Kreativ bleiben Tipp #2

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Photo & Editing: Ralph Wietek

Setzt euch in ein Café und beobachtet die Umgebung und die Leute!

Und damit mein ich nicht unbedingt, trefft euch mit Freunden in einem Café, sondern nehmt euch wirklich ein wenig Zeit und geht allein in ein Café, ordert euer Lieblingsgetränk und vielleicht ein Stück Kuchen oder dergleichen und schaut euch um.
Lasst die Umgebung auf euch wirken und schaut euch die Menschen an.
Was eine Freundin und ich früher gemacht haben war Folgendes: Wir haben uns gemeinsam in ein Café gesetzt (da war es Sommer und wir konnten draußen sitzen, aber es funktioniert ebenso gut wenn man drinnen sitzt und nach draußen schauen kann). Die Passanten, die vorbeiliefen inspirierten uns und wenn dann zum Beispiel ein Pärchen vollbepackt mit Tüten und mit missmutigen Gesichtsausdrücken vorbeistapfte, sagte eine von uns “Okay, ich bin der Mann, du nimmst die Frau!” und dann fingen wir an, die Passanten zu synchronisieren. Die hanebüchensten und lustigsten Dialoge sind dabei entstanden, die oftmals so fernab dessen gewesen sein mussten, was diese Leute wirklich besprachen, aber es war ein absolut amüsanter Zeitvertreib. (den ich sogar gelegentlich gern wiederholen würde^^)
Diesem Zeitvertreib liegt vermutlich ein ähnliches Prinzip zugrunde wie dem Improvisationstheater, da man alle Gesichtsausdrücke, Bewegungen und “Plot-Twists” mit einbauen musste, in das, was man da fabrizierte. Aber es funktioniert auch ohne eine zweite Partei, mit der man lustige Konversationen spinnen kann.
Aber sich zu überlegen, was diese Menschen wohl denken, was sie gerade tun, woher sie kommen, wohin sie gehen, kann durchaus die Basis für eine gute Geschichte liefern. Ebenso wie die ganze Stimmung der Umgebung dazu beitragen kann.
Gerade jetzt in der Weihnachtshektik die Leute zu beobachten, während man selbst gemütlich im Café sitzt, kann interessant sein. Sich im Sommer mit einer Decke in den Park setzen ebenfalls. Es muss natürlich nicht zwangsläufig ein Café sein, das versteht sich von selbst.
Ich spazierte mal durch einen Park und machte eine kleine Pause auf einer Bank und schaute mich um. Dort sah ich einen Mann auf seinem Fahrrad, der sowohl hinten als auch vorne einen Sitz samt Kind mit sich spazieren fuhr, ein verliebtes Pärchen in ihren Vierzigern, ein junges Pärchen, das eine Auseinandersetzung hatte in einer fremden Sprache, an einen Baum gelehnt einen jungen dunkelhaarigen Mann, der seine Freundin mit gelbem Kopftuch verliebt anschaute, während sie eine SMS in ihr Handy tippte bevor sie sich ihm wieder zuwandte, eine Oma, die mit ihren Enkeln spazieren ging, eine englischsprachige schwangere Frau, die mit ihrem Töchterchen spazieren ging, das ganz aufgeregt umhersah bis sie ihren Vater in einer auf sie zusteuernden Menschenmasse ausfindig machte und dann Anlauf nahm und mit einem langgezogenen “Daddy” auf ihn zurannte und er es hochnahm. Alles Basis für Geschichten, vor allem wenn man den Fokus auf Ähnlichkeiten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten legt, denn alles was ich sehen konnte war nur eins: Liebe. Egal in welcher Form, die Menschen waren unterschiedlichen Aussehens, unterschiedlicher Altersklassen, sprachen unterschiedliche Sprachen, waren unterschiedlicher Herkunft und die Beziehung zwischen ihnen war unterschiedlich, aber eins hatten sie gemeinsam: die zugrundeliegende gemeinsame emotionale Verbindung.
Wenn das mal keinen Boden für eine Geschichte bietet!
Und selbst wenn ihr euch gemeinsam mit jemandem irgendwo hinsetzt und ihr beide das gleiche seht, so werden eure Geschichten, die ihr nachher schreibt trotzdem nicht die gleichen sein.
Und das macht es spannend und aufregend und so enorm inspirativ.
Also kann ich euch nur ans Herz legen, es mal auszuprobieren, selbst wenn ihr keine Geschichten schreibt, sondern ein anderes kreatives Ansinnen verfolgt, sei es nun Malen, Zeichnen, Musik, Fotografie, Schreiben von Kurzgeschichten, Gedichten, Büchern, TV-Formaten, Kurzfilmen, Spielfilmen oder sonst etwas, was mir ad hoc nicht eingefallen ist, ich halte es für eine wunderbare Methode in Bewegung und kreativ zu bleiben.
Sei kreativ. Sei du selbst.

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One thought on “Kreativ bleiben Tipp #2

  1. Pingback: How to stay creative Tipp #2 | gina laventura

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