to please a client.
Of course, you should keep your audience in mind and create content that they hopefully gonna love, but that’s not the same as someone yelling at you “THAT is what I paid you for?!”.
You get the idea, I guess.

So, does this now mean that as a professional you’re not passionate?
And vice versa: A passionate creative is not professional?

Well, I’d object both ideas.
But, I’d say the way in which you burn for your own projects differs from the passion you put into your professional work.
My professional services range from text creation to translations, editing and professional storytelling to writing texts for special occasions and I wouldn’t say that there is no passion whatsoever behind it. I love this kind of work!
But I have to admit, the process of creation oftentimes differs from a spontaneous poetic idea that you can’t write down quick enough before it slips through your fingers.

On the other hand, when concerned with my own creative projects, I do not lack a professional approach when it comes to organising a photo shooting, planning in advance or when preparing photo and text combinations.
For instance my Instagram account displays mostly my passionate creative projects and not my booked professional work. But I do plan and organise which post goes together with which picture, when to post it, etc., so I’d claim there is a professional approach towards it.
Admittedly, if I do not stick to the planned postings because I don’t feel like it and prefer another idea, of course, in this field I’m free and flexible to do as I please, which is not the case with a booked service.

Nevertheless, I wouldn’t claim that profession and passion exclude each other.
But the emphasis might differ.

The question is:
Will you really lose your passion once your art becomes your profession?

I for my part, cannot give any hands-on advice on that, as my professional work and my passionate creativity revolve both around language and writing, but differ concerning the content and purpose.
But I know from a friend, who used to draw passionately, that once she had to draw for clients, she felt like losing the passion for what used to lighten up her days and meant fun and relaxation for her.
I’d claim there are often phases, whether it’s writer’s block or just being fed up with something you used to pursue passionately in your free time, but once it gets to the level that you can’t find any joy in it anymore and feel the urge to quit it all together, maybe reconsidering your choices and then adjust them, might help you not lose your passion.
For me personally, I think it is a bliss that everything I do is more or less connected by the red thread of language and text, but that professional and passionate work (because actually, it’s both work, though one might be paid and the other not or not in the same manner) differ content-wise.
If that is possible for you, maybe that’s an option for you, too.
I know others who would get distracted by having so many different projects running and who prefer to concentrate on one approach or method or type of work completely. (Which I can understand completely btw!)
And it’s not that I chose all my work to differ to this extent, but it just took its way in that direction for now and I see the positive in it.

Fortunately, I never got to a point where I considered giving up writing all together.
Giving up Instagram? Yes.
Deleting Facebook? Yes.
Stop blogging? Yes.
But writing itself and for itself? Never.

Whether that was now supported by the fact that my professional and passionate work differ or whether it’s just written into my bones and onto my heart, I can’t define.

What’s your opinion and/or experience with that?
Did you make your passion your profession and regret it afterwards?
Do you purposely not make your passion your profession?

Please share your thoughts, I’m eager to know.

So long, my dears

xxx
Gina.

 

 

 

 

 

 

 

 

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international women’s day / Internationaler Frauentag

manufaktur lichtbild
andreas trnka

My dears,

tomorrow it’s international women’s day
& I have prepared six posts on Facebook and Instagram for you.

Make sure you check it out!

xxx

Meine Lieben,

morgen ist internationaler Frauentag
& ich habe sechs Posts auf Facebook und Instagram für euch vorbereitet.

Schaut auf jeden Fall vorbei!

xxx

#modelmonday: The Carnival of Characters

Beitrag auf Deutsch

#modelmonday: The Carnival of Characters

Helau & Alaaf, my dears!

Well, if you don’t know what that means, probably you’re not from Germany and/or have never lived in areas where carnival a.k.a Fasching (in my area we call it Karneval) is celebrated.
No prob, it’s a great festivity before Lent, with a long tradition, where everybody dresses up as someone or something else and celebrates with parades and music (and a lot of booze).
It’s not comparable to the colourful carnival de Rio, obviously, as the weather mostly isn’t as spectacular, but many people across Germany get feverish for the 5th season, as it’s also called.
[if you want to know more about this tradition, which has its roots in Christianity, let me know or ask uncle Google or aunt Wiki :p ]

So, now, Gina, is modelling like a great carnival in front of the cam?
Do you feel like wearing a disguise or dressing up as someone else when you work as a model?

Well, for me personally, my work in front of the cam is not comparable to carnival.
Although I participated in photo projects in which I felt like wearing a disguise or rather like an actress playing a role and slipping into a different character.

dw-foto-art
justyhmakeup

But in my personal case, I have to say that modelling showed me rather more of my own facets than taking me away from my own character, I’d say.
I think, the fearful thoughts of a mother, when the kid says “Mum, I’m gonna become a model!” swirl around things like “Great, now they will get superficial, compare themselves constantly to other models, take their measurements three times a day and only eat cotton pads soaked with orange juice!”. Ergo: Panic!
And by no means do I intend to diminish or belittle these worries.
The age, in which many of the girls and boys start entering the model business, is a fragile one, one, in which the self-confidence and character is not yet as stable as to deal with the constant competition, the comparisons and the many rejections without taking it personally or connecting it to oneself and one’s body.
On the other hand, we could say that youngsters don’t have to enter the model biz for that, as peer dynamics and peer pressure do the same.
That’s what I know from my instagram-free youth. Nowadays the oh so social media just adds to it.
But what I’m aiming at, is that youngsters and young adults will end up searching for themselves and their uniqueness by trial and error anyway. One day they will run around like a hippie without a bra and the next day they’ll wear fake lashes looking like a femme fatale.
I am not denying that the pressure in the model industry, especially if pursued as a professional career and not a hobby, is another dimension!
Important note here: No matter, whether it’s normal peer dynamics or whether your children, friends, etc. decide to start modelling, let them try out things, but if you detect dangerous and harmful changes in their behaviour and thought patterns, please do talk to them! That’s my humble opinion.

Talking from my own experience, I can definitely say that there were moments in which I compared myself to other models concerning height, measurements, weight, outward appearance, hair, style, body and work ethic. But probably every employee and amateur pursuing a hobby does the same.
We compare each other and our work.
And probably that’s the biggest crux in this particular field of work: To make a distinction between your work and your body when it comes to modelling isn’t as easy as in other fields, let’s say a report, a product, a text.
If I wrote a text my client doesn’t like and they say “Gina, the text you produced does not fit my requirements.”, of course, I could take it personally, but there is the text and here I am. Although I produced the text, the text is not me.
But when a photographer says “Gina, your posture is a catastrophe and your body doesn’t look like the measurements on your profile, you seem more corpulent.”, to make this distinction between my work and my outward appearance, my body, the home of my soul, becomes far more complicated.
I think you get what I mean.

But it’s not impossible. It’s a lot of hard work, as is taking critique not too personal in general and to despair and doubt oneself directly, which probably everyone of you knows, be it professional, hobby wise or in personal matters.

Fortunately, in retrospect, I can say that modelling rather helped me see and understand my own facets than pushing me into crises.
To the contrary: On days, where work didn’t go as planned or when in personal situations things went wrong and I started doubting myself, my work and wondered what the eff I was doing, a look on my colourful portfolio often gave me a kick of “I am Miss fucking Laventura, I have been so many things already, a fairy, a nerd, a fashion model, an artificial being, the powerful rock girl, the delicate one, and so much more. Why the heck should I not be able to do it?!”

helena behle

JimP4nsen

dw-foto-art
justyhmakeup

vanessa marie

sw-fotografie

norbert josefsson

But, here’s a big BUT, that can also be related to the fact that first of all I didn’t pursue a professional model career, I didn’t run from casting to casting, and quite early on my focus was put on creative, artsy productions and later on on expressive pictures that I could combine with my texts. Maybe that helped me a bit to escape the pressure of the mainstream. (And I say that with all the love, I mean the popular fields of beauty, fashion, lifestyle, commercial).

By the way, I don’t mean to sugarcoat anything here. I received so many rejections that I can’t even put all the frustration, disappointment and doubts into words right here.
Agency after agency rejected me because they didn’t see good placement chances with their clients, because either my face was too special or not special enough.
So many jobs slipped through my fingers, although I fulfilled all the requirements, etc. etc. etc.

But through all this experimenting one can learn what feels natural and what doesn’t, where is the line between a facet of me and a role I play?
There were shootings in which I wore clothes and styles that couldn’t have felt more strange to me and I can say, it was a role I loved playing.

christian becker
visahamm

What counts then for me is: Did I play the role well? Does it come across as authentic?

Likewise, there were shootings that set out as a role, with which I couldn’t identify at all, and during the shooting itself I discovered that it was an unknown or even neglected facet of myself.

norbert josefsson

This playing and experimenting has the potential to teach you a lot about yourself, which can also contribute positively to self-confidence.
After a while, it becomes clear what feels natural and what feels like a role, which role is a role that I can identify with and which one goes completely against my natural disposition.
Likewise, it teaches you to reject projects that don’t fit you, no matter how versatile and flexible you are, because if it’s a role that you cannot bring across authentically, it doesn’t serve anyone.

And sometimes it’s just great fun to jump into a different character and to be someone you’re normally not.
Like on Karneval: You’re a princess, a king, a clown, a childhood hero.

The most important thing is that you always take the core of yourself with you.
And that means mostly and foremost to know yourself and to get to know yourself. Of course, laughing about and with yourself, too.
And in an ideal case it’s fun and enjoyable to be yourself.
With all the facets, crazy attitudes and quirks.

manufaktur lichtbild
andreas trnka

Did/do you celebrate carnival?
If so, what’s your disguise today? Who are you?
I’m sick, so I go as a bottle of cough sirup.
And you?

xxx
Gina.

#modelmonday: Der Karneval der Charaktere

#modelmonday: Der Karneval der Charaktere

Helau und Alaaf, meine Lieben!

Eigentlich war für diesen #modelmonday ein anderes Thema vorgesehen, aber da heute Rosenmontag ist, habe ich mich spontan umentschlossen.
Wer seid ihr heute? Als was habt ihr euch verkleidet?

Gina, wenn du ein Fotoshooting planst und umsetzt, fühlst du dich dann verkleidet?
Bist du dann auch jemand für den Moment, der du eigentlich nicht bist?
Ist Modeln wie Rosenmontag, nur vor der Kamera?

Ich persönlich würde meine Arbeit vor der Kamera nicht mit Rosenmontag gleichsetzen, aber ich kann definitiv bestätigen, dass ich mich bei einigen Fotoshootings verkleidet gefühlt habe, bzw. wie eine Schauspielerin, die die Rolle eines fremden Charakters einnimmt.

dw-foto-art
justyhmakeup

Allerdings ist es in den meisten Fällen für mich persönlich doch eher so, dass ich durch das Modeln meine eigenen Facetten besser kennengelernt hab.
Ich denke, die Befürchtung einer jeden Mutter, wenn das Töchterchen (oder auch der Sohn) sagt “Mama, ich werd Model!” geht so in die Richtung “Oh nein, sie wird oberflächlich werden, sich nur noch mit anderen vergleichen, drei Mal am Tag ihre Maße nehmen und nur noch in O-Saft getränkte Wattebäuschchen zu sich nehmen!”. Ergo: Panik!
Diese Befürchtungen möchte ich hiermit auch keineswegs herunterspielen, da sie leider leider oftmals berechtigt sind und das Alter, in dem viele Mädels (und auch Jungs) mit dem Modeln beginnen, ist oftmals eins, in dem der Charakter und das Selbstbewusstsein nicht so gefestigt ist, dass man dem Vergleichswahn, dem Konkurrenzkampf und den vielen Absagen standhalten kann, ohne es auf sich persönlich und den eigenen Körper zu beziehen.
Allerdings kann man auch sagen, dass die Kids (Teens, Twens) dazu nicht unbedingt ins Modelbusiness einsteigen müssen, das schafft Gruppenzwang und Gruppendynamik auch ganz von allein.
Das kenn ich noch aus meiner instagramfreien Jugend. Heute kommen die ach so sozialen Medien als Faktor noch obendrauf.
Worauf ich aber eigentlich hinauswill, ist, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen so oder so in einer Findungsphase landen werden, in der sie sich ausprobieren werden, in denen sie durch die Gegend titschen und heute ohne BH im Hippielook und morgen mit angeklebten Wimpern als Femme fatale durch die Gegend düsen werden.
Dass der Druck im Modelbusiness, vor allem, wenn es sich um das professionelle Business und nicht um ein Hobby handelt, nochmal eine ganz andere Dimension annimmt, will ich hiermit absolut nicht in Abrede stellen!
Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Egal, ob durch allgemeine Gruppendynamik oder weil eure Kinder, Freunde, etc. sich zum Modeln entschließen, lasst ihnen etwas Freilauf, um sich auszuprobieren, aber wenn ihr merkt, dass es ihnen nicht gut tut, ihr gefährliche Veränderungen im Verhalten und in Denkmustern erkennt, sprecht unbedingt mit ihnen! Das nur als meine eigene bescheidene Meinung.

Aus dem Nähkästchen geplaudert kann ich sagen, dass es definitiv Momente gab, in denen ich mich mit anderen Models, was Größe, Maße, Gewicht, etc. anbelangt verglichen habe, Körper, Ausdruck, Haare, Arbeitsweise. Das tut sicherlich jeder Arbeitnehmer, ebenso wie Amateure, die ein Hobby ausüben. Man vergleicht sich, bzw. seine Arbeit.
Und genau das ist in diesem Bereich vermutlich der große Knackpunkt: Die Arbeit vor der Kamera ist nicht so einfach von dem eigenen Körper und Aussehen zu lösen, wie vielleicht eine Arbeit, die ich produziere, ein Bericht, ein Produkt, ein Text, eine Aufgabe.
Wenn mein Auftraggeber sagt “Frau Laventura, der Text, den Sie da verfasst haben, trifft überhaupt nicht meine Vorstellungen.”, dann kann ich das natürlich persönlich nehmen, aber da ist der Text und hier bin ich. Auch wenn ich ihn produziert habe, ist er nicht ich.
Wenn ein Fotograf sagt “Gina, deine Körperhaltung ist eine Katastrophe und nach den von dir angegebenen Maßen siehst du nicht aus, du wirkst fülliger.”, dann wird es definitiv schwieriger, diese Kritik von meinem Äußeren, von meinem Körper, dem Zuhause meiner Seele, zu lösen.
Ihr versteht, denke ich.

Aber unmöglich ist es nicht. Es ist Arbeit, genauso wie es Arbeit ist, Kritik nicht immer persönlich zu nehmen und direkt an sich selbst zu (ver)zweifeln, was sicherlich ein jeder von euch kennt, egal ob nun im Beruf, im Privatleben, im Hobby oder sonst wie.

Was ich glücklicherweise sagen kann, ist, dass rückblickend betrachtet, das Modeln eher zum Erkennen meiner eigenen Facetten und meiner Vielfältigkeit beigetragen hat, als dass es mich in heftige Sinnkrisen gestoßen hat.
Im Gegenteil: An Tagen, an denen ich aufgrund anderer Arbeiten, die vielleicht nicht so rosig liefen oder aus persönlichen Umständen, an mir selbst, dem, was ich tue und sonstigen Fragen des Lebens verzweifelt bin und nicht wusste, was ich tun sollte, half sogar manchmal ein Blick auf mein buntes Portfolio um mir den Kick “Ich bin Miss fucking Laventura, und ich bin schon so vieles gewesen, eine Märchenfee im Wald, ein Nerd, ein Fashion Model, eine Kunstfigur, die starke Rockige, das sanfte Mädchen, und so vieles mehr. Wieso zur Hölle sollte ich das jetzt nicht packen?!” zu geben.

helena behle

JimP4nsen

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justyhmakeup

vanessa marie

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norbert josefsson

Aber, ganz großes Aber, das kann natürlich auch sehr stark damit zusammenhängen, dass ich nie eine professionelle Karriere im Modelbiz verfolgt habe, nie von Casting zu Casting gerannt bin und mich schon recht früh auf den künstlerischen Ausdruck und späterhin sehr deutlich auf ausdrucksstarke, mit Text kombinierbare, geschichtenerzählende Darstellungen fokussiert habe, und damit vielleicht sogar dem Druck des Mainstreams (und das sage ich ganz liebevoll und meine ich absolut nicht abwertend! Ich meine damit die gängigen Aufnahmebereiche im High Fashion und Commercial Bereich wie Fashion, Lifestyle, Beauty, Kosmetik, Werbung, etc.) etwas entkommen bin.

Beschönigen möchte ich hier im Übrigen gar nichts, ich habe so viele Absagen bekommen, dass ich den Frust und die Enttäuschung und die Zweifel, die mich manches Mal dadurch einholten, gar nicht in ein paar Zeilen fassen kann. Agentur um Agentur hat mich abgelehnt, weil sie keine oder zu geringe Vermittlungschancen beim Kunden sahen, mein Gesicht mal zu speziell und mal nicht speziell genug war. Jobs, die mir durch die Lappen gingen, obwohl ich alle angegebenen Voraussetzungen offiziell erfüllt habe und und und.

Aber und dennoch kann und muss ich sagen, dass durch das Ausprobieren der verschiedenen Rollen, einem auch klar werden kann, was sich natürlich anfühlt und was nicht.
Es gab Shootings, in denen ich Kleidung und Styles trug, die sich fremder nicht hätten anfühlen können und ich kann sagen, es war eine Rolle, die ich absolut gern gespielt habe.

christian becker
visahamm

Und dann ist für mich relevant: Habe ich sie gut gespielt? Kommt der Ausdruck authentisch rüber?

Gleichfalls gab es Shootings, die für mich als eine Art Rolle begannen, weil ich mich zunächst so Null Komma Null damit identifizieren konnte, wo ich aber hinterher feststellen musste, dass es sich so verkehrt gar nicht angefühlt hat. Dadurch habe ich dann eine bislang unentdeckte oder ja vielleicht sogar verdrängte oder vernachlässigte Facette an mir selbst erkannt.

norbert josefsson

Durch dieses Experimentieren kann man enorm viel über sich selbst lernen, was wiederum sogar einen positiven Beitrag zum Selbstbewusstsein leisten kann.
Im Laufe der Zeit, wenn die Erfahrung sich häuft, weiß man auch, was eine Rolle ist, die man unbedingt spielen möchte und was eine Facette von sich selbst ist, die an diesem Termin nach vorne gekehrt werden soll. Ebenso lernt man, gewisse Projektideen kategorisch abzulehnen, weil man sich in dieser Rolle wirklich absolut nicht einfinden kann und egal, wie offen und flexibel man ist, wenn es dem eigenen Naturell absolut entgegengesetzt ist und einem widerstrebt, dann werden die Bilder meist auch nicht authentisch, expressiv und toll. Was im Endeffekt bedeutet, dass niemand der Beteiligten wirklich etwas davon hat und nur das Projekt an sich leiden würde.

Und manchmal macht es auch einfach nur Spaß, sich in die Kleidung eines anderen Charakters zu werfen und einfach mal etwas oder jemand zu sein, der man sonst nicht ist.
So wie heute, ihr seid heute Könige und Bettler, Prinzessinnen und Monster, Drachen, Polizisten, Verbrecher, Clowns und Kindheitshelden.

Wichtig ist wohl, bei allem, was man tut, dass man sich selbst im Kern immer mitnimmt.
Und dazu gehört wohl, zu allererst sich selbst zu kennen und kennenzulernen.
Und natürlich, dass man über und mit sich selbst lachen kann und im Idealfall, dass es Spaß macht, man selbst zu sein.
Mit all seinen Facetten, verrückten Attitüden, Eigenheiten.

manufaktur lichtbild
andreas trnka

Als was seid ihr heute verkleidet? Wer seid ihr heute?
Ich hänge mit einer Erkältung in den Seilen. Ich bin also heut das kleine grüne Männchen aus der Hustensaftwerbung.
Und ihr so?

xxx
Gina.

#sundaystory: Vergewaltigt

#sundaystory: Vergewaltigt

Für leseschreiberin
Die vorgegebenen Elemente waren:

a) Deutsch
b) Vergewaltigt
c) Theater, Luft, spiegelverkehrt
d) Komödie

Vergewaltigt

“Ich habe mir das alles nochmal vergewaltigt und denke, dass du viel zu wenig über Kunst und Kultur weißt, Dana.”, sagt mein Vater.

“Verge-was, Papa?”

“Na, ich hab mir die ganze Situation nochmal durch den Kopf gehen lassen, mir angeschaut, wie du so deinen Tag verbringst, ich habe mir das eben alles nochmal vergewaltigt.”

“Du meinst vergegenwärtigt, ja?”

“Oh, Frau Gymnasium macht jetzt hier einen auf superschlau und versucht den Alten nass zu machen, was? So nicht, Frollein! Ich sage dir, du lernst ja nix, immer nur Schminke hier und Freunde treffen da.”

Ich rolle mit den Augen und atme tief durch.

“Papa, in Anbetracht der Tatsache, dass ich seit Wochen für die Abschlussprüfung durchlerne und jede Nacht nur um die vier Stunden schlafe, glaub mir, es ist besser für uns alle, wenn ich mich schminke und nicht aussehe wie ein überfahrener Iltis, okay?”

“Jaja, lernen”, sagt er und setzt dabei das Wort ‘lernen’ mit seinen ketchupverschmierten Fingern in Anführungszeichen.

“Papa!”

“Dana,” sagt er schmatzender und mampfender Weise. “Du trifft deine Freundinnen faft jeden Tag und ftändig quatft ihr nur über die Jungf und jetf willf du mir daf alf lernen verkaufen…”

Ich rolle erneut mit den Augen. “Papa, erstens versteh ich nur die Hälfte, wenn du ne halbe zerkaute Kuh in der Schnute hast und zweitens, welche Jungs?!”

Er schluckt den letzten Bissen runter. “Aha, hast mich also doch verstanden! Na, die ganzen hier, wie sie heißen da… William und Oscar und dann irgendwelche Intrigen mit Virginia und Jane und was weiß ich, was ihr euch da für ne Seifenoper zusammenquatscht, wenn ihr da nächtelang zusammen Pyjamaparty macht.”

Ich. raste. aus.

Kurzer, ganz kurzer Einblick in die Situation. Jeden Sonntag im Sommer grillen wir draußen auf der Terrasse. Richtig hübsch klassisch. Also klassisch asi. Vatti in Fliegerseide und Mutti mit Lockenwicklern um den Kopf. Nein, kein Scherz, ja, leider wahr. Was soll ich machen. Wäre ja halb so wild, habe mich mittlerweile dran gewöhnt, dass meine Eltern noch nicht mal versuchen mich zu verstehen, aber die nächste Kiste ist einfach, dass jeden dritten Sonntag und der liebe Herrgott allein weiß, warum es jeder dritte Sonntag ist, kriegt mein Vater irgendeine Sinnkrise und meint mich belehren zu müssen. Dann sorgt er sich um meine Bildung und meine Berufschancen und all sowas. Wir erwähnen jetzt mal nicht, dass ich letztes Jahr Klassenbeste und Zweitbeste des Jahrgangs war, ist okay, kein Problem. Diese überväterliche Sorge hat mir im Laufe eines einzigen Sommers bereits die unsäglichsten Erlebnisse beschert: Das eine Mal, wo mein Vater mich zu einer Podiumsdiskussion in der Stadthalle schleppte, um mit den Lokalpolitikern zu diskutieren, was für mich persönlich gut lief, für ihn leider nicht so, als er aus dem Saal geworfen wurde, nachdem er den Oberbürgermeister gefragt hatte, mit wem er geschlafen habe, um diese Position zu erreichen, da er eine – ich zitiere – “Flachpfeife sondergleichen” sei. Jap.

Oder das andere Mal, als er sich um meine sozialen Kompetenzen sorgte und mich zu einem Hockey-Schnupperkurs anmeldete. Super Idee. Ich bin in Sportarten, die irgendwas mit Schlägern oder Bällen zu tun haben in etwa so kompetent wie besagter Oberbürgermeister in seinem Amt, also gar nicht. Immerhin lerne ich schnell und schaffte es zumindest, nur jeden dritten Schlag zwischen die Beine und vors Schienbein zu bekommen. Skurril wurde es, als mein Vater mich dann anfeuerte, die Gegner zu fowlen, was mich mitten auf dem Spielfeld zu der Frage veranlasste, wer von uns beiden eigentlich an seinen sozialen Kompetenzen arbeiten müsse. Immerhin hab ich mich beim Captain des gegnerischen Teams entschuldigt, nachdem ich ihn mit meinem Hockeyschläger ungünstig an der Schläfe getroffen hatte. Also, so ungünstig, dass er bewusstlos wurde. Wenn ich sein benebeltes Grinsen richtig gedeutet habe, hat er meine Entschuldigung immerhin angenommen.

Oder das andere Mal, als mein Vater die grandiose Idee hatte, ich solle mich körperlich ertüchtigen, denn – ich zitiere wieder – “in Sahne recko Korporo.” Genau, Papa, genau, Sahne spielt bestimmt ne Rolle hier. (Kein Wunder, dass ich schon seit frühester Kindheit Brille tragen muss, ich wette, ich fing schon früh an mit den Augen zu rollen, bei dem Senf, den dieser gute Mann manchmal von sich gibt.) Schwimmverein! Hielt er für eine prächtige Idee. Es würde alle Muskeln beanspruchen, gleichzeitig würde man nicht so eklig verschwitzt sein und so weiter und so fort, ellenlanger Vortrag. Nur als Randinfo: Ich habe meinen Vater nie schwimmen sehen. Also schwimmen im Sinne von Strecke im Wasser zurücklegen. Er treibt so mehr, wenn ihr versteht. Toter Mann mit Bier in der Hand. Oder wahlweise mobile Kinderhalterung mit selbst mitgebrachtem Rettungsring. Ihr versteht schon. Fand ich trotzdem ne ganz süße Idee, weil Papa anscheinend verpasst hatte, dass ich nach dem Seepferdchen auch noch die folgenden Abzeichen gemacht hatte, aber nun gut. Als sich alsbald zeigte, dass ich schon sehr gut schwimmen konnte – größte Verwunderung seitens meines Vaters –, meinte er, es sei sicherlich gut, wenn ich mich “auf dem Wasser” bewegen könne (Darf ich mich kurz vorstellen: Dana von Nazareth, Jesus war mein Cousin. – wie soll man denn bei sowas nicht mit den Augen rollen?! –), aber “unter Wasser ist auch wichtig”, meinte Papa. Ich holte grad tief Luft um zu protestieren, als er mich auch schon mit einer Hand unter Wasser drückte, mit den Worten “wollen mal sehen, wie lang du die Luft anhalten kannst”. Hustender Weise und schlumpfblau entließ er mich dann nach 3 Minuten seinem lehrreichen Griff.

Ja, das war ein kurzer Einblick in die lehrreichen Stunden im Unterricht meines Vaters.
Und nun das hier. Wohin das auch immer führen sollte.

Zurück zum Thema.

“Papa… das sind keine Pyjamaparties. Wenn Lotte und Chris kommen, dann lernen wir für die Abschlussprüfung! Und William, Oscar, Virginia und Jane sind Autoren!”

“Autoren, was autorieren die denn so?”, sagt Papa spitzfindig während er mit dem Zahnstocher an seinem Eckzahn herumpult. (Gott, ich wünschte es wäre ein Goldzahn, das würde SO sehr ins Bild passen…)

Ich atme tief ein, ziehe Luft durch die Zähne, stoße sie geräuschvoll aus.

“Sie schrieben. Präteritum. Sie sind tot. Verdammt Papa, Shakespeare? Wilde? Woolf? Austen?”

“Hm?” macht er und zieht eine Augenbraue hoch.

“Ach, schon gut.” sage ich resigniert.

“Jedenfalls,”, hebt er feierlich an, “habe ich mir überlegt, dass wir zwei ins Theater gehen.”

“Ins Theater?”

“Ja, ins Theater.”

“Ins Theater? Du? Ich? Ins Theater?” keuche ich.

“Sag mal, Dana, bist du heut schwer von Begriff? Hast du von Muttis Bowle genascht?”

“Ja, nein, hab ich nicht. Okay, ins Theater. Du willst mit mir ins Theater. Wann? Und was wird gespielt?”

“Na, heut Abend geben sie Romeo und Julia, ein klassisches Stück der Kultur.”, sagt er stolz.

“Ja, was für eine ausgezeichnete und außergewöhnliche Wahl.”, gebe ich zurück.

“Ja, nicht wahr?!”, sagt er mit stolz geschwollener Brust.

Ich schließe die Augen, um ihnen eine Pause vom Rollen zu gönnen.

“Okay, Romeo und Julia. Bitte, so sei es denn.”, sage ich. Widerstand war von jeher zwecklos gewesen, also durchatmen und über sich ergehen lassen. Einzige Lösung.

Mein Vater grinst zufrieden und sagt “Aber zieh dir was nettes an, ja. Immerhin ist es Theater!”

“Ja, daran bin ich schon gewöhnt..”, sage ich.

“Was?” brüllt er, während ich dabei bin mich in mein Zimmer zurückzuziehen.

“Ach nix.”

 

Punkt sieben steh ich gestriegelt bei uns in der Küche, wie es sich eben für einen Theaterbesuch gehört, Hosenanzug, Bluse, Lederschuhe mit kleinem Absatz, die sonst recht widerspenstigen Haare zu einem ordentlichen Knoten gezaubert.

Dann kommt mein Vater. Ich bin sprachlos.

Also ich bin mir nicht sicher, ob er “Der Pate” ein mal zu oft gesehen hat oder, ob er sich einfach direkt der Familie Montague oder Capulet anschließen will. Fast befürchte ich, er wolle selbst heut Abend auf die Bühne gehen. Der Anzug ist ihm zwar nur minimal zu klein, aber das Jackett kann er nur gerade eben so schließen, wenn er den Bauch etwas einzieht und ziemlich kontrolliert atmet. Die Weste darunter und die Fliege lassen ihn etwas zu pompös für das schnöde lokale Theater aussehen und die polierten Lackschuhe, die glänzen wie eine Speckschwarte sind nur noch von seinen mit Frisiercreme in Form gelegten Haaren zu übertreffen. Ich weiß ja nicht, wann das mal Mode war, aber sicherlich muss das vor meiner Geburt gewesen sein. Mindestens so lang muss auch der Kauf dieser Artikel her gewesen sein.

Mein Vater streckt sich, stellt den Arm in die Hüfte und spreizt ihn ab, sodass ein einladendes Dreieck entsteht. Dann grinst er mich an. “Na, was ist, kommste?”

Ich atme tief durch, hake mich ein und wir marschieren Richtung Theater.

Wir treten ein und die Leute glotzen meinen Vater an. Unwillkürlich versuche ich meinen Arm aus seiner Ellbeuge zu lösen. Vergeblich, er hat ihn fest im Griff. Alle schauen ihn an, als gehöre er zum Ensemble. Wir gehen schnurstracks durch und finden unsere Plätze schnell. Es wird zügig dunkel. Zum Glück.

Mein Vater ist voll drin im Geschehen und kommentiert mit heftigem Stöhnen, mit “Ah”s und “Oh”s, die Handlung auf der Bühne, was uns von unseren Sitznachbarn böse Blicke einbringt.

Als Julia den Trank der Tränke hoch hält, um ihn gleich darauf zu sich zu nehmen, friemelt mein Vater ein kleines Schnapsfläschchen aus der Innentasche seines Anzugs, hält sie der Julia in einer Bewegung, die ihrer spiegelverkehrt ähnlich kommt, entgegen und flüstert “Prösterken, wer trinkt schon gern allein, Jule, wa?” und kippt zeitgleich mit ihr den Trank hinunter. Ich rolle nicht mit den Augen, einzig und allein aus dem Grund, dass ich das Stück ungestört weitersehen möchte.

Der Rest des Stücks bleibt weitestgehend komplikationsfrei von Seiten meines Vaters, was sicherlich dem Konsum von zwei weiteren Fläschchen zu verdanken ist.

Als wir später in die laue Sommerluft aus dem Theater treten, meint mein Vater:
“Na, Dana, was sagst du? War das nicht viel besser, als mit den Mädels über Schnickschnack zu quatschen? Das war doch mal ordentliches Kulturprogramm!”

“Fragt sich nur, für wen.”, meine ich.

Mein Vater ignoriert meine zynischen Kommentare geflissentlich und zwingt meinen Arm wieder liebevoll in seinen Würgegriff à la Rocky Balboa.

“Aber du, alle reden ja von dieser großen Liebe und wie toll Romeo ist, ne.”, sagt Papa plötzlich nachdenklich.

“Hmm.” mache ich.

“Aber das mit dem Trinken muss der Jung noch üben, wa? So ganz helle war der wohl nicht. Die Jule war da ja trinkfester als er.”

Ich rolle mit den Augen…

 

 

 

Gina Laventura © 2019

#socialsaturday: Idols vs. Inspiring People

#socialsaturday: Idols vs. Inspiring People

Hey my dears,

there is something that I have had on my mind for quite a while now and I thought it’s about time to tackle the topic.
So, today we’re gonna talk about the concept of idols and inspiring people.

Why? Well, first of all, because I consider it interesting and as this is my virtual space here… but moreover, because I think it’s an up to date topic, especially in times like these, where social media is as popular as it is.

According to the Oxford Dictionary idol has the following meaning:

and according to the same source, inspiration has the following meaning:

As a creative you’re often asked “Who are your idols?” or at least I have the feeling that this question pops up from time to time. Or the other way round, creatives stating who their idols are.
On the flip side, the question “What inspires you?” comes up frequently as well.
And I can’t help myself but feeling the urge to make a distinction between both. (Which is also supported by the fact that the dictionary makes a distinction.)

To go a bit deeper, I personally have a slight rejective feeling towards the word idol, as for me, it has a connotation of wanting to be like one’s idol or even worse, being them.
And now taking the definition into account, it also has this aspect of God and worship, and yes, I know it’s said that humans were build in the image of God, but I don’t know…
Let’s take an example: I love Oscar Wilde’s works. I adore his writing style, his subtle social critique and I read about his personal life as well.
But would I call him my idol? No.
Because that for me would imply that I wanted to write like him, be like him, which for me includes a bit of being a copy cat or neglecting my own potential, talent and not searching for my own voice as a writer.
And sorry, Oscar, but I do not consider you a God. (Although we tend to say things like “Gosh, this man is a GOD.” and yes, colloquially everybody knows what’s meant by that, but in serious terms… no.)

Even if we take someone else as an example, maybe less male and less dead (God bless him), I wouldn’t call Elizabeth Gilbert for instance my idol. Sorry, Liz.
I really loved reading her books, some of her approaches caused a click moment in my brain, made me think and took my thoughts down other roads that I didn’t perceive before.
But that’s what I’d call an inspiration. Not an idol.
Because, with all due respect, I wouldn’t like to swap my life for hers.
And I guess that’s the greatest part within the process of distinction I’d make.

Don’t get me wrong, I loved meeting her on a reading tour in Germany for her book Big Magic* two years ago and I was really touched when my question was one of the last ones and she took her time and even asked a little more to understand my question correctly before answering.

*Hi, Liz, if you read this, I was the girl asking about how to know when it’s fear trying to take over and when it’s your intuition telling you not to do it because it’s better for you. (I took the leap of faith and did it, overcame the weird feelings, put myself through it and the outcome wasn’t as great, so my intuition was right, but I consider it a good lesson in many ways and I’m still more than grateful for your advice and words.)*

Okay, back to the topic, my friends.
I consider her an inspiring person, in terms of writing, in terms of being a person.

But with all the movements I perceive on social media, I get a little worried that these two terms get mixed up a lot and people call youtubers and influencers inspiring when they are actually treating them like idols, not questioning the actions of said person, but tending to follow their example and just do the same.
And this uncritical worshipping is what worries me a lot.

Suddenly, you get up at 5 a.m. because your idol does and you go to the gym because your idol does.
Which is nice. Nothing against early birds and gyms.
But did you question whether it fits your individual body type? Whether it fits your schedule?
Maybe you’re the type of person that is better at working out later, maybe you’re the type of person that needs to sleep 8 hours, but your idol just needs 6. And this doesn’t mean that you’re bad and your idol’s better.
It just means that you’re different. And guess what: That’s okay.

Maybe you start eating like your idol, but your body type is different and within a certain time span you realise that you have low or no energy and wonder why.
And one of the worst things that happens then is the comparison between you and your idol, leading to the assumption that you are weak, worse or incapable of achieving what your idol achieves.
So it leads to a negative self perception.
And isn’t that weird? Odd?
That’s why I say idol for me includes a bit of this aspect of copying.

If the same person I just called your idol, we now call an inspiring person. What would change?
Well, you’d watch your inspiring person get up at 5 and maybe you’d try it too and realise that 5:30 is better for you.
Your inspiring person starts their day off by going to the gym, you try it, too, but you realise you’re slow in the morning, need your breakfast, and working out in the afternoon after finishing work, is much better for you.
You read a book of an inspiring author and this takes your thoughts on different roads, you play with words like they do, but you take the inspiration you got from them and mould them into something that fits your personality, character and nature, instead of just copying.
That way you have a tendency to grow, to find something out about yourself, your body, your time management, your writing voice, which in turn has a high tendency to lead to a positive self perception. And there is no need for comparison between you and the person that inspired you.

Taking the above mentioned definitions into account, inspiration has a divine quality, as the divine influence is mentioned.
But this doesn’t mean that you worship the inspiring person like a God. But that you perceive the divine spark that they were maybe touched by and that they now radiate into the world.
It is also connected to breathing in, inspiration.
But you know what, breathe in. Through the nose.
Do you think you absorb e-v-e-r-y-t-h-i-n-g that is included in the air? No.
There are a million little filters, that do their job, before the inhaled air reaches your innermost parts.
And if you apply that onto inspiring people, it’s quite similar.
You inhale this inspiring thought, but it runs through your own little million filters before reaching the spots deep inside of you.
And these filters are your critical approach, your own opinion, your personality, character, tendencies, preferences, etc.

So, don’t get me wrong, I don’t dub anything as good or bad, I just came across this topic and it has been lingering on my mind for quite a while and after having had a conversation about this topic, I decided it was about time to let this be my first #socialsaturday post. Thanks for the inspiration, mate.

As long as you keep your critical perspective, it might be okay to have an idol, I just worry about this copy cat components that I perceive sometimes when scrolling through social media.
I myself am more than grateful for all the inspiring people I was allowed to meet on my way, be it in person as Elizabeth Gilbert, or on paper, like Oscar, be it my closest friends, my creative crew, or just a stranger I had an inspiring conversation with.

As these thoughts are just thoughts and not set in stone perspectives, please let me know your thoughts on this topic!
You already know my creed inspiration through communication, so please delight me with your divine sparks.
Feel free to comment or send an email or slide into my DMs on instagram.

Enjoy your weekend.

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#writerswednesday: Tips for Creativity & Inspiration

#writerswednesday: tips for creativity & inspiration

As there are many creatives out there in different fields, be it photography, film making, writing, singing, acting, modelling, dancing, painting, whatever, I realised that often they are confronted with the same or similar problems.
Some of them being in the direction of the following:

* I’m not in the mood, I don’t know where to go with my art, it feels useless what I’m doing
* I have the feeling that I’m just repeating and reproducing what I’ve already done
* I have too many ideas and my mind is all over the place so that I feel like getting actually nothing done

These and similar thoughts I myself have encountered, but I also heard them quite frequently from other creatives, as by now I know quite many of them.
That’s why I’d like to share some advice with you. And this is not just for writers or photographers or other creatives.
Creative comes from create and therefore, any task that creates something can be seen as a creative task.
Be it gardening, redecorating your home or something else.
To cope with all these negative, limiting and blocking thoughts, I’m gonna share some tips with you that helped me all along the way of my creative path.

1. Take a break, have a coffee*. Consume art.

* can be substituted by anything you like, tea, whiskey, chocolate, cake…

When you feel like not being in the mood, like having all these ideas in your mind but they don’t mould into the next great piece of art, leave it. Let it take a rest. Don’t let inspiration run away, but give it a little time.
If you feel like being really blocked from it, it can also help to consume a lot of art to get into your own flow again.
As a writer, read. And read a lot.
As a photographer or model, watch a lot of pictures, follow other models/photographers and get your inspo board refreshed.
As a film maker, watch a lot of movies.
As a cook, read recipes, watch cooking shows or youtube videos.
The list could go on like that now, but I think you already got it.
This is not to say consume a lot in order to copy, but in order to get your inspiration back on track.

2. Sit down. Turn your phone off. Produce.

When your mind is so overflowing with ideas that you’re loosing track and you always think “I don’t know where to start.” this is gonna be lethal to your inspirational flow.
Instead, sometimes, although it feels like sh*t, just take the next best thing on your list (or if you already prioritised, take the top priority), sit down and get something done. Just start.
Or if you feel totally lost, like nothing great is coming out of your mind, take one thing that has been on your to do list for a quite a while or take a small creative task and push it forward.

As Picasso said “Inspiration exists, but it has to find you working.”

So, if you’re missing inspiration, it’s not necessarily gonna come while you’re contemplating about not having inspiration, you know.
In most cases, negative thoughts create a negative environment, so why should inspiration feel invited?
Create an invitational environment for inspiration and keep on working!

3. Try something new.

If you feel like you’re stuck in a rut and you’re only reproducing and repeating things that you already did and you tend to be bored by yourself and your art, just try something new.
Again, this is not to copy someone else, but if for instance you’re a writer of romantic stories and you’re completely stuck, try to write, dunno, a detective story or something from a different genre. Just to see whether you like it or not, to challenge yourself and to keep your mind in your creative field but with a different perspective.
This can also add to your own authentic voice, because maybe you find out that you actually like this genre, or parts of it or even that you don’t like it at all. It doesn’t matter. Either way it’s gonna show you something about you and your art and work.
For me, I realised that the #sundaystory helped a lot with this. It is challenging to combine the prompts to something coherent and as the mood or tone or genre is given as well, sometimes they are completely off my normal field of creative work. But I consider it exciting and really refreshing to use my skills in a different genre and to learn and grow with it.
Of course, this also works in other fields, cook something new, wear a combination of clothes that you haven’t worn before, style yourself in a manner that you’ve never styled yourself before in, take photos of things that normally don’t attract your photographic attention, etc.
Just try something new. It’s refreshing and helps you grow and learn.
About you. About your work. About your art.

4. Communicate. Meet friends. Chitchat. Share. Exchange.

One of my creeds and believes is “Inspiration through communication”.
Oftentimes while chatting with close friends, business partners and strangers, this exchange gives me impulses that hit a spot that was untouched before. And sometimes a good conversation is all you need to get you back on track again.
More often than not, when my mind is overflowing with ideas and I don’t how to prioritise them or whether they make sense or not, calling my best friend and chatting with her over a nice cup of coffee is the best thing I can do.
It’s not only her input, although it’s a beautiful input and I feel blessed to have such great friends, but it’s also that while you’re talking to someone else, you’re also talking to yourself and in that moment you shape things in a manner that you weren’t able to when everything was just in your own head.

5. Take yourself on a date.

As much as communication and conversation with people can be inspiring and give you impulses, as much is it important to take some time just for yourself. And no, darling, I don’t mean you on your own, glued to your phone, having a ton of chats open and still communicating with others.
I mean you, yourself and you again.
And when I say take yourself on a date, I really mean it.
Don’t go to the laundry service alone with a cuppa to go and call it a date, ok?
Don’t cheat!
I really mean, if you were another person taking yourself on a date, what would it look like?
Would you go to a restaurant? A cafe? To the cinema? Taking a long walk in a park?
Whatever you consider your dream date to look like, don’t wait for anyone, treat yourself to it.
Sometimes you would find me in a cafe with a cup of coffee and a piece of cake, mostly with my paper notebook or my laptop or a book to read, enjoying some time alone, just doing things that I love and that inspire me.
And no, no, no, I don’t do it to have a cute picture to post on instagram.
I mean yes, you caught me, that happened too, but I don’t go there in the first place to promote and advertise dating oneself on social media, you know. If I do so, I do it because I’m in the mood.
One of the things that I also love doing is getting up early in the morning, when the streets are still quiet and drive into a city, any city that I like, and walk the streets, watching all the details of architecture for example, taking pictures of the rising sun between houses or a beautiful flower on a wall or anything that captures my attention and that I therefore want to capture too. It’s really an intensive feeling taking a walk alone and watch a city waking up.
Sometimes I also take a walk in a forest or in a park or at a sea, whatever I feel like. And yes, a lot of the times I’m talking to myself.
I mean, hey, this is a date, huh? And normally we do talk on dates, don’t we?

General advice: Disconnect.
In many cases it’s a good choice to enjoy these moments disconnected from emails, social media and chats.
This is not a necessity, but it helps you refocus on what’s important to you without comparing yourself and your art to others and their work. And this gives you more freedom in your mind to work on your very own business.
You can still share the pictures you took, the things you’ve done, the experiences you made later on, but grant yourself a little time to really feel them inside of yourself.

I hope these tips and advice gave you some impulses on how to get yourself and your creative energy flowing again.
Of course there are many more things that I could put on this list and I might make a series out of it, but right now, I don’t want to bore you until the last spark of inspirational flow ran out by reading a blog post that was waaaayyyy too long.

Plus, guess what I’m gonna do? Yup, I just heard some coffee call my name. Can you hear it, too?

#modelmonday: Building a Portfolio

#modelmonday: Building a Portfolio

Building a Portfolio

As there are many aspiring models and hobby models out there who’d like to take a step into modelling as their profession or passion, but often don’t really know how to start, I thought about sharing some experiences, insights and my personal opinion, based on what I have learned during 10 years of standing in front of the camera myself.

I’d like to start modelling but I don’t have good photos

Now, first of all I recommend you ask yourself whether you’d like to pursue a career in this business or whether you consider it more a hobby or passion.
This is not to say that once you decided, you have to stick with that decision, you might as well turn your professional desire into a passion or make your passion your profession.
All I’m saying is that depending on your answer, the approach might be different.

1. If you’d like to pursue it as a career I recommend you get some good digitals (basically shots with no make-up, face front, face profile, sometimes front with a smile, whole body shots, often in tight clothes or bikini so your shape becomes easily visible) and directly apply to agencies.
But beware, getting good digitals isn’t always as easy as it sounds as a wrong angle might eff up your proportions completely and looking at them you’ll wonder why you ever thought you could apply to a modelling agency.
Believe me, I know what I’m talking about.
The other option is you check for open castings provided by your agency of choice, sometimes they offer open castings where digitals are also taken, but it’s always a good idea to already have some pictures with you.
And yes, that might mean you’ll have to invest. Check for photographers that offer sedcard (or setcard) photo shootings, they might help you get a good base to get a foot in the biz, and yes, as it is their profession, they want to be paid.

2. If modelling is rather a hobby or a passion for you, it’s not a bad idea to have good digitals, too, but this doesn’t necessary have to be the first step.
What you want to do is get some photos of you that show your versatility.
What do I mean by that? I mean that you want to get pictures of yourself that differ in style, styling, location, facial expression and mood you portray.
Maybe you’re lucky enough to have friends who are photographers or you know someone who knows someone, etc. to get some pictures that you can start with at least to register on platforms in order to find other creatives to collaborate with.
If not, you might consider paying a photographer for a first session in order to get a base.
Then you can for instance register on a platform that offers a space for photographers, models and make-up artists to collaborate for joint productions, free projects or even paid jobs.

digital face front -dermagdans-

I’d like to build a versatile portfolio, but how?

1. Even if you decided to pursue modelling as a career, registering on a platform where creatives meet or setting up a Facebook page or showing some pictures on Instagram might help you get attention from some amazing photographers that would like to work with you. If an agency accepted you, they often know photographers and you start off by shooting some free projects with them, which adds to your and their portfolio.

2. No matter whether additionally to your career or for your hobby or passion, checking said platforms for Tfp projects (free projects intended to broaden the portfolios of photographer and model where none earns money but the photographic results serve as compensation) is a good idea to get involved into different projects set on different locations in different outfits and styles and to work with different photographers who produce pictures in different looks.

3. Another option, which many don’t like to take into consideration, is search for photographers whose style you adore and whose work would level up your portfolio and then, yes, guess what, PAY THEM ! I know, unbelievable. Thing is this: Often times the top ranking photographers you’d love to work with don’t offer Tfp shoots. Or at least not to amateurs. And yes, darling, according to many people’s definition we are amateurs. So, if you really crave getting pictures from this photographer, save your money and go for it.
By no means do I say that you can’t ask them whether they’d be down for a Tfp shooting with you, please don’t misunderstand. I’m just saying that often times they do free projects either with very experienced models or with promising new faces. And whether you’re a promising new face or not is unfortunately not up to you to decide.

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Should I invest into building a portfolio and if so, how much?

1. If you’re registered with an agency, they normally take care of test shoots to broaden your portfolio, so you shouldn’t pay a photographer in order to take pictures from you if your agency got you this test shoot.
Never ever should you pay for the registration with an agency or for a casting! Never ever! If you read about a casting where you should pay for the establishment of a setcard or for the photos taken by a professional photographer or anything like it, leave it, drop the idea, don’t do it, it’s not serious!
You might tend to think “but I’m not an experienced model, of course I have to invest before I earn” and well, the approach is more than true in various fields of life, but consider this: If you sent your pictures to an agency or went to a casting and they decided to add you to their list of models, then it was because they saw potential in you. Potential to get jobs, earn money, and as they earn from what you earn, it’s also the potential money they see you bringing back. So, don’t ever pay for setting up a profile or setcard for your agency. Serious and professional agencies don’t do that. They might take a certain charge from your first fees in order to compensate the expenses they had for getting you those jobs, yes, but: You don’t pay in advance!

2. Different when you’re not registered with an agency. Of course you still have the chance to participate in free projects, but there is no one providing you options like these, but you have to find them yourself, for instance on creative collaboration websites or if you follow photographers and make-up artists on Facebook and Instagram and they are searching for a model. If you only find Tfp options that don’t really add to your portfolio because you already have a million pictures in this style or because they all go into a direction you don’t aim at, there is still the possibility to search for jobs you have to pay for, but sometimes these are special offers for a specific topic. So, sometimes you only have to pay the make-up artist or it’s just a small fee you have to pay for photographer, make-up artist and post processing. And with small fee I talk round about 80 €. That’s a mofo deal!

3. So yes, I understand that you don’t want to or can’t invest a fortune into building a portfolio, but saving some money and putting it into a well spent shooting that gets you extraordinary results, is worth it. It raises the tendency that great photographers, yes, even those ones you stalk on a daily and that mostly work with very experienced models, see you and see your potential and that you get asked by cool creatives to collaborate with them.
Does this already land you jobs where you earn a lot of money? Well, if you’re really lucky, yes. In a normal case, rather not. But it gives you the chance to collaborate with other creatives whose portfolio might be broader or of high quality on Tfp, which then adds to the attention you gain, which offers you more chances for more free projects, which eventually might lead to you getting paid jobs. (Oh, and paid jobs rarely come to you via email in the morning post, while you’re drinking coffee and painting your nails or grooming your beard, if you’re a male model, you actually have to search for them and apply. Unless you just ate a fortune cookie that serves you luck 24/7, then your inbox might explode in 3,2,1….)

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So, talking from my own experience, I can say that building up a portfolio which enabled me to work with the great photographers that I had been stalking often enough before, dreaming to work with them, thinking “they will never work with me” etc., wasn’t an easy task, but you learn a lot on the way and that’s amazing, too.
I started off with having some Tfp shoots. I was lucky enough to have caught a photographer’s eye on an event who then gave me his card and asked me to come around for a free photo shoot. That was pure luxury and I’m really thankful for that. With those pictures I registered on platforms and browsed through the Tfp jobs and applied.
And guess what: I’ve been rejected a lot. Like… A LOT!
Then I saw some jobs where you had to pay, but I watched the pictures of the make-up artists and photographers working on the projects and thought “I’d love to work with them!”. Well, round about 100 other girls thought the same, so even paying for it wouldn’t give you a guarantee to be part of the project. So, I took some of my saved money and invested in different jobs of this kind. And it WAS SO WORTH IT!
I picked them wisely and did my research well before throwing my money out of the window, but it instantly raised the level of my portfolio. It’s really important to choose wisely and to consider the quality of the photos, the uniqueness of the project etc. before you invest.
We’re talking inVESTment, not inWASTEment, huh.
It must have been round about 5 photo shootings I paid for, each of them ranging somewhere between 40 € and 100 €, so yes, I invested something between 250 € and 300 € of my hard earned and saved money into great pictures of extraordinary kind back in those days.
And they gave me the chance to work with so many great photographers on Tfp later on that now I can count several Tfp and paid shootings to my portfolio, because yes, later on, I also landed jobs where I got paid.
The way wasn’t easy, but every step was worth it!

dermagdans

I hope my recommendations and coffee chat like rambling helped you and gave you a little insight.
Feel free to share your own experience with me and let me know if you still have questions. Let me know in the comments below, shoot me an email or send me a DM on Instagram.

#sundaystory : Diebstahl

#sundaystory: Diebstahl

Für mikakrueger
Die vorgegebenen Elemente waren:

a) Deutsch
b) Diebstahl
c) Versprechen, zitronengelb, abstürzen
d) Mysteriös

Diebstahl

Jacques Perdu war einst ein berühmter Detektiv, dessen Spezialität im Aufspüren vermisster oder untergetauchter Personen lag. Er hatte eine brummende Detektei zusammen mit seinem Kollegen Jean Escroc. Die Detektei war groß mit lichtdurchfluteten Fenstern mitten in der Innenstadt und wenn man die Fenster öffnete, konnte man das bunte Treiben der Stadt bis hinauf hören. Jacques und Jean hatten jede Menge zu tun und fast jeden Tag ging ein neuer Auftrag ein. Es gab nicht einen Fall, den sie nicht gelöst hätten und sie waren bis über die Stadtgrenzen hinaus für ihre hervorragende Arbeit bekannt. Sie waren fein gekleidet und ein jeder grüßte sie, wenn sie über die Straße gingen. Aber das ist Jahrzehnte her.
Heute ist Jacques Perdu ein abgehalfterter Mittfünfziger, dessen Ruhm ebenso Geschichte ist wie seine Zusammenarbeit mit Escroc. Dieser machte sich nämlich eines Tages still und leise mit den durch die Klienten geleisteten Anzahlungen der letzten sechs Wochen aus dem Staub und da er, wie Jacques, sein Handwerk beherrschte und von den Tätern, die er jagte, gelernt hatte, blieb das Verschwinden des Monsieur Escroc Jacques’ einziger, aber dafür größter Misserfolg, denn er spürte ihn niemals auf. Zudem war er gezwungen ohne die Anzahlungen die bereits angenommenen Aufträge zu bearbeiten und alleine zu lösen, was alsbald schwer an die Ersparnisse ging und aufgrund des Betrugs zahlten die Klienten den Rest der Auftragssumme nicht. Auch, dass er alle Aufträge wie immer mit Bravour löste, konnte seinen Ruf nicht retten.

Nun sitzt Jacques Perdu in einer kleinen Kaschemme am Stadtrand in einem baufälligen Gebäude, dessen Türen und Holzdielen beim kleinsten Windzug quietschen. Die Wände sind vollgestellt mit Regalen, die wiederum unter der Last der darin befindlichen Bücher zu zerbrechen drohen. Mittlerweile verdingt er sich als Lektor für Detektivgeschichten und anstatt wahre Fälle zu lösen, spürt er Tippfehler und Lücken in der Konstruktion der Geschichten anderer auf. Seine einst in Italien handgefertigten Lederschuhe weisen Löcher in den Sohlen auf, der Hut zeigt deutliche Verschleißspuren an der Krempe und die Ellbogen seines Mantels sind abgewetzt. Die einstigen Freunde und hilfsbereiten Bekannten, die Ladenbesitzer und Polizisten, denen er manchmal noch auf dem Weg durch die Stadt begegnet, grüßen ihn nur noch mit einem grummelnden Nicken bevor sie schnell zu Boden schauen oder eines anderen Weges gehen oder gar hinter vorgehaltener Hand zueinander sagen “Wie kann man nur so abstürzen?”.
Einzig die einstige Sekretärin von Jean und Jacques, Madame Veuve, die eine Mischung aus Sekretärin und bemutternder, für das Leibeswohl der Männer sorgenden Haushälterin und strenger Vertrauten war, ruft ihn ein Mal pro Woche an, um zu hören, wie es ihm ginge und ein Mal im Monat kommt sie mit Suppe und Kuchen an einem Sonntag vorbei. Dann beschwert sie sich über die Zustände in Jacques’ Detektei, die ihm gleichzeitig als Heim dient, denn beides kann er sich nicht leisten, schüttelt die Kissen auf dem alten Schlafsofa auf, wirft den Kessel auf den zwei Platten der kleinen Pantryküche an und öffnet die Fenster. Das Unterfangen die Bücher abzustauben gibt sie meist schnell auf. Und der zweite Vertraute, der geblieben ist, den Erfolg oder Misserfolg nur insofern interessieren, als dass davon die Mahlzeit abhängt, die ihm bereitet wird, ist der Kater Fidèle, dem weder die knarrenden Dielen noch der alte Ofen etwas ausmachen, solange sich Mäuse unter den Dielen befinden und der Ofen im Winter genug Wärme abgibt, dass er sich davor wärmen kann.
Als Jacques eines warmen Sommertages über einer haarsträubenden, von Fehlern und unlogischen Zusammenhängen wimmelnden Geschichte eines absoluten Amateurs brütete und Fidèle sich auf der Fensterbank die Sonne auf den schwarzen Pelz scheinen ließ, klopfte es plötzlich leise aber bestimmt an der Tür.
Der Detektiv und der Kater schauten sich überrascht an, nahmen an, es sei nur wieder ein Geräusch im Hausflur gewesen und neigten die Köpfe bald wieder, der eine zum Lesen, der andere zum Schlummern. Es klopfte erneut. Jacques hob den Kopf, räusperte sich und sagte “Herein!”.
Eine Dame um die fünfundvierzig öffnete die Tür und trat einen halben Schritt herein. Als Jacques gewahr wurde, dass es sich um eine Dame handelte, wuchtete er sich aus seinem Sessel und ging zügigen Schrittes auf die Tür zu, um sie der Dame vernünftig zu öffnen und sie zu dem Sessel auf der anderen Seite seines Schreibtisches zu geleiten. Denn, auch wenn seine Karriere nicht mehr den Glanz von einst aufweisen konnte, so konnte man ihm dennoch nicht nachsagen, er hätte seine Manieren verloren oder gar im wärmenden Wohl des Weins, den er abends ein bisschen zu gern zu sich nahm, ertränkt.
Er bot der Dame an, ihr den leichten braunen Sommermantel abzunehmen, doch sie sagte, sie behalte ihn lieber an. Also rückte er ihr den Sessel zurecht und sie nahm Platz. Er ging um den Schreibtisch herum zu seinem Sessel und ließ sich hineinfallen.
Dann saßen sie einige Minuten schweigend und einander musternd gegenüber.
Die Dame, die sich schließlich als Madame Anarique Sibylline vorstellte, war eine Frau mittleren Alters, mittlerer Statur, der gehobenen Mittelschicht. Das erkannte Jacques mit seinem über die Jahre geschulten Blick daran, dass sie Stil hatte, ihre Kleidung gepflegt und aufeinander abgestimmt war, aber das Leder ihrer Riemchenpumps an der Abrollstelle feine Brüche aufwies und der leichte Sommermantel, den sie trug, nicht aus den Kollektionen der aktuellen Saison stammen konnte. Sie trug ein beiges Kostüm mit einer braunen Bluse, deren helle Punkte das Beige des Kostüms widerspiegelten, eine Nylonstrumpfhose, die ihren Beinen gerade genug Bräune verlieh, um nicht künstlich zu wirken, champagnerfarbene Riemchenpumps und den Sommermantel, dessen Farbe dem Braun einer reifen Buchecker glich, dazu eine champagnerfarbene Lackhandtasche mittlerer Größe, die mit einer goldenen Schnalle schloß. Ihr Haar war von dunklem Braun, fast schwarz und mit leichtem Rotstich, gleich Mahagoni, ihre Haut glich den hellen Kieseln, die man an den Steinstränden des Südens betrachten und sammeln konnte und ihre Augen waren von sattem, lebendigem Grün.
Trotz ihres nicht mehr ganz so jungen Alters, deutete ihr Gesicht nur durch feine Linien um die Augen, an den Mundwinkeln und auf der Stirn auf ein Leben voll Lachen, Sorgen und dem üblichen Grübeln hin. Einzig ihre Hände verrieten etwas mehr, denn man konnte ihnen ansehen, dass ihre Hauptaufgabe nicht immer nur aus dem Fühlen exquisiter Stoffe, dem Halten eines Füllfederhalters und dem Tragen einer Handtasche bestanden haben muss. Sie war auf eine für Jacques ganz sonderbare Art und Weise faszinierend. Er konnte nicht bestimmen, ob er sie attraktiv fand oder nicht, aber sie war interessant und weckte seine Neugier.
Ihre waldgrünen Augen ruhten auf ihm, nachdem sie ebenfalls ihn sowie die Umgebung langsam und ruhig abgefahren und gemustert hatten, jedoch war weder ihrem Blick noch ihrem Gesicht das gefällte Urteil zu entlocken.
Schließlich räusperte er sich und fragte “Liebe Madame Sibylline, darf ich fragen, was Sie zu mir führt?”
Die Madame saß aufrecht, Füße parallel nebeneinander, Handtasche auf dem Schoß und den Griff mit beiden Händen umklammert. Nun beugte sie sich ein paar Zentimeter hervor und sagte “Sehen Sie, Monsieur Perdu, mir ist das Liebste und Teuerste abhanden gekommen, ich bin untröstlich und brauche Ihre Hilfe.”
“Mh”, machte Perdu, “ungewöhnlich.. mit Verlaub, Madame, Sie sehen nicht so aus, als kämen Sie aus dieser schäbigen Gegend hier. Ferner bezweifle ich, dass Sie sich nicht einen Detektiv mit ausgezeichneter Reputation in der Innenstadt leisten können. Wie sind Sie ausgerechnet auf mich gekommen?”
Madame Sibylline zog leicht die Augenbraue hoch und ein Hauch von einem Lächeln zuckte um einen ihrer Mundwinkel.
Der Betrug durch seinen Geschäftspartner und Freund hatte an Jacques Spuren hinterlassen, die sich trotz seiner ausgezeichneten Manieren an seinem sozialen Verhalten und seiner manchmal schroffen und direkten Art und Weise äußerten. Es schien die Dame nicht zu stören, sondern eher zu amüsieren.
“Sehen Sie, Monsieur, ich wiederhole, mir ist das Liebste und Teuerste abhanden gekommen. Und da interessiert es mich herzlich wenig, wen ich für teures Geld beauftragen könnte, wer die schickste Detektei am schönsten Platz der Stadt hat oder was die Leute über Sie sagen und wie lange Ihr letzter Fall her ist. Ich wollte den Besten. Deswegen bin ich hier.”
Jacques, sichtlich unbeeindruckt von dieser zwar durchaus überzeugenden, aber dennoch für seinen Geschmack etwas zu schmeichelhaften Aussage, zog eine Augenbraue hoch, schnaubte durch die Nase und verschränkte die Arme vor der Brust.
“Aha.”
“Außerdem kenne ich Madame Veuve, denn wir kaufen unser Gemüse auf demselben Wochenmarkt ein und ich halte sie für eine der aufrichtigsten und zuverlässigsten Personen und sie verlor nie auch nur ein einziges schlechtes Wort über Sie.”
Perdu lockerte seine verschränkten Arme ein wenig und atmete aus. Wenn diese Frau nun wirklich auf Empfehlung von Madame Veuve hier war, so war er es seiner ehemaligen Sekretärin schuldig, sich zumindest das Begehr dieser Dame anzuhören.
“Na gut”, sagte er, “Sie sagen also, Ihnen sei das Liebste und Teuerste abhanden gekommen. Worum handelt es sich denn?”
Madame Sibylline richtete sich etwas mehr auf, löste die Finger von der Handtasche und atmete tief ein.
“Mein Kanarienvogel Clandestine.”
Perdu dachte, er habe sich verhört, also fragte er “Wie bitte?”
Die Dame wiederholte ordnungsgemäß “Mein Kanarienvogel Clandestine.”
“Ist das ein Scherz?”
“Keineswegs.”
“Sie kommen den weiten Weg aus Ihrem Viertel unbegleitet in diese schäbige Gegend in mein Büro, um mich damit zu beauftragen einen Kanarienvogel für Sie zu finden?”
“So ist es.”, sagte Madame Sibylline, ruhig und mit aufrechter Ernsthaftigkeit.
“Sie hat den Verstand verloren.”, dachte Perdu. “Wenn ich Madame Veuve das nächste Mal sehe, haben wir beide definitiv ein Hühnchen miteinander zu rupfen. Oder einen anderen Vogel. Das soll wohl ein Scherz sein, den sie sich erlaubt, um sich für all ihre vergebenen Bemühungen und das Lamentieren über den Zustand meines Büros zu rächen. Na, sowas!”
“Sie belieben zu scherzen, Madame.”
“Gegen einen Spaß hier und da habe ich mit Sicherheit nichts einzuwenden, aber hiermit ist es mir absolut ernst, Monsieur.”
“Es tut mir sehr leid, ich denke, ich bin nicht der Richtige für diese Aufgabe.”
“Oh, ganz gewiß sind Sie das. Wollen Sie sich nicht erstmal alle Einzelheiten anhören, bevor Sie ablehnen?”
“Ich denke, ich habe genug gehört, merci, Madame.”
“Und könnten meine Anzahlung in diesem Umschlag und diese zwei Flaschen Bordeaux Sie nicht überzeugen, mir doch noch zuzuhören?”
Widerwillig, aber dennoch neugierig nahm Perdu den Umschlag entgegen, den die Frau ihm über den Tisch reichte und las das Etikett des Weins, den sie ihrer tiefen Manteltasche entnahm. Ausgezeichneter Jahrgang, beste Qualität, eine edle Rarität. Er öffnete den Umschlag und musste sich bemühen, den Mund wieder zu schließen. Wenn das die Anzahlung sein sollte, dann wäre das der lukrativste Auftrag seit Jahren.
Es widerstrebte ihm, den Auftrag einer offensichtlich Verrückten anzunehmen, aber dann blickte er sich um, sah das Schlafsofa mit der kaputten Sprungfeder, seinen abgewetzten Mantel an der Garderobe und schließlich Fidèle auf der Fensterbank, den guten, treuen Fidèle, der sich dringend ein großes, frisches Stück Fleisch vom Metzger verdient hatte. Er atmete erneut tief ein, schloß die Augen, atmete tief aus und als er die Augen öffnete und hinaufblickte, sagte er “Na gut, Madame, erzählen Sie mir von Ihrem Vogel Clandestine. Bitte beschreiben Sie mir alles so genau wie möglich, sodass ich mir ein Bild machen kann.”
Mit einem zufriedenen Lächeln rutschte Madame Sibylline etwas weiter nach vorn auf die Sesselkante und begann zu erzählen.
“Also, mein Kanarienvogel Clandestine ist mir das Wertvollste und Liebste. Er war ein Geschenk meines Mannes, Gott hab ihn selig, und er hat diesen Vogel geliebt. Er nahm mir das Versprechen ab, mich meinen Lebtag um Clandestine zu kümmern, ihn zu hüten wie meinen Augapfel und größte Sorgfalt walten zu lassen. Clandestine ist etwas ganz Besonderes. Jedes Lied, das dieser Vogel singt, malt Farben in die Luft und erfüllt sie mit einem Duft von Frühlingsgärten, zumindest, wenn es ein Chanson ist. Bei schwereren Liedern, die tief die Seele berühren, färbt sich alles in dunklem Purpur und die Luft riecht nach Weihrauch und Gewürzen ferner Länder. Sein Federkleid ist zitronengelb und schimmert im Sonnenlicht leicht golden.”
“Na wundervoll”, dachte Perdu, “die Dame ist zwar lieb und nett, aber in ihrem Oberstübchen sind nicht alle Tassen ordentlich sortiert.” Dann fühlte er erneut den dicken braunen Umschlag in seiner Hand und dachte an den lieben Fidèle und fragte “Und wie ist Ihnen Ihr geliebter Vogel abhanden gekommen?”
“Sehen Sie, weil ich meinem Mann versprochen habe, mich so gut um ihn zu kümmern, ließ ich von den besten Handwerkern der Stadt einen Käfig bauen, der das gesamte Erkerzimmer ausfüllt, sodass Clandestine viel Platz hat. Und jeder Teil des Käfigs wurde auf die Bedürfnisse des Vogels ausgelegt, einen Bereich zum Ruhen, einen mit Zweigen der edelsten Bäume bestückt und nur das beste Futter wird gereicht. Der Erker wird gut gehütet, nur unter Aufsicht werden die Fenster geöffnet und Unbefugte haben keinen Zutritt. Aber gestern Morgen ging ich, wie jeden Morgen, mit meinem Frühstück und dem für Clandestine ins Erkerzimmer, aber er war nicht da. Ich suchte alles ab, jede Ecke des Käfigs, in der er sich versteckt haben könnte, ich sang das Lied, auf dass er normalerweise antwortet, aber nichts. Ich untersuchte den Käfig, denn er war verschlossen und nirgends war ein Loch zu entdecken. Die Fenster waren verschlossen, es war mir unbegreiflich. Dennoch ließ ich die Köchin und ihre Gehilfin, den Gärtner und die Waschfrau nach meinem geliebten Kanarienvogel suchen. Ich selbst machte mich noch im Morgenmantel daran, das gesamte Haus und den Vorgarten abzusuchen, ich klingelte bei allen Nachbarn und fragte nach Clandestine, viele kamen heraus und halfen bei der Suche, aber ohne Erfolg. So kam ich zu dem Schluss, dass es sich nur um Diebstahl handeln kann! Jemand muss mir meinen geliebten Vogel gestohlen haben. Vielleicht hat jemand den Schlüssel des Käfigs entwendet und ihn in der Nacht gestohlen, den Schlüssel zurückgelegt, sodass niemand direkt auf einen Diebstahl käme. Es ist die einzige Schlussfolgerung, die ich ziehen kann. Jemand hat meinen geliebten Clandestine gestohlen! Ich bin untröstlich, Monsieur, ich brauche Ihre Hilfe.”
Perdu, der sein Kinn beim Zuhören in die Hand gestützt hatte, nickte und brummte ein “Mmmh.”
Nach einigen Minuten des Nachdenkens und Schweigens raffte er sich auf und erklärte der Dame, er müsse sich ein Bild der Lage machen und selbst den Ort begutachten, von dem der Vogel verschwunden sei. So beschlossen sie, dass Perdu am nächsten Morgen zu dem Haus der Madame Sibylline kommen würde, um alles in Augenschein zu nehmen. Beim Verabschieden wurde die Dame Fidèles gewahr und ihr sonst ruhiges Gesicht geriet für den Bruchteil einer Sekunde etwas aus der Fassung, bevor sie sich fing, die Hände Perdus in ihre beiden Hände nahm, ihm noch einmal herzlich dankte und dann zügigen Schrittes davonging.
Als Jacques die Tür schloss, kam er nicht umhin den Kopf zu schütteln. Gänzlich unbeeindruckt gähnte Fidèle auf der Fensterbank, streckte sich, nur um sich dann ein Mal um die eigene Achse zu drehen und wieder hinzulegen.
Auch wenn die Anzahlung ein verlockender Reiz war loszuziehen und die Zutaten für ein ausgewogenes Mahl zu besorgen, hielt Jacques sich zurück, denn er war sich noch nicht sicher, was es mit dieser Dame und ihrem Vogel auf sich hatte und es kam ihm äußerst suspekt vor. So begnügte er sich mit etwas Grießbrei und für den lieben Fidèle verlängerte er Milch mit Wasser und schlug ein Ei hinein. Doch dem Bordeaux konnte er nun doch nicht widerstehen und so gönnte er sich ein nicht zimperlich gefülltes Glas des blutroten, gegorenen Nektars.
Als er am nächsten Morgen erwachte, war Perdu wie benommen und versuchte sich zu sortieren. Mühsam rekapitulierte er den vergangenen Tag und zweifelte, ob er nicht geträumt habe. Aber dann sah er die geöffnete Flasche Bordeaux, das mit Weinresten benetzte Glas und den braunen Umschlag auf dem Tisch. Er schaute auf seine Armbanduhr, deren Lederband bereits Patina angesetzt hatte und mit Tintenflecken beschmutzt war. Zeit sich frisch zu machen und zu der Dame zu gehen. Als er den Mantel mit den abgewetzten Ellbogen und den Hut mit der verschlissenen Krempe von der Garderobe nahm, beauftrage er Fidèle, das Haus zu hüten und ging davon.
Eine Dreiviertelstunde Fußmarsch später erlangte er das Grundstück der Madame Sibylline, die ihn mit starkem Kaffee und etwas Gebäck bereits auf der Veranda erwartete. Nachdem er sich das Erkerzimmer mit der beachtlichen Voliere angeschaut und jeden Winkel des Zimmer untersucht hatte, schaute er sich im Rest des Hauses, auf dem Grundstück und in der Nachbarschaft um, befragte die Nachbarn und die Hausangestellten, aber außer einer Bestätigung der von der Madame bereits geschilderten Ereignisse, ergaben diese nichts Neues. Aber Perdu wäre nicht Perdu gewesen, wenn er nicht schon Ideen gehabt hätte, wo er suchen sollte. Auch wenn ihm die ganze Chose skurril und suspekt vorkam, so hatte er den Entschluss gefasst, seine alte Arbeitsmoral an den Tag zu legen und mit derselben Gewissenhaftigkeit zu arbeiten wie immer. Ob er nun einen Juwelendieb oder einen zitronengelben Kanarienvogel aufspüren müsse, es bliebe ja dennoch dieselbe Aufgabe. Außerdem zahlte die Dame gut und es war eine angenehme Abwechslung zu den haarsträubenden Hirngespinsten der amateurhaften Autoren, deren geistigen Ergüsse er sonst zu korrigieren pflegte.
Er bat Madame Sibylline, ihm vier Tage zu geben, danach würde er sich wieder bei ihr melden. Sie willigte ein.
Seine Strategie bestand darin, jeden Tag eine Himmelsrichtung nach dem Vogel abzusuchen.
Am ersten Tag verschlug es ihn in den Norden, denn er nahm an, der Vogel habe sich vielleicht zu den anderen Vögeln an der Küste gesellt, die vor ein paar Monaten aus dem Süden heimgekehrt waren und nun die Tage an der See genossen. Doch weder an den Klippen noch an den Dünen fand er einen zitronengelben Vogel.
Am zweiten Tag ging er gen Westen, wo die Zechen waren, denn er hatte die Vermutung, ein Minenarbeiter hätte den Vogel nehmen und als Arbeitstier versuchen können. Immerhin waren diese kleinen possierlichen Tierchen wahre Lebensretter unter Tage, auch wenn sie ihr eigenes dafür ließen. Und ganz seinem Arbeitsethos getreu, befragte Perdu nicht nur die Minenarbeiter, sondern stieg selbst einige Meter hinab, um die Vögel der Bergleute zu begutachten, aber keiner von ihnen war zitronengelb. Rußverschmutzt und erfolglos ging er heim.
Am dritten Tag machte er sich auf, um in den Süden der Stadt zu gehen, wo der größte und farbenprächtigste Wochenmarkt der ganzen Gegend stattfand, denn er dachte, vielleicht zögen die Wohlgerüche der Gewürzhändler und die farbenfrohen Stoffe der Tuchhändler das kleine Vögelchen in seinen Bann. So viel zitronengelb hatte Jacques wahrlich selten auf einen Haufen gesehen. Da gab es den Händler, der mit müden Fingern die saftigsten Zitronen und die rundesten Orangen darbot, die Tuchhändler, die Seide und Taft in allen Nuancen der Regenbogenfarben anpriesen und im Sonnenlicht schimmerten die Schmuckstücke der Juweliere in gold und bernsteinfarben und ja, auch in zitronengelb. Aber außer den Liedern der einheimischen Vögel, war kein zauberhafter Gesang zu hören, der von dem kleinen Vogel Clandestine stammen könnte. Erschöpft und müde durch den durch die Gerüche angeregten und dennoch leergebliebenen Magen, schleppte Perdu sich nach Hause und ließ sich missmutig auf das Sofa fallen.
“Ach, Fidèle, was soll ich nur tun? Da kommt nach Jahren ein Auftrag herein, ein verrückter, in der Tat, aber nun soll dies tatsächlich ein weiterer Misserfolg des Jacques Perdu werden?” Fidèle, der seinen Herrn sehr liebte, sprang vom Sessel und lief hinüber zu Jacques, um seine Beine zu umgarnen und ihn mit seinem sanften Schnurren zu beruhigen. Der müde Detektiv beugte sich hinab und streichelte den pechschwarzen Kater, bis dieser plötzlich den Kopf drehte und zur Eingangstür rannte, in die unten ein Gitter eingelassen war. Er musste eine Maus auf der anderen Seite gehört haben, denn er lauerte und spähte, bis er anfing an dem Gitter zu kratzen. Jacques ließ sich zurücksinken und beobachtete Fidèle in seinem sinnlosen Unterfangen.
Doch dann sprang er auf, riss den Kater von den Beinen und küsste ihn mehrmals und liebkoste ihn innig. “Fidèle, du bist ein Genie! Ich wollte morgen gen Osten gehen, auch wenn ich gar keine Idee hatte, wo genau ich suchen soll, aber nun hab ich’s! Heureka, du Teufelskerl! Natürlich! Clandestine kennt nichts anderes als den sicheren Käfig, wo sonst sollte der Vogel sich heimisch fühlen. Ach, Fidèle, wenn ich dich nicht hätte!” Der Kater, etwas verdutzt über den Ausbruch seines Herrn und gleichfalls in seiner Jagd gestört, versuchte sich aus dem Griff zu winden, um vielleicht dennoch ein Mäuschen zu erbeuten. Jacques ließ ihn hinab und goss sich freudvoll und voll Zuversicht ein Glas Wein ein.
Am nächsten Tag bedurfte es keines Weckers und keines starken Kaffees, um Perdu aus den Federn zu treiben. Noch bevor die Uhr sieben schlug, war er auf dem Weg gen Osten, wo der Stadtgarten mit den vielen Obstbäumen, den bunten Beeten und der riesigen Menagerie lag. Natürlich! Da hätte er auch selbst drauf kommen können! Auf dem Weg zum Stadtgarten, grad als er um die Ecke einer kleinen Seitenstraße bog, überkamen ihn Zweifel. Was, wenn er den Vogel auch dort nicht finden konnte? Welches waren seine anderen Möglichkeiten? Während er so grübelte und sich sein Schritt dabei verlangsamte, kam er an einer Bäckerei vorbei, aus deren Fenstern und Türen es herrlich duftete, doch bei all seiner Grübelei, riss es Perdu nicht aus seinen Gedanken.
Einzig dieser gelbe Farbklecks erhaschte seine Aufmerksamkeit, also hob er den Kopf. Doch als er sich umschaute, fiel nur grad die Tür der Bäckerei mit dem zarten Klingen des Türglöckchens ins Schloss. Er hätte schwören können, er habe eine Person in zitronengelber Kleidung gesehen. Aber vielleicht stieg ihm auch nur der Hunger zu Kopf. Er ging weiter auf dem Weg Richtung Stadtgarten und als er grad über die kleine Brücke über das Flüsschen, das das Zentrum vom östlichen Teil der Stadt trennte, gehen wollte, erhaschte er schon wieder im Augenwinkel eine Ahnung von etwas zitronengelbem. Schnell wandte er den Blick, aber schon wieder war er zu langsam.
Er schüttelte den Kopf und schritt über die kleine Brücke. Und da, gerade als er sich in der Mitte befand, dachte er, er traue seinen Augen nicht. Da, am anderen Ende der Brücke, da stand tatsächlich eine junge Frau in einem zitronengelben Kurzmantel. Nicht irgendein gelb, nicht das, welches gerade in Mode war und in jeder Boutique im Schaufenster zu sehen war. Nein, ganz und gar zitronengelb. Jacques war so perplex, dass er wie angewurzelt stehen blieb. Es war, als könne er sich nicht rühren.
Die junge Frau wirkte, als sei sie ebenfalls mitten in der Bewegung erstarrt und sie blickte erschrocken über die Schulter mitten in Perdus Gesicht, gerade so, als fühle sie sich ertappt und wisse nicht, was zu tun sei. Dieser unglaubliche Augenblick gab dem Detektiv einen Moment um die Frau zu beobachten. Sie war von mittlerer Größe, schlanker Figur, mit mahagonibraunen Haaren und einem Blick, der so anziehend war wie der Wald im Frühling.
Nachdem er sich gefasst hatte, machte Jacques einen Schritt nach vorn und die junge Frau begann zu rennen als hänge ihr Leben davon ab. Verständnislos über diese Situation, aber von Intuition und Reflex geprägt, begann Perdu zu rennen, so schnell es seine Beine zuließen. Er folgte der Frau, die sich flink und in einer Art Zickzack durch die engen Gassen der Oststadt bewegte. Einholen konnte er sie keinesfalls, das war ihm klar, aber er wollte sie unter keinen Umständen aus dem Blick verlieren. Er rannte was das Zeug hielt und fühlte sich fast beflügelt und so jung wie damals, als er jede Gasse wie seine Westentasche kannte und er ein erfolgsgekrönter Detektiv war. Kurz vor den Toren des Stadtgartens, durch die die junge Frau geschlüpft war, ging ihm dann doch die Puste aus und er musste sich am kalten Stahl des Tores abstützen und kurz verschnaufen. Da es allerdings nur einen Eingang, der gleichzeitig als Ausgang diente, gab, war er sich sicher, dass er die Frau finden würde, sobald er wieder zu Luft käme.
Als er hineinging, wand er vorsichtshalber unten am Eingangsgitter seinen Gürtel um das Tor, sodass die junge Frau ihm auf keinen Fall entwischen konnte. Er bewegte sich langsam und spähte umher. Die Farbenpracht irritierte seine Augen, eine Flut von Farben zog seinen Blick in alle Richtungen und er versuchte sich auf die Suche nach zitronengelb zu konzentrieren. Zwischen dem Grün der Bäume erhaschte er plötzlich eine schnelle Bewegung von etwas zitronengelbem, also schritt er rasch hinterher und folgte dieser Ahnung um die Ecke. Da lief sie, leichtfüßig und in dem ihm schon bekannten zickzackartigen Huschen, gleich einem Vögelchen, das sich durch die Lüfte schwingt. Er beschleunigte seinen Gang und als er merklich aufgeholt hatte, schaute die junge Frau reflexartig über die Schulter. Ihr Mahagonihaar wehte in der sanften Sommerbrise und ihre Waldaugen blickten ihn mit einer Mischung aus Scheu, Angst und Bestimmtheit an. Er wusste nicht, was in ihrem Blick lag, aber es war, als verlangsamte er seine Schritte für einige Sekunden.
Perdu musste blinzeln und nach diesem wortwörtlichen Augenblick war die Frau verschwunden.
Es war unmöglich! Wie konnte das sein? Vor einer Sekunde stand sie fast nur eine Armlänge von ihm entfernt vor ihm und nun war sie einfach verschwunden! Er blickte wild suchend umher. Und da, etwas weiter hinten auf der linken Seite, da erblickte er einen kleinen zitronengelben Fleck. Er ging näher. Ja, tatsächlich, da hinten, auf dem Zweig einer Rotbuche saß ein zitronengelber Kanarienvogel. Als er sich langsam näherte, begann der Vogel zu singen und die Melodie klang an Jacques’ Ohr. Mit jedem seiner Schritte wurde der Klang lauter. Ein wehmütiges Lied mit tiefen Tönen und einem tragischen Unterton, dessen Gefühl sich um die Glieder legte, ähnlich dem Gefühl, das sich nach den ersten paar Schlucken Bordeaux einstellt. Eine Melodie, die auf eigenartige Weise die Seele einzunehmen schien. Und plötzlich trug der Sommerwind den Geruch von Weihrauch und den Gewürzen ferner Länder. Und als Perdus langsame Schritte versuchten sich weiter ihrem Ziel zu nähern und den Vogel zu packen, ergriff dieser Geruch ihn und nahm ihn völlig ein und alles um ihn herum färbte sich in dunklem Purpur. Dann verlor er das Bewusstsein.

Reclamation – A poem in episodes

The special series I announced on my blogwarming party

a poem in episodes, by gina laventura

norbert josefsson

Don’t label my body
As if you had the right to
Cause you don’t

norbert josefsson

Don’t try to narrate my story
As if you had the right to
Cause you don’t

norbert josefsson

Don’t bathe in my glory
As if you had the right to
Cause you don’t

norbert josefsson

This body is not yours to label

norbert josefsson

This story is not yours to narrate

norbert josefsson

This glory is not yours to bathe in

norbert josefsson

You don’t own me
I only owe to fate
I write my story
I worked for the glory
Your bodies
Narrate different stories
And that is fine
But my body is my body
And my story
With all its failure and its glory
Is mine

Gina Laventura © 2017

A huge thank you to everyone who hopped over to instagram and followed the series there bit by bit and for all the comments and feedback.
It was a very special series that we produced last year and that I didn’t want to publish “just like that”, or just instantaneously (see what I did there?), so it was clear to me that I’d publish it when the frame was set. And when the blog finally went into relaunch and I was able to present my new virtual home to you, it felt like best choice that this series should be the first decoration on the long wall.
I hope you enjoyed it. A lot of energy and emotion fled into this one.